Chris Carter - Der Knochenbrecher (Ullstein)

Chris Carter – Der Knochenbrecher (Ullstein)

Detective Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia sind wieder zurück, um im Auftrag des Los Angeles Police Department Serientäter zu jagen.
In ihrem dritten Fall Der Knochenbrecher treffen sie auf eine nicht identifizierte Frauenleiche, welche in die Rechtsmedizin des L.A. County gebracht wurde. Die Todesursache ist unklar, der Körper anscheinend unverletzt, aber man stellt fest, dass etwas Metallisches in die Vagina der Leiche platziert und eingenäht wurde. Die geschockten Pathologen versuchend en Gegenstand zu bergen, und erleben dabei eine böse Überraschung.
Die Ermittlungen der Mordkommission führen in die Künstlerszene Hollywoods. Anscheinend hatten die Opfer alle eine Gemeinsamkeit: sie waren jung, sahen sich sehr ähnlich, und waren im künstlerischen Bereich tätig.
Hier treffen die Detectives auf die private Ermittlerin Whitney Meyers, welche Hunter und Garcia darauf aufmerksam macht, dass der eingangs geschilderte Fall nicht der erste zu sein scheint, sondern schon viel mehr Frauen vermisst würden, und sich augenscheinlich in der Gefangenschaft eines psychopathischen Killers befinden.
Die Jagd auf den Serienkiller ist eröffnet, doch die Zeit drängt, denn weitere Frauen, die anscheinend ins Beuteschema des Täters passen, verschwinden!

Der Knochenbrecher ist ein typischer Chris Carter. Rasant, beinahe atemlos wird man als Leser von einer spannenden Situation zu der nächsten grausamen, und teils drastisch

Chris Carter

beschriebenen, geführt. Dabei arbeitet der Autor erneut mit kurzen, gut lesbaren Abschnitten, die in der Regel mit einem Cliffhanger enden, so dass man beinahe gezwungen ist, weiterzulesen. die Spannung ist vom ersten brisanten Moment auf einem ziemlich hohen Level, und wird konstant oben gehalten.

Man merkt, dass Cartermittlerweile seinen Stil gefunden hat, denn einige Beschreibungen und Formulierungen wirken runder und stimmiger als dies noch in seinen beiden Vorgängern der Fall war. Das der 1965 geborene Autor forensische Psychologie studierte, und jahrelang als Berater der Staatsanwaltschaft tätig war, macht sich in seinen Geschichten an vielen Stellen bemerkbar, denn er verfügt über gute Kenntnisse in diesem Bereich, und vermag sie geschickt in die Handlung einzubinden.

Auch Der Knochenbrecher (Ullstein, 416 Seiten) ist wieder ein spannender, überaus fesselnder Thriller, der jedem Freund der härteren Literatur empfohlen werden kann. Man kann ihn gut ohne die Vorkenntnisse von Der Kruzifix-Killer und Der Vollstrecker lesen, aber das Lesevergnügen wird deutlich erhöht, wenn man die beiden Vorgänger kennt.
Bleibt nur zu hoffen, dass noch weitere Romane des sympathischen Ermittler-Duos folgen werden.

Christian Funke-Smolka