Dan Brown - Inferno (Lübbe)

Dan Brown – Inferno (Lübbe)

Mein Geschenk ist die Zukunft.

Mein Geschenk ist die Erlösung.

Mein Geschenk ist … Inferno.

263392966_3517b55f7cRobert Langdon ist zurück – und der Held aus Dan Browns Weltbestsellern ILLUMINATI, SAKRILEG und DAS VERLORENE SYMBOL hat sein wohl größtes Abenteuer zu bestehen.
Dante Alighieris »Inferno«, Teil seiner »Göttlichen Komödie«, gehört zu den geheimnisvollsten Schriften der Weltliteratur. Ein Text, der vielen Lesern noch heute Rätsel aufgibt. Um dieses Mysterium weiß auch Robert Langdon, der Symbolforscher aus Harvard. Doch niemals hätte er geahnt, was in diesem siebenhundert Jahre alten Text schlummert. Gemeinsam mit der Ärztin Sienna Brooks macht sich Robert Langdon daran, das geheimnisvolle »Inferno« zu entschlüsseln. Aber schon bald muss er feststellen, dass die junge Frau ebenso viele Rätsel birgt wie Dantes Meisterwerk. Und erst auf seiner Jagd durch halb Europa, verfolgt von finsteren Mächten und skrupellosen Gegnern, wird ihm klar: Dantes Werk ist keine Fiktion. Es ist eine Prophezeiung. Eine Prophezeiung, die uns alle betrifft. Die alles verändern kann. Die Leben bringt. Oder den Tod.

Dan Brown, Sohn eines Mathematikprofessors und einer Musikerin, arbeitete als Englischlehrer, bevor er mit dem Roman „Illuminati“ weltweit für Aufsehen sorgte. Mit seinen Romanen, die durch ihre Mischung aus Action, Wissenschaft und Geschichte bestechen, beherrscht er seither die internationalen Bestsellerlisten. Im Jahr 2004 wurden seine beiden Titel „Sakrileg“ und „Illuminati“ die Jahresbestseller in der Kategorie Hardcover und Taschenbuch! Mit seinem in 35 Ländern erschienenen und mit Tom Hanks in der Hauptrolle verfilmten Buch „Sakrileg“ wurde er zu einem der erfolgreichsten Schriftsteller der letzten Jahrzehnte. Dan Brown ist verheiratet und lebt mit seiner Frau, einer Kunsthistorikerin, in Neuengland.

Meinung zum Buch:

Der 1964 geborene Dan Brown gilt als Inbegriff der spannenden, temporeichen, historisch fundierten und mit Verschwörungen jeder Art angereicherten literarischen Schnitzeljagd. Mit seinen Romanen, gerade die mittlerweile mehrere Bände umfassenden Geschichten um den Symbologie – Professor Robert Langdon, eroberte er innerhalb kürzester Zeit sämtliche Bestsellerlisten. Hier vorliegend haben wir nun nach vier Jahren Wartezeit seinen neusten Roman mit der erfolgreichen Roman-Figur Robert Langdon.

Inferno, die rasante und spannende vierte Geschichte um den Professor für Symbologie, zeigt eindeutig die zahlreichen Stärken aber auch die auftauchenden Schwächen Dan Browns. Geschickt spinnt der Autor ein feines Netz aus Intrigen, Verrat und Verschwörungen, kombiniert dieses Geflecht mit einer Vielzahl an real existierenden Sehenswürdigkeiten und reichert sein Konstrukt mit einer Menge an hervorragend recherchiertem Hintergrundwissen an. Dieses Kombinat wird temporeich und sprachlich ansprechend präsentiert, so dass an keiner Stelle das Gefühl der reinen inhalt- oder anspruchslosen Popcorn-Unterhaltung auftaucht. Trotzdem beschleicht einen als Leser, der sich das Gesamtwerk des Autors mit viel Spaß an der Lektüre gegönnt hat, an manchen Stellen das Gefühl, eine am Reißbrett entstandene Story, die auf eine filmische Adaption ausgerichtet scheint, zu verfolgen. Auch wenn dieses Manko in dem Vorgängerroman deutlicher auffiel, erkennt man ein Schema, welches Brownwie den Leitfaden eines Verschwörungs-Thrillers durch seine Romane ziehen lässt. Nach einer furiosen Einleitung folgen actionreiche Passagen in dichter Folge, diese werden unterbrochen von geschickt platzierten inhaltlichen Aufhängern, um den Leser von einer Seite zur nächsten zu treiben. Das funktioniert dabei auch wunderbar, denn auch Inferno ist ein echter Pageturner, den man, hat der Autor einen erst mal in seinen literarischen Fängen, in einem rasenden Tempo verschlingt. Dazu kommt dann das Brown’sche Plus, die realen Hintergründe seiner fiktiven Geschichten. Historische Fakten, existierende Bauten, Kunstwerke oder Personen des öffentlichen Lebens lassen so manche vom Autor ausgeklügelte Verschwörungstheorie erschreckend real und plausibel erscheinen. Man ertappt sich dann an vielen Stellen des Buches dabei, wie man schnell während der Lektüre einige der im Buch aufgestellten Thesen auf Plausibilität überprüfend googelt. DAS macht aus meiner Sicht auch den großen Reiz dieser Romane aus, die mich dann auch gerne über so manche Schwäche hinwegschauen lassen, denn eines ist einem als Leser gewiss: man bekommt, was man erwartet!

Dan Brown

Dan Brown

Die gebundene Ausgabe von Dan Browns Inferno erscheint als echter Hingucker bei Lübbe (685 Seiten, € 26.-). Ein geschmackvolles Cover, welches den Lübbe-üblichen Schriftzug der Dan Brown – Romane verwendet, zeigt als Motiv die Kathedrale von Florenz. Wie es sich für einen Dan Brown – Bestseller gehört, erschien der Roman in Deutschland in seiner Erstauflage in erstaunlicher Höhe von 700.000 Exemplaren, wovon sich 150.000 direkt in den ersten zwei Tagen verkauften und der Roman somit direkt in der ersten Woche den Spitzenplatz der Spiegel-Bestsellerliste besetzte. Einen ähnlichen Erfolg konnte man weltweit beobachten, so dass es nicht lange dauerte und man die Meldung lesen konnte, dass die Filmrechte verkauft wurden, und man plane, bis Dezember 2015 Inferno mit dem schon bekannten Team Ron Howard als Regisseur und Tom Hanks als Robert Langdon in die Kinos zu bringen (wobei die Verfilmung des Vorgängers „Das verlorene Symbol“ somit weiterhin in der Warteschleife bleibt).

Es ist erstaunlich, welchen Sog auch die vierte Variation einer Geschichte auf mich ausüben kann. Eine erschreckend reale Grundthese mit aktuellem Bezug, angereichert mit einer Menge an historischen Querverweisen und real existierenden Bauwerken so wie Figuren und ich bin erneut gefangen in einem geschickt inszenierten Verwirrspiel aus Lug und Trug. Auch wenn es neutral betrachtet eher unwahrscheinlich ist, dass ein Professor für Symbologie ein Leben führt, dass einem Agenten würdig ist, lasse ich mich, wenn die Geschichte so interessant und temporeich erzählt wird wie hier, jederzeit gerne wieder an fremde Plätze entführen und von dubiosen Organisationen und wahnwitzigen Wissenschaftlern jagen. Denn es handelt sich hier nicht um eine historisch belegte Facharbeit, sondern primär um einen Unterhaltungs- und Spannungsroman. Das genau ist auch Dan Browns Stärke, denn Spannung, Tempo und Nervenkitzel auf recht hohem Niveau wird hier auf nahezu jeder Seite erzeugt. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger!

Verlagsseite

Christian Funke-Smolka