Bo Sanders - Die Maya Prophezeiung (Piper)

Bo Sanders – Die Maya Prophezeiung (Piper)

 

Wenn man den Verschwörungs- und Weltuntergangsfanatikern Glauben schenken darf, sehen die Chancen für die Menschheit eher schlecht aus. Glaubt man der sogenannten Maya-Prophezeiung, ist für den 21. Dezember 2012 der Weltuntergang vorhergesagt.
Da viele von dieser Theorie fasziniert (oder auch amüsiert) sind, ist nicht verwunderlich, dass man derzeit in Film und Literatur öfters über diese Thematik stolpert.
Das vorliegende Buch Die Maya Prophezeiung (aus dem Hause Piper) jedoch sticht meiner Meinung nach aus der Menge positiv hervor, da die Autorin Bo Sanders als studierte Ethnologin wesentlich detaillierter und gegenüber der oberflächlichen Vermarktung dieser Thematik distanzierter an die Geschichte herangeht.

Die Geschichte spielt also logischerweise im Dezember 2012, und zwar in der deutschen Hauptstadt Berlin. Dort findet man in einem unterirdischen Bunker die Leiche einer erfolgreichen Unternehmerin. Viel mysteriöser jedoch ist die Prophezeiung, die man an der Leiche findet, welche besagt, dass es weitere Tote geben wird.
Der Ermittler Max Lukas zieht die Ethnologin Klara Klemper hinzu, die jedoch ein persönliches Interesse an diesem Fall hat. Sie findet heraus, dass die Spur nach London führt, wo man jedoch auf einen weiteren Toten, und eine entsprechende Botschaft trifft. Die Zeit drängt, denn der nächste Mord scheint schon geplant zu sein.

Die Autorin Bo Sanders wurde in Hamburg geboren, wuchs aber in Sydney auf. Ihr Studium in Ethnologie und Kunstgeschichte machte sie in Amsterdam, und arbeitet als Kustodin in einem Museum. Heute lebt sie in Berlin, und legt mit dem vorliegenden Roman Die Maya Prophezeiung ihr Debüt als Autorin vor.

Die Geschichte ist spannend und sehr temporeich erzählt. Ähnlich den Protagonisten rast man als Leser über die Seiten des Buches, ist die Jagd nach dem Mörder doch sehr rasant und auf Grund der lockeren Erzählweise leicht lesbar.
Ein Manko ist, dass man manchmal das Gefühl bekommt, de Zufall habe zu häufig seine Finger im Spiel gehabt, so dass einige Entwicklungen ein wenig an den Haaren herbeigezogen wirken. Aber dies wird wiederum durch ein hohes und relativ konstant gehaltenes Spannungsniveau wettgemacht. Man merkt deutlich, dass die Autorin vom Fach ist, und genau weiß, worüber sie schreibt. Hier befindet sich die Geschichte dann auch deutlich über dem Niveau so manch anderer Weltuntergangs-Romane, und spiegelt die teils kritische Betrachtungsweise der Autorin deutlich wieder.

Der Autorin gelingt es, trotz der mystischen Grundgeschichte diese sehr realitätsnah und authentisch zu erzählen. Man könnte ihr vorwerfen, auf den aktuellen Weltuntergangstrend angesprungen zu sein, da sie aber viele neue Ideen und Wendungen in die Geschichte bringt, und ihre Charaktere lebensnah wirken, ist das Buch überaus unterhaltsam, spannend und kurzweilig. Da es ein, wie schon erwähnt, recht flottes Erzähltempo vorlegt, umgangssprachlich geschrieben wurde, und in kurze Abschnitte aufgeteilt ist (bei 384 Seiten haben wir 125 Kapitel), ist Die Maya Prophezeiung ein echter Pageturner. Einmal angefangen, kann man kaum aufhören.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

Christian Funke-Smolka