Isaac Marion - Warm Bodies (Klett-Cotta/ Tropen)

Isaac Marion – Warm Bodies (Klett-Cotta/ Tropen)

»Ich bin tot, aber das ist nicht so schlimm.« – Der erste Zombie-Liebesroman

0987_01_SU_Marion.indd»Das ist die Ironie, wenn man ein Zombie ist: Alles ist komisch, aber man hat nichts zu lachen, weil einem die Lippen verrottet sind.« Mit atemberaubendem Drive und sprühendem Witz legt Isaac Marion den ersten menschlich – warmen Zombie-Liebesroman vor. Ein Fest nicht nur für Liebhaber dunkler Genüsse.
R ist ein Zombie. Es ist ihm peinlich, dass er sich nur an den ersten Buchstaben seines Namens erinnern kann. Wie die anderen Zombies verbringt R seine Zeit mit Herumstehen und Stöhnen. Was die Wenigsten wissen: Tot sein ist leicht.
Bei einem der Raubzüge in der Stadt trifft R auf Julie. Dummerweise hat er gerade das Hirn ihres Freundes gegessen. R weiß nicht warum, aber er verliebt sich unsterblich in Julie – ausgerechnet in ein lebendes menschliches Wesen.
»Warm Bodies« erzählt die Geschichte des bestaussehenden und charmantesten Zombies aller Zeiten.

Meinung zum Buch:

Ich muss gestehen, dass mir auf Grund des merkwürdigen deutschen Titels der Erstveröffentlichung („Mein fahler Freund“) nicht klar war, dass es sich hier um den Roman des jungen Isaac Marion handelt, der mittlerweile als Verfilmung unter dem Originaltitel Warm Bodies im Kino läuft. Na ja, da es für ein gutes Buch nie zu spät ist, wird dieses Versäumnis dank der gelungenen Neuauflage, dieses mal als Warm Bodies, durch Tropen/Klett-Cotta (ca. 304 Seiten, € 9,95) nachgeholt.

Isaac Marion ist ein wahres Multitalent. Neben der Schriftstellerei widmet sich der 1981 in Washington geborene der Musik (er schrieb zum Beispiel einen Song für die Verfilmung und veröffentlichte die CD „Dead Children“), ist Photograph und Maler. Derzeit lebt er in Seattle und arbeitet als Grafiker und Autor.
Warm Bodies war nach drei selbstverlegten Büchern sein erster großer Erfolg, weshalb er noch ein Prequel zur Geschichte verfasste und nun an einer Fortsetzung arbeitet.

Doch was macht den Reiz dieses Zombie-Liebesromans aus? Auf der einen Seite ist es ganz klar die direkte Sprache, die den Leser sofort in die Geschichte zieht. Dies wird gekoppelt mit einem teils herrlich ironischen Wortwitz, der morbide, Marion_Isaac-c-Tiffany_LaineDeMott.jpg.13025teils ekelige Situationen und Beschreibungen mit ganz alltäglichen Momenten gekonnt verbindet. Aber das ist es nicht alleine. Viel mehr ist es der Punkt, dass es Isaac Marion gelingt, seiner Hauptfigur, dem Zombie „R“, der gleichzeitig der Erzähler der Geschichte ist, mit Respekt zu begegnen und der Figur dadurch Würde zu verleihen. Immer mehr verliert man dabei als Leser die Distanz zu dem untoten Protagonisten und sieht ihn als Persönlichkeit, der trotz seines zerfallenden Zustands so was wie eine Seele besitzt.
Erfrischend natürlich, teils poetisch beschreibt der Autor die Romanze zwischen einem Toten und einer Lebenden, wobei seine Prosa teils so bildgewaltig und fesselnd ist, dass einem die Bilder vor dem geistigen Auge erscheinen. Dabei sind ihm die einzelnen Charaktere in ihrer Beschreibung so lebendig wie charmant gelungen. Hier stimmt einfach alles, damit man sich als Leser voll und ganz auf diese ungewöhnliche Geschichte einlassen kann.

Warm Bodies ist ein Buch, welches ich jedem ans Herz legen will. Toll in seiner Aufmachung, wunderbar geschrieben und trotz der eigentlich harten Grundsituation warmherzig und sympathisch! Eine großartige und charmante Geschichte….

Verlags-Seite:

http://www.klett-cotta.de/buch/Gegenwartsliteratur/Warm_Bodies/31990

Christian Funke-Smolka