20 Years of "Helmut Newton. SUMO"... ein Grund zum feiern!

20 Years of „Helmut Newton. SUMO“… ein Grund zum feiern!

Helmut Newton, geboren als Helmut Neustädter (* 31. Oktober 1920 in Berlin; † 23. Januar 2004 in Los Angeles) war ein deutsch-australischer Fotograf. So die nüchternen Fakten. Doch bei einer Persönlichkeit wie Newton kommt man um Superlativen nicht herum. Denn der Fotograf jüdischer Abstammung, der Anfang der 1940er Jahre vor den Nazis nach Australien geflohen war, eröffente im Jahr 1945 in Melbourne sein erstes Fotostudio. Dies war der Beginn einer beispiellosen Karriere! Denn spätestens als er Mitte der 1950er für den Vogue arbeitete, gelang es Newton mit seinem unverwechselbaren Stil, nicht nur nahezu alle großen Stars vor seine Kamera zu bekommen, sondern einer der begehrtesten und teuersten Mode-, Werbe-, Porträt- und Aktfotografen der Welt zu werden. Seine Bilder schrieben Geschichte und sind auch heute, 15 Jahre nach seinem Unfalltod weltbekannt. Neben zahlreichen Auszeichnungen konnte Newton auf eine Reihe an Buchveröffentlichungen zurückblicken. Doch eine ist auch heute noch beispiellos: Helmut Newtons SUMO!

TASCHEN veröffentlichte in Zusammenarbeit mit Helmut Newton ein Kunstbuch, welches schon mit seinen Maßen von 70 x 50cm auffiel. Mehr als vierhundert seiner Fotografien erschienen in diesem monumentalen Bildband in einer vom Autor nummerierten und signierten Auflage von 10 000 Exemplaren.

Eines dieser Exemplare wurde bei seiner Vorstellung auf der Frankfurter Buchmesse von den meisten von Newton porträtierten internationalen Kulturgrößen zusätzlich signiert, etwas später bei einer Charity-Auktion in Berlin für 620 000 DM versteigert – und damit zum teuersten Buch des 20. Jahrhunderts.

2009, vor zehn Jahren, organisierte die von ihm noch zu Lebzeiten ins Leben gerufene Helmut Newton Stiftung eine ungewöhnliche, gewissermaßen adäquate Ausstellung zu dieser legendären Publikation: Die 464 Buchseiten hingen gerahmt nebeneinander an der Wand, in drei Reihen übereinander. Die Besucher*innen konnten – anders als beim sukzessiven Blättern durch das Buch – in der Ausstellung sprichwörtlich alles auf einmal sehen und wurden von den mehr als 400 Fotografien gleichsam eingerahmt. So war es möglich, die vielen ikonischen Bilder von Newton, insbesondere seiner Hauptgenres Mode, Porträt und Akt, individuell und über die unterschiedlichen Entstehungszeiten von den 1960er- bis in die 1990er-Jahre miteinander in Beziehung zu setzen.

Nun, weitere zehn Jahre später, wird SUMO erneut in der Helmut Newton Stiftung präsentiert, über- und nebeneinander, der Reihenfolge im Buch folgend: Wir begegnen in der Publikation und in der Berliner Ausstellung unter anderem Newtons berühmten Big Nudes, Sie kommen und anderen Aktaufnahmen, zahlreichen Modebildern für die unterschiedlichen Ausgaben der Vogue, für Zeitschriften wie Queen, Nova, Elle, Stern oder Vanity Fair sowie Porträts von bekannten Schauspieler*innen oder Künstlern, darunter Liz Taylor und Jodie Foster oder Salvador Dalí und Andy Warhol. So breitet sich Newtons Werk innerhalb dieser Ausstellung anders aus als üblich, und selbst eine solch große Bildauswahl ist nur ein winziger Ausschnitt aus seinem gigantischen OEuvre voller zeitloser Eleganz und subtiler Verführung.

Helmut Newton. SUMO – Ein Buch, dass Geschichte schrieb, feiert seinen zwanzigsten Geburtstag – und wird im Juni mit einer erweiterten und von June Newton überarbeiteten Neuausgabe und einer Ausstellung der Helmut Newton Stiftung Berlin auf entsprechend angemessene Weise gewürdigt.

© TASCHEN

Christian Funke