Ein grandioses Werk es ist

Ein grandioses Werk es ist

Paul Duncan hat das ultimative Star Wars-Werk vorgelegt

Der Kölner Taschen Verlag ist bekannt für seine außergewöhnlichen Bücher, für seine opulenten Bildbände und für seine alle Maßen sprengenden Formate. Das soeben erschienene „Star Wars Archiv 1977 – 1983“ von Paul Duncan macht da keine Ausnahme, es handelt sich in jeglicher Hinsicht um ein außergewöhnliches Werk: In Inhalt, Format und Gewicht. Fans der größten Filmtrilogie aller Zeiten werden sich nicht satt lesen und sehen können an den unzähligen Originaldokumenten, den beeindruckenden Zeichnungen und an den fantastischen Fotos.

Wer es geschafft hat, das 7 Kilo schwere Werk im praktischen Pappkoffer nach Hause zu schleppen und wer dann auch noch die Fingerfertigkeit besitzt, diesen Pappkoffer unfallfrei zu öffnen, dem eröffnet sich auf satten 604 Seiten das gesamte Universum der Episoden IV bis VI der von uns allen so geliebten Sternensaga. Zwischen den aufwendig gestalteten Buchdeckeln entspinnt sich die gesamte von George Lucas erdachte Welt zwischen Alderan und Endor, in der Luke, Leia und Han ihre Abenteuer erleben.

Paul Duncan hat dieses Werk in enger Abstimmung mit George Lucas erschaffen. Neben einem exklusiven Interview mit Lucas und dessen Filmfirma schildert Duncan ausführlich die Entstehungsgeschichte der Trilogie und zeigt dem Leser bislang unveröffentlichte Fotos von den Dreharbeiten und aus den Filmen. Duncan legt detaillierte Skizzen des Millenium Falcon vor, bei deren Betrachtung der Leser meint, das Raumschiff von Han Solo in der heimischen Garage nachbauen zu können. Wenn dann auch noch Schnappschüsse zu sehen sind, auf denen Chewbacca gekämmt wird, und Dokumente aus den Originaldrehbüchern auftauchen, dürfte es jedem Star Wars-Fan ganz warm ums Herz werden.

Nie die Faszination eingebüßt

Es ist eine große Freude zu sehen, wie Carrie Fisher Grimassen zieht, während George Lucas mit ernster Miene dem finster dreinschauenden Peter Cushing Regieanweisungen gibt. Und es ist immer wieder interessant und faszinierend zu erfahren, wie oft und wie stark die ursprünglichen Ideen von George Lucas verworfen oder zumindest verändert wurden – sei es bei der Story oder bei der Optik der Protagonisten.

Aus der Sicht des Jahres 2019 erscheinen die damals revolutionären Special Effects wie Relikte einer längst vergangenen Zeit – und das sind sie ja auch. Trotzdem oder gerade deswegen hat Star Wars nie etwas von seiner Faszination eingebüßt.

In den vergangenen 40 Jahren ist unendlich viel Sekundärliteratur zu Star Wars auf den Markt gebracht worden. Dieses Werk stellt alles bislang Gesehene in den Schatten. Duncan liefert den Lesern eine Detailtreue, die immer wieder zu Staunen führt. Er lässt den Leser die Dreharbeiten hautnah erleben – ob in der marokkanischen Wüste oder in den Londoner Studios. Er gibt uns bislang unbekannte Einblicke und zeigt uns die Darsteller im wahrsten Sinne des Wortes ohne Maske.

Paul Duncan schafft es, dem Leser den Mythos und die Faszination der Welt von Star Wars näher zu bringen und schafft dabei den schwierigen Spagat zwischen der Sicht des Fans und des Autors. Und um mit dem größten aller Jedi-Meister zu enden: „Lies es oder lies es nicht. Es gibt kein Versuchen!“

Stephan Kottkamp & Christian Funke