Andrew Kaplan: Homeland - Carries Jagd (Heyne)

Andrew Kaplan: Homeland – Carries Jagd (Heyne)

Genauso spannend und unvorhersehbar wie die preisgekrönte Fernsehserie, erzählt der eigenständige Roman die packende Vorgeschichte seiner einzigartigen Heldin Carrie Mathison. Andrew Kaplans Thriller bietet dem Leser faszinierende Einblicke in die Psyche und die Gedankenwelt einer brillanten Agentin, die trotz ihrer bipolaren Störung geradezu besessen versucht, die Homeland Carries Jagd von Andrew Kaplanterroristischen Drahtzieher hinter einem geplanten Anschlag auf New York zu stoppen.

Beirut 2006: Während eines geplanten Geheimtreffens mit einer neuen Kontaktperson namens Nightingale wird CIA-Führungsoffizierin Carrie Mathison um ein Haar Opfer eines tödlichen Hinterhalts. Da sie eine Sicherheitslücke in den eigenen Reihen vermutet, legt sie sich mit dem zuständigen Station Chief an und wird daraufhin zurück nach Washington beordert. Als Expertin in der Früherkennung von Verhaltensmustern – eine Fähigkeit, die durch ihre geheimgehaltene bipolare Störung noch verstärkt wird – glaubt Carrie zunehmend daran, dass ein größerer terroristischer Anschlag auf Amerika bevorsteht. Unter Umgehung mehrerer Dienstvorschriften riskiert Carrie ihre Karriere und ihr Leben, um Beweise einer geheimen Verbindung zwischen Nightingale und Abu Nazir, dem Führer von al-Qaida im Irak, ans Tageslicht zu bringen.

Andrew Kaplan ist der Autor mehrerer Thriller-Serien. Seine Bücher wurden in zwanzig Länder übersetzt.

Meinung zum Buch:

Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Erzielt eine Serie oder ein Kinofilm einen durchschlagenden Erfolg, stehen bald die ersten Romane zum Film/Serie in den Regalen des Buchhändlers meines Vertrauens. In der Regel sind diese literarischen Ableger ziemlich unbefriedigende Produkte, da sie Schnellschüsse mit einer geringen qualitativen Lebensdauer sind. Doch hier wurde ich hellhörig, denn so intelligent und clever konzipiert Homeland als TV-Serie aufgebaut ist, so sehr schätze ich auch Autor Andrew Kaplan, der hierzulande zwar noch relativ unbekannt, ein feines Gespür für spannende und gut recherchierte Polit-Thriller bewies. Also hieß es, die Vorurteile über Bord werfen und Homeland – Carries Jagd (Heyne, 400 Seiten, € 16,99) lesen. Der Roman, man bemerkt es am Titel, widmet sich der Hauptfigur Carrie Mathison (in der Serie durch die grandios spielende Claire Daines verkörpert).

Wir schreiben das Jahr 2006 und CIA-Führungsoffizierin Carrie Mathison gerät in Beirut bei einem Geheimtreffen mit einem neuen Informanten in einen Hinterhalt. Diesem entkommt sie nur knapp, vermutet aber ein Sicherheitsleck in den eigenen Reihen. Zurück in Langley versucht sie mit der ihr eigenen, dem Zuschauer der Serie bekannten Dickkopf, Licht ins Dunkel zu bringen und stößt bei ihren Recherchen auf ein viel größeres Problem. Denn die Informationen, die man ihr in Beirut zuspielte, scheinen sich als wahr zu erweisen: ein Anschlag auf ein wichtiges strategisches Ziel in den USA scheint kurz bevorzustehen. Doch anscheinend schenkt keiner ihrer Vorgesetzten ihr Glauben, sondern man versetzt sie in die Spezialabteilung „Analyse“. Doch so schnell bremst man Carrie Mathison, die immer offensichtlicher mit ihrer bipolaren Störung zu kämpfen hat, nicht aus.

Homeland – Carries Jagd, von Heyne als großformatiges Taschenbuch mit Klappumschlag und angehängtem Glossar zur politischen Situation im Libanon veröffentlicht, ist richtig gut. Man merkt deutlich, dass sich Autor Andrew Kaplan intensiv mit der Serie auseinandergesetzt hat, denn ihm gelingt es, seine Figuren aus literarischer Sicht genau so anzulegen, wie man sie aus der TV-Serie kennt. Dabei trifft er sowohl die charakterlichen Merkmale als auch die Art der Kommunikation, was den Kenner der Serie natürlich erfreut. Inhaltlich befinden wir uns in einem Prequel, es wird also die Zeit VOR der Serienhandlung thematisiert. Kaplan erweist sich dabei als sprachlich talentiert, dank seines fundierten politischen Wissens gelingt ihm zudem ein authentischer Thriller mit realitätsnahen Bezügen, der durchweg spannend aufgebaut ist. Somit erweist sich der Roman, auch wenn es natürlich mit dem Vorwissen, das es ein DANACH der Romanhandlung gibt, und dadurch so manche brenzlige Situation ein wenig den Thrill verliert, als ein Pflichtkauf für Serien-Fans und Polit-Thriller-Freunde. Homeland – Carries Jagd ist weit mehr, als ein Serien-Begleitprodukt, denn dank eigenständiger Handlung, solidem Stil und einem hohen Spannungslevel kann es sehr wohl auch alleine bestehen, als Ergänzung zur Serie ist es aber ganz klar zu empfehlen.

Christian Funke-Smolka