Der Heckenritter

Der Heckenritter

heckenritter

Story: George R.R. Martin
Bearbeitung: Ben Avery
Zeichnungen: Mike S. Miller
Farben: Mike Crowell & Team
(Panini Comics/ Marvel, 2. überarbeitete Auflage)

Ein Jahrhundert vor den Ereignissen, die in der epischen Romanserie „Das Lied von Eis und Feuer“ des New-York-Times-Bestsellerautors George R. R. Martin beschrieben werden, spielen die Ereignisse dieser Graphic Novel. Diese fantastisch aufgemachte Comic-Geschichte basiert auf George R. R. Martins Kurzgeschichte „Der Heckenritter“ und ist die Vorgeschichte zu „Game of Thrones“.

Meinung zum Buch:

Die Geschichten des Autors George R. R. Martin sind den Fantasy-Freunden nicht erst seit der TV-Serie Games of Thrones ein Begriff, aber trotzdem hat die Verfilmung dem mehrfach preisgekrönten New York Times-Bestsellerautoren noch mal einen ordentlichen Popularitätsschub gegeben. Hier vorliegend haben wir die Umsetzung einer seiner Kurzgeschichten, welche etwa hundert Jahre vor den Erzählungen aus Das Lied von Eis und Feuer spielt. Wer die Bücher des Autors kennt, findet sich recht schnell in die Geschichte um den fahrenden Ritter ein, allen anderen werden die erst mal ungewöhnlichen Bezeichnungen jedoch auch schnell in Fleisch und Blut übergehen. Dabei bietet Der Heckenritter für den kundigen Leser den Reiz, viele der Anspielungen auf andere seiner Erzählungen zu bemerken, ohne dabei seien neuen Leser, die dieses Wissen nicht haben können, zu verprellen.
Der Heckenreiter besticht durch seine inhaltliche wie auch visuelle Liebe zum Detail und der Ruhe, die die Erzählung ausstrahlt.

Der Heckenritter basiert auf eine Geschichte, die der bekannte Schriftsteller George R. R. Martin in seiner Sammlung „Der siebte Schrein“ veröffentlichte und die den Startpunkt für seinen Kurzgeschichtenzyklus um die Hauptcharaktere „Dunk & Egg“ bildet. Diese sind zwar im Universum der „Das Lied von Feuer und Eis“ – Erzählungen („Games of Thrones“) angesiedelt, zeigen aber, da sie weit vor dessen Ereignissen spielen, nur lose Verknüpfungen. Erstmals 2007 von Marvel veröffentlicht, haben wir hier auf Grund des Erfolgs der Serie „Games of Thrones“ nun die zweite, überarbeitete Auflage der Geschichte um den Heckenritter Dunk und seinen Knappen Egg vorliegen. Panini Comics veröffentlicht Der Heckenritter (160 Seiten, 16,95€) sowohl als Soft- wie auch Hardcover-Variante, wobei mir die erstere für diese Review vorlag. Das Klappcover ziert ein sehr ästhetisches, düster gehaltenes Motiv der Hauptfigur auf seinem Pferd „Donner“, umrahmt von den Titel- und Autorenschriftzügen. Die Bearbeitung der literarischen Vorlage wurde von Ben Avery vorgenommen, der sich trotz der inhaltlichen Kürzungen, die der Umsetzung für eine Graphic Novel geschuldet sind, sehr nahe am Original zu halten versucht. Avery ist ein bekannter Comic-Autor, der zudem ein leitender Redakteur der „Community Comics“ ist, welche sich der Herstellung familienfreundlicher Comics widmet. Dies merkt man auch seiner Bearbeitung der Heckenritter-Erzählung an, bleibt diese doch, trotz der vorkommenden Gewalt immer auf einem moderaten Level, ohne sich in explizit geschilderten Details zu ergehen.

Die grafische Umsetzung durch Mike S. Miller, der auch schon an Geschichten um Wolverine, X-Men oder The Savage Dragon beteiligt war, zeichnen sich durch eine solide Arbeit mit großem Gespür für liebevoll eingebaute, kleine Details aus. Dadurch wirken die einzelnen Bilder sehr lebendig in einer klassischen Weise.
Im Anhang befindet sich neben einer Cover-Galerie noch ein detailliertes Schaubild zu den Wappen der einzelnen Häuser.

Der Heckenritter ist eine klassische, sehr literarische Graphic Novel des Fantasy-Genres, die ihre spannende Story fesselnd erzählt und damit eine phantasievolle Abenteuergeschichte für nahezu jede Altersgruppe darstellt. Wer Lust auf eine Erzählung hat, die sich ganz dem Vorbild der großen Klassiker mit den Themen Gerechtigkeit, Ehre, Abenteuer und Mut auseinandersetzt, oder sich einfach mal wieder gut unterhalten lassen möchte, der sollte sich unbedingt Der Heckenritter kaufen!

Verlags-Seite

Christian Funke-Smolka