Chris Howard - Der eiserne Wald (Knaur)

Chris Howard – Der eiserne Wald (Knaur)

Der-eiserne-WaldIn einer Zukunft, in der fast alle Pflanzen und Tiere ausgestorben sind, arbeitet der junge Banyan als Tree Builder und fängt die Schönheit der längst ausgestorbenen Bäume in kunstvollen Eisennachbildungen ein. Bei einem seiner Aufträge begegnet er einer Frau, auf deren Haut der Weg zu den letzten Bäumen auf Erden verzeichnet ist. Er erliegt der Vorstellung von diesem Paradies und macht sich gemeinsam mit der Fremden auf den Weg dorthin. Doch die zwei sind nicht die Einzigen, die die Bäume suchen, und so führt sie ihre Reise immer wieder an den Rand des Todes.

Chris Howard hat in den USA bereits mehrere Fantasy- und Science-Fiction-Romane veröffentlicht. Er hat außerdem einen Abschluss in Umweltmanagement und Waldökologie und organisiert Sporttouren für Jugendliche durch die unberührte Wildnis der USA, von Kanada, Mexiko und Hawaii.

Meinung zum Buch:

Banyan ist ein Tree Builder, das heißt, er baut kunstvoll gestaltete Bäume aus Schrott, den er in der Umgebung sammelt oder beim Schrothändler erwirbt. Das mag sich sehr künstlerisch anhören, ist es auch, jedoch ist der Umstand, warum in Der eiserne Wald der Bedarf für solche Bäume existiert, um einiges tragischer. Autor Chris Howard siedelt seine Story um den jungen Mann, der in die beruflichen Fußstapfen seines verschollenen Vaters tritt, in einer nahen Zukunft an, wo es seit Generationen keine Bäume mehr gibt und dadurch die Erde verödet ist. Ein neuer Auftrag eines geheimnisvollen, reichen und sehr unsympathischen Mannes jedoch katapultiert den jungen Banyan in ein überaus gefährliches Abenteuer.

Der eiserne Wald von Chris Howardorientiert sich inhaltlich an den Klassikern des dystopischen Genres. Deutlich merkt man dem Autor das Wissen über „Mad Max“, „The Road“ aber auch Science Fiction – Elementen von „Star Wars“ und den großen Büchern der Fantasy an, die er geschickt, aber für den Genrekenner trotzdem durchschaubar kombiniert. Seine kreativen Ideen entfalten sich relativ früh im Buch, kommen aber erst später auch inhaltlich in Fahrt, so dass man nach einem etwas fahrigen Beginn als Leser ein wenig Ausdauer braucht, um sich vom Tempo der Geschichte gefangen nehmen zu lassen. Der lockere, humorvolle Schreibstil hingegen ermöglicht eine gute und überaus flüssige Lesbarkeit.

Chris Howard

Chris Howard

Der eiserne Wald (Knaur, 368 Seiten, € 9,99) ist der Beginn einer Reihe um den jungen Banyan, der in einer nahen Zukunft lebt, deren Alltag aus dem Gleichgewicht geraten und die Umgebung durch Umweltkatastrophen komplett zerstört wurde. Als Baumeister künstlicher Bäume ist er ein Mahner, der dem Leser zeigt, was konstanter Raubbau an der Natur auf lange Sicht für Folgen haben kann. Der in Amerika lebende britische Autor Chris Howard richtet seine Botschaft, die deutlich seine privaten Interessen wiedergibt, an ein jugendliches Publikum, denn sein Roman Der eiserne Wald scheint passgenau auf diese Zielgruppe zugeschnitten. Diese werden dann auch definitiv temporeich und spannend unterhalten.

Christian Funke-Smolka