Chris Carter - Der Vollstrecker (Ullstein)

Chris Carter – Der Vollstrecker (Ullstein)

Chris Carter legt mit seinem neuen Roman Der Vollstrecker (Ullstein Taschenbuch, 496 Seiten) den zweiten Fall des Ermittlerduos Detective Robert Hunter und seinem Kollegen Carlos Garcia vor. Sie treffen hier auf einen sadistischen Mörder, der anscheinend wahllos Personen für seine Taten aussucht, und diese auf extrem grausame, und immer unterschiedliche Art tötet. Einziger Modus Operandi ist der Umstand, dass die Taten allesamt unglaublich brutal sind, und in dieser Form so noch nie in der Öffentlichkeit praktiziert wurden.
Erscheint der erste Mord noch wie ein Ritualmord, ein enthaupteter Priester, dem man einen Hundekopf aufgesetzt, und ihn in seinem eigenen Blut positioniert hat, deuten die weiteren Tatorte immer mehr auf einen sehr extremen Serientäter hin, der die tiefsten Urängste seiner Opfer für seine Morde nutzt.
Die Ermittlungen gestalten sich für das Duo auf Grund mangelhafter Anhalts- und Informationspunkte als sehr schwierig, zusätzlichen Druck üben dazu noch ihr neuer Vorgesetzter Captain Blake und der Bürgermeister aus, die eine rasche Aufklärung fordern. Auch die Hilfe, welche sie durch ein hinzugezogenes Medium erhalten, scheint die Jagd nur punktuell nach vorne zu bringen. Die Situation spitzt sich für alle Beteiligten immer weiter zu.

Wer sich auf die Lektüre eines Romans von Chris Cartereinlässt, der sollte nicht zimperlich sein. Sehr explizit und anschaulich beschreibt er die Taten seines Täters, spielt aber dabei auch noch geschickt mit den Ängsten seiner Leser und baut diese als Element in seine Geschichte ein. Zusätzlich kommt zu dem Serientätermotiv noch ein Schuss Mystery durch die seherisch begabte Mollie, welche die Leiden der Opfer durch die Augen des Täters sehen kann. Nun gut, hier wurde aus meiner Sicht ein wenig zu dick aufgetragen, denn dieses übersinnliche Moment wäre in der ansonsten sehr rational gehaltenen Geschichte überhaupt nicht nötig gewesen.

Chris Carter

Sprachlich verlässt sich Chris Carter auf seinen anschaulichen, plastisch und bildhaft erklärenden Schreibstil. Seine Sätze kommen kurz und prägnant ohne große Umwege auf den Punkt, die Kapitel sind sehr kurz gehalten, und enden oftmals mit einem Cliffhänger. So ist man als Leser permanent bei der Sache, und verfolgt atemlos die kurzweilige, sehr spannende Geschichte.
Der Vollstrecker liefert genau das, was man als Leser in diesem Genre erwartet: atemlose Spannung, eine rasante, temporeich erzählte Story und drastische Todesfälle.
An Chris Carter kommt man nicht vorbei, will man sich ernsthaft mit dem Genre des härteren Thrillers auseinandersetzen. Von mir gibt es deshalb für Der Vollstrecker eine klare Empfehlung!!!

Christian Funke-Smolka