Dieb der Diebe (Panini Comics/ Skybound/Image)

Dieb der Diebe (Panini Comics/ Skybound/Image)

Autoren: Robert Kirkman und Nick Spencer
Zeichner: Shawn Martinbrough
Farben: Felix Serrano

In Wahrheit ist Conrad Paulson kein Firmenberater, sondern der brillante Dieb und Einbrecher Redmond. Er nimmt sich, was er möchte. Nur sein privates Glück kriegt er nicht zu fassen: Das Verhältnis zu seiner Ex-Frau wird immer schlechter, sein Sohn sitzt im Knast, und das FBI will Redmond endlich dingfest machen. Zeit für einen weiteren großen Coup!
Die neue Top-Serie von „The Walking Dead“-Schöpfer Robert Kirkman!
Mit Artwork von Shawn Martinbrough (THE LOSERS, MARVEL NOIR: LUKE CAGE).

Meinung zum Buch:

DIEBDERDIEBE1_605Wenn sich der kreative Kopf hinter der Erfolgsserie „The Walking Dead“ an eine neue Reihe macht, horchen die Freunde der neunten Kunst auf.
Robert Kirkman gilt zu Recht als einer der frischesten und kreativsten Autoren der aktuellen Comic-Szene, was sich neben der erwähnten Zombie-Reihe auch an seinen Geschichten für „Captain America“, Marvel Team-Up“ oder „Die ultimativen X-Men“ festmachen lässt. Seit 2010 betreut er als erstes Nichtgründungsmitglied, das Geschäftspartner bei Image wurde, das von ihm eingeführte Imprint Skybound und ist einer der wichtigsten Befürworter des Creator-owned-Gedankens, welches sich dafür einsetzt, dass Künstler die rechtliche und inhaltliche Kontrolle über ihre Werke behalten.
Aber ich schweife ab!
Hier haben wir seine neue Reihe namens Dieb der Diebe – „Ich steige aus“ (Panini Comics/Skybound/Image, 152 Seiten, 16,95€) im Sammelband vorliegen, welcher die Bände 1-7 (Februar bis August 2012) beinhaltet.
Geschrieben von Kirkman und Nick Spencer (Existence 2.0, Morning Glories), merkt man als Leser schnell, dass die Autoren nicht auf eine kurze und oberflächliche Geschichte aus sind, sondern durch den geschickten Einsatz von Rückblenden und dem Spiel mit den Genrekonventionen und den Erwartungen des Lesers, eine Story kreieren, die in dieser Tiefe nur sehr selten zu finden ist.
Grafisch unterstützt werden sie dabei von Shawn Martinbrough(The Losers, Marvel Maximum 50: Punisher), der die Geschichte mit einer eher spartanischen und extrem strukturierten visuellen

Robert Kirkman

Robert Kirkman

Umsetzung aufbaut. Klare Linien, dazu der grafisch nahezu identische Aufbau beinahe jeder Seite legen den Fokus ganz eindeutig auf die Geschichte.
Diese handelt von dem Meisterdieb Conrad Paulson, in Fachkreisen als „Redmond“ bekannt, der noch vor keinem Job halt gemacht hat. Die besten Sicherheitsvorkehrungen stellen für ihn höchstens eine Herausforderung, aber kein Hindernis dar. Dabei ist Paulson zwar das FBI dicht auf den Fersen, ohne ihn jedoch einzuholen. Doch plötzlich muss er eine Entscheidung treffen, die sein Leben, privat und beruflich, komplett verändern wird.

Ich gebe es gerne zu, ich war beim Start von Dieb der Diebe echt verwirrt. Zwischen den Zeiten springend, teils unterteilt in einzelne Kapitelabschnitte mit lakonischen Überschriften, kann man leicht den Überblick verlieren. Aber je tiefer man in die Geschichte eindringt, desto klarer meint man die Struktur erkennen zu können, nur um dann doch vom Finale doch wieder überrascht zu werden. Ich für meinen Teil bin total begeistert, wie komplex letztendlich die doch relativ überschaubare Geschichte aufgebaut war. Dabei wurde, ich schwenke nun zum Vergleich in den filmischen Bereich, Erinnerungen an „Pulp Fiction“ wach, gepaart mit einer Prise „Snatch“ und ganz viel „Oceans 11“ eine bunte Mischung zusammengezaubert, die einen hohen Unterhaltungswert hat. Von meiner Seite gibt es auf jeden Fall eine klare Empfehlung und ich bin gespannt, wie die Reihe weitergeht!!

Christian Funke-Smolka