Don Winslow - Die Sprache des Feuers (Suhrkamp)

Don Winslow – Die Sprache des Feuers (Suhrkamp)

Selten passiert es mir, dass mich ein Autor mit der Lektüre nur eines seiner Romane zum Hardcorefan mutieren lässt, aber Don Winslow ist dieses mit Tage der Toten gelungen. Seitdem verschlinge ich seine Bücher, und freue mich auf jede Neuerscheinung. So auch hier bei dem vorliegenden Die Sprache des Feuers, den er allen Schadensregulierern dieser Welt widmete.

Als Leser treffen wir auf Jack Ward, seines Zeichens Ermittler in der Abteilung für Brandstiftung des Orange County Sheriff Departments in Kalifornien. Seit einer angeblichen Falschaussage, in die seine Kollegen verwickelt waren, ist jedoch seine Karriere beendet, und er arbeitet nun bei der California Fire & Life als Ermittler in Versicherungsfällen.
Sein neuster Auftrag führt in zu dem Anwesen des Immobilienmoguls Nicky Vale, welches mitsamt seiner Frau niedergebrannt ist. Gegen alle Wiederstände ist Ward der Meinung, dass es sich nicht um einen Unfall handele, sondern um gezielte Brandstiftung. Doch je hartnäckiger Ward ermittelt, desto gefährlicher wird es für ihn. Plötzlich tauchen auch noch russische Erpresser, der KGB und vietnamesische Gangs auf, und machen ihm das Leben zusätzlich schwer. Der Sumpf aus Verbrechen und Korruption scheint auch für Ward undurchdringlich!

Der Autor Don Winslow führte ein wohl ebenso aufregendes Leben wie die meisten seiner Protagonisten. Der am 31. Oktober 1953 in New York City geborene Schriftsteller studierte afrikanische Geschichte. Nach dem Studium arbeitete er in Kinos oder als Privatdetektiv, später auch als Safarileiter in Kenia und China. Danach folgte ein weiteres Studium mit dem Schwerpunkt Militärgeschichte.

Er begann zu schreiben, und hatte 1997 mit seinem Roman The Death and Life of Bobby Z (wurde auch erfolgreich verfilmt) seinen ersten Durchbruch. Seinen größten Roman jedoch lieferte er mit dem monumentalen Epos über den Drogenkrieg in Mexiko: Tage der Toten.
Don Winslow ist dafür bekannt, lange und intensiv für seine Geschichten zu recherchieren, damit diese ein Höchstmaß an Realismus besitzen, und bis ins kleinste Detail authentisch sind. Mittlerweile hat er zehn Romane (fast alle bei Suhrkamperschienen) und diverse Drehbücher veröffentlicht.

Don Winslow

Mit Die Sprache des Feuers erscheint hier ein früheres Werk des Autors aus dem Jahre 1999. Aber auch hier fällt sein Geschick auf, Spannung, Plot und Schreibstil auf einem gleichbleibend hohem Niveau zu halten. Sprachlich bringt er die Erzählung in kurzen, prägnanten Sätzen messerscharf auf den Punkt, und treibt seine Story temporeich durch die kurzen Kapitel (es sind beinahe 140 Kapitel auf 400 Seiten).

Fans des Autoren werden ihren Spaß an diesem Roman haben, auch wenn man den hintersinnigen Humor seiner neueren Werke noch nicht so deutlich vorfindet, aber alleine die Gabe, einem die Arbeit als Brandermittler so nahe zu bringen, als sei man bei einem Großbrand direkt vor Ort, und mit dem Protagonisten durch die fesselnde Geschichte zu gehen, dass ist schon eine Kunst für sich!
Don Winslow ist ein Meister seines Fachs. Spannender und atemloser kann ein Thriller kaum sein! Der Autor, und sein hier vorliegender Roman Die Sprache des Feuers bekommen von mir eine klare Empfehlung!

Christian Funke-Smolka