Cullen Bunn/Dalibor Talajic´: Deadpool killt das Marvel - Universum (Marvel/Panini Comics)

Cullen Bunn/Dalibor Talajic´: Deadpool killt das Marvel – Universum (Marvel/Panini Comics)

Das Marvel-Multiversum! Unendliche Weiten voller Helden und Schurken! Was passiert allerdings, wenn Deadpool sich entschließt, es mit ihnen allen aufzunehmen? Wenn der Söldner mit der großen Klappe loszieht, um die Fantastischen Vier, Spider-Man, Wolverine, die X-Men und den ganzen Rest plattzumachen? Dann wirds ein blutiges Splatter-Schlachtfest…

Die komplette Splatter-Miniserie in einem Band!

Meinung zum Comic:

51DWn0N1a7LWenn man dem Autor Cullen Bunn und dem Zeichner Dalibor Talajic´ freie Hand lässt, muss man sich nicht wundern, wenn so was dabei heraus kommt. Deadpool killt das Marvel – Universum (Marvel/Panini Comics, 100 Seiten, €12,95) ist der auf Papier gebannte Irrsinn, in welchem sich der wahnsinnige und großmäulige Söldner Deadpool durch das Marvel-Superhelden-Universum schlitzt und meuchelt.

Vorgemacht hat es 1995 der damalige Neuling Garth Ennis (Preacher, Punisher), der sich in seinem Marvel-Debüt direkt in einem Alternativwelt-Reißer austoben durfte. Lange Zeit lag dieses Konzept dann brach, bis es Jonathan Maberry wieder hervorkramte und erst den Punisher und dann Wolverine auf einen tödlichen Feldzug schickte, die anderen Helden radikal zu dezimieren. Hier nun wird Wade Wilson, besser bekannt als tödlicher Deadpool auf die blutige Reise geschickt, den Helden zu zeigen, wo der Hammer hängt.

Die Story um Deadpools Psychiatrieaufenthalt und der unorthodoxen „Behandlung“ durch Psycho-Man ist hier nur sekundäres Mittel zum Zweck und liefert einen durchschaubaren Versuch, das Massaker durch ein Korsett einer Rahmenhandlung zu stützen. Letztendlich jedoch geht es bei der im Oktober 2012 in den Staaten erschienenen vierteiligen Mini-Serie nur darum, mal wieder kräftig auf den Putz zu hauen. Zeichnerisch auf solidem Niveau, werden hier, der Titel gibt es ja vor, in blutigen aber teils wenig dynamisch inszenierten Panels die wohl bekanntesten Figuren des Marvel-Universums reihenweise auf unterschiedlichste Weise niedergemetzelt. Die Cover der US-Originale warnen entsprechen eindringlich mit einem amüsanten Aufdruck davor, dass diese Geschichten NICHT in Kinderhände gehören. Was mich jedoch an der Geschichte begeistert hat, war das überaus gelungene Ende, welches die Story auf eine herrliche Meta-Ebene katapultierte.

Zusätzlich befindet sich noch im vorliegenden Sammelband der von Stuart Moore geschriebene und von Joe Quinones gezeichnete One-Shot Der Golden-Age-Deadpool, der jedoch nur bemüht komisch und textlich nicht immer gelungen ist (ich bin einfach zu alt für Textzeilen wie „Peace Homies“).deadpool-kills-marvel001-730x365

Deadpool killt das Marvel – Universum ist eine zur reinen Unterhaltung konzipierte, etwas plakative Geschichte, die sich nicht mit Nebensächlichkeiten aufhält. Hier wird geboten, was der Gorehound möchte: eine zwar simple, aber brutale Story! Wer sich darauf einlässt und keine intellektuell fordernde, tiefschürfend-komplexe Handlung mit eingehender Figurenzeichnung erwartet, wird bestens unterhalten.

Christian Funke-Smolka