Der Tod von Captain America, Band 1:  Brubaker/Epting/Perkins (MARVEL/ Panini Comics)

Der Tod von Captain America, Band 1: Brubaker/Epting/Perkins (MARVEL/ Panini Comics)

Der Inbegriff des amerikanischen Helden ist gefallen. Während sich die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreitet und die Folgen langsam Kreise ziehen, trifft der Wintersoldat eine einsame Entscheidung. Doch was führen der Red Skull und seine Schergen im Schilde?

Ed Brubakers Meisterwerk, das in „CIVIL WAR“ seinen Anfang nahm, weltweit Schlagzeilen machte und das Marvel-Universum in Schockstarre versetzte!

Pflichtlektüre für alle Marvel-Fans!

“THE RETURN OF THE FIRST AVENGERS” ab 27. März im Kino!

Meinung zum Buch:

Der Trend, populäre Superhelden sterben zu lassen, ist weiterhin ungebrochen. Hier trifft es Steve „Cap“ Rogers, besser bekannt als Captain America. Basierend auf der Vorgeschichte der Zwangsregistrierung aller Maskierten, zeicCAPTAINAMERICADERTODVONCAPTAINAMERICA1SOFTCOVER_Softcover_330hnet Autor Ed Brubaker ein düsteres Szenario voller Korruption und Verschwörungen. Die Zwangsregistrierung, die nach einer tragisch missglückten Mission verabschiedet wurde, riss seinerzeit einen tiefen Graben durch das Heer der Superhelden. Auf der einen Seite standen diejenigen, die sich durch ihre Registrierung in den Dienst der Regierung stellten, die anderen, die einer Erfassung kritisch gegenüberstanden, wurden zwangsläufig zu Gesetzlosen degradiert. Auf Seiten der Regierung stand auf der ersten Position Tony „Iron Man“ Stark, die freien aber Gesetzlosen wurden von Steve „Captain America“ Rogers angeführt. Nach einer langen und harten Fehde ergibt sich „Cap“ jedoch, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Doch bei der anstehenden Gerichtsverhandlung kommt es während eines Tumults zu einem tragischen Zwischenfall, der alles verändert.

Ed Brubaker zeichnet in Der Tod von Captain America ein düsteres und kompromissloses Bild einer Gesellschaft am Rande des Abgrundes. Nicht umsonst heißen die einzelnen Hefte dieser Saga „Der Tod eines Traums“, denn anders oder besser hätte man es nicht beschreiben können. Superhelden, eigentlich Kämpfer für das Gute, stehen sich in zwei Lagern gegenüber. Dies bietet den wahren Bösen dieses Universums natürlich einen idealen Spielraum, ihre kriminellen Interessen durchzusetzen. Wir treffen auf Red Skull, der im Körper von General Lukin seine finsteren Pläne schmiedet und von einer Armee skrupelloser Kämpfer unterstützt wird. Zeichnerisch können Steve Epting und Mike Perkins diese komplex aufgebaute Story perfekt in Szene setzen. Detailreich und sehr lebendig gezeichnet zeigen sie ein außergewöhnliches Gespür für Bewegung und Dynamik in ihren Panels. So macht die Lektüre, auch wenn die eigentliche Story zu Beginn noch etwas verwirrend ist (da sie sich langsam aufbaut und den Leser erst Stück für Stück erkennen lässt, was die wahren Hintergründe sind), Spaß und weiß zu begeistern.

Band eins der Trilogie von Der Tod von Captain America, welcher die Hefte 1-6 enthält (erschienen im Original zwischen April 2007 und November 2007), erscheint bei MARVEL und Panini Comics (156 Seiten, €14,99) als Softcover. Neben einer Einleitung von Thomas Witzler befindet sich noch eine Kurzbiografie von Autor und Zeichnern, so wie eine Covergalerie in dem Sammelband.

Der Tod von Captain America zeigt, dass solch ein einschneidendes Erlebnis schon relativ zu Beginn einer Geschichte geschehen kann und die Titelfigur damit nur durch verbale Erwähnungen in die Geschichte einfließt und diese trotzdem sehr gut funktioniert. Denn wir haben es hier viel eher mit einer Story zu tun, die von Ed Brubaker im Stil eines Polit-Thrillers mit geheimnisvollen Verschwörungstheorien aufgebaut wurde. Dadurch bietet die Handlung eine Menge Thrill und Spannung, die durch einige Actionszenen an Tempo gewinnt. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung, da diese mehr Licht in das Dunkel bringt und meine offenen Fragen hoffentlich klären wird.

Christian Funke-Smolka