Andreas Franz - Teufelsleib

Andreas Franz – Teufelsleib

In Offenbach wurden innerhalb eines halben Jahres drei Prostituierte ermordet. Kommissar Peter Brandt glaubt von Anfang an, dass er es hier mit einem Serienkiller zu tun hat. Um Kollegen und Vorgesetzte hiervon zu überzeugen macht er sich auf die Suche nach Gemeinsamkeiten und stößt hierbei auf religiöse Symbole und geradezu fanatischen Sadismus. Nun gilt es den Mörder zu finden bevor weitere Frauen sterben müssen.

Ich habe dieses Buch auf eine Empfehlung hin gelesen. Wie immer habe ich blind angefangen zu lesen, kein Klappentext und auch sonst keine Information über die Geschichte.

Die Geschichte ist meiner Meinung nach gut aufgebaut. Immer mal wieder wird aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, trotzdem weiß man lange nicht wer der Mörder ist und ob es sich jetzt tatsächlich um einen Serienkiller handelt oder nicht. Zwischendurch gibt es auch immer mal wieder kleinen Firlefanz aus dem Privatleben des Kommissars, was an sich nicht nötig ist, aber auch nicht stört.

Was mich wohl ein wenig störte ist die Art und Weise wie das Buch geschrieben ist. Das finde ich schwer zu beschreiben, es klingt manchmal einfach ein bisschen zu gezwungen salopp. Mich ließ das irgendwie an schlechte Schauspieler einer Seifenoper denken. Das war für mich beim lesen etwas störend, denn es spielte sich dann in meinem Kopfkino auch tatsächlich als etwas schlecht geschauspielert ab, ich konnte nichts dagegen tun. Das war eigentlich sehr schade, denn die Geschichte war erst mal wirklich spannend und mitreißend. Das brachte mich dann wirklich in einen Zwiespalt. Denn das Lesegefühl war halt einfach echt nicht so gut, was zur Folge hatte, dass ich das Buch anfangs immer schnell wieder weg legen musste. Auf der anderen Seite wollte ich wirklich gerne wissen wie es weiter geht und hab das Buch deshalb auch immer relativ schnell wieder zur Hand genommen. Aber dieses „stundenlang-in-der-Welt-des-Buches-versinken“ wollte sich einfach nicht einstellen.

Die Ermittler finden nach und nach immer mehr Indizien, haben neue Ideen die sie auf neue Fährten führen und arbeiten Tag und Nacht um den Fall zu lösen. Der ganze Prozess und die Gedankengänge werde in dem Buch beschrieben und während man mit den Ermittlern fiebert, lernt man auch den Täter nach und nach kennen und erfährt was er noch so plant. Das ist etwa 2/3 des Buches ein etwas langsamer, aber keineswegs langweiliger Prozess. Und dann geht alles plötzlich Schlag auf Schlag. Das Ende kommt so plötzlich, dass ich mich wirklich fragte ob ich vielleicht 30 Seiten überschlagen habe, oder so. Für mich was das etwas zu schnell. Und auch wie das ganze dann ausgegangen ist fand ich persönlich etwas unbefriedigend und auch unrealistisch.

Vor dem Fazit noch zum Klappentext, der ist absolut lesbar. Er verrät gerade so viel, dass man neugierig werden kann aber nimmt nichts Vorweg, was die Spannung mindern würde.

Fazit: Eine an sich gute, spannende Geschichte die leider etwas unter dem Ende und dem Schreibstil leidet.

 

Andreas Franz – Teufelsleib
Kriminalroman
Knaur