David Mark - Sterbensangst  (Ullstein)

David Mark – Sterbensangst (Ullstein)

 

Derzeit hat man es als Freund des guten Thrillers nicht leicht…. Nicht nur, dass eine große Menge an sehr guten Veröffentlichungen für den Leser die Qual der Wahl bedeuten, sondern auch die Anzahl der hervorragenden Debütromane ist erstaunlich hoch. Hier zum Beispiel haben wir den Briten David Mark, der sein Romandebüt Sterbensangst (Ullstein) vorlegt.

Die Geschichte spielt kurz vor Weihnachten in der nordenglischen Küstenstadt Hull in der Nähe Yorkshires, wo ein mysteriöser Mörder, der seit Wochen grausam wütet, Angst und Schrecken verbreitet. Ein Fall für Detective Sergeant Aector McAvoy, der jedoch erst mal vor einem Rätsel steht. Es ist kein eindeutiges Muster erkennbar, so dass er nicht weiß, wann der Mörder wieder zuschlägt, und welches sein mögliches nächstes Opfer sein könnte.
Ohne jetzt zu viel von er wirklich interessanten Geschichte verraten zu wollen, kann ich nur so viel sagen, dass Aector McAvoy plötzlich ein irres, sehr faszinierendes Muster erkennt, und die, zwar verrückte, aber für den Mörder eindeutige Mission langsam beginnt zu verstehen. Der Täter möchte eine höhere Gerechtigkeit, und die setzt er notfalls auch mit für die Opfer sehr harten Methoden um. Doch durch seine Ermittlungen gerät McAvoy in den Blick des Mörders, und damit in große Gefahr!

Oh man, die Geschichte hat es in sich. Ziemlich abgefahrene Wendungen, die man so als Leser kaum erwartet hätte, großartig geschrieben und mit interessanten Charakteren besetzt. Allen voran fällt einem natürlich der faszinierende Hüne McAvoy auf, ein Schotte, der sich durch sein Einfühlungsvermögen und seine sanfte, beinahe schüchterne Art hervortut, der aber genauso schnell einen sehr dunklen, aggressiven Charakterzug an den Tag legen kann, wenn er Ungerechtigkeit sieht.

David Mark

Der britische Autor David Mark, Jahrgang 1977, lebt zusammen mit seiner Lebensgefährtin, zwei Kindern und zwei Hunden in einem abgelegenen Bauernhaus. Über zehn Jahre war er als Gerichtsreporter für verschiedene Zeitungen tätig, ehe er sich hauptberuflich seinen Romanen widmete. In seinem hier vorliegenden Buch Sterbensangst (Ullstein, 352 Seiten) zeigt er sich als großartiger Erzähler, der in einer faszinierenden Prosa seine fesselnde und überaus spannende Geschichte bildhaft und anschaulich erzählt.
Die Story um Detective Sergeant Aector McAvoy ist dabei der Auftakt zu einer Serie um den Ermittler.
Sterbensangst (Originaltitel: The Dark Winter) von David Mark ist ein kraftvoller Roman und ein hervorragender Einstieg für eine sich bestimmt sehr interessant entwickelnde Reihe. Von der ersten Seite an wird der Leser gepackt und in die Geschichte gezogen. Lebensechte Charaktere, emotionale Momente, fesselnde Spannung, realistische Beschreibungen der Landschaft Nordenglands und deren Bevölkerung und eine wendungsreiche Geschichte lassen einen das Buch in kürzester Zeit beinahe verschlingen. Absolute Leseempfehlung!!!

Christian Funke-Smolka