Jan Brandt - Gegen die Welt

Jan Brandt – Gegen die Welt

Daniel wächst in Jericho, einer kleinen Stadt in Ostfriesland, auf. Schon immer gilt er als etwas eigenartig. Und was schon in seiner frühe Kindheit auffällt ist, dass er eine lebhafte Phantasie hat. Eigentlich möchte er einfach nur eine normale Kindheit und Jugend verleben, aber immer wenn im Dorf seltsame Dinge geschehen, werden diese auf irgendeine Art und Weise ihm zugeschrieben.

Dieses Buch hat es nicht geschafft mich in seinen Bann zu ziehen.  Es fängt an mit einen Brief aus 1999 von einer dem Leser unbekannten Person an den Bundeskanzler. In dem Brief wird der Bundeskanzler vor Außerirdischen gewarnt, die die Menschheit bedrohen. Oder so. Das hat dem Buch für mich schon ein bisschen den Reiz genommen. Ist halt irgendwie nicht so meins.

Die Charaktere werden gut dargestellt. Man lernt die Personen kennen und kann sich auch gut in deren Gedanken und Gefühlswelt rein versetzen. Sehr positiv, denn wer möchte schon die Geschichte von jemandem lesen, den er so überhaupt nicht kennt.

Dann geht die Geschichte los. Und es wird von Daniel erzählt, von seiner Familie, wie er seinen besten Freund kennen lernt und so weiter. Alles schön und gut, aber irgendwie war es für mich völlig uninteressant zu lesen. Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen wo das ganze hinführen soll. Und auf den ersten paar Seiten ist das ja gar nicht schlimm, aber wenn auf Seite 200 immer denke: ‚Hoffentlich erkenn ich gleich den roten Faden der Geschichte!‘ ist das kein gutes Zeichen.

Was da noch zu kommt ist, dass es echt Seitenlange Abschnitte gibt wo ich mich regelrecht durchkämpfen musste. Es ist für mich sowieso schwer ein Buch zu lesen, wenn sich keine schlüssige Geschichte ergibt. Wenn ich dann auch noch  einem 10 seitigen Gespräch zwischen drei Hausfrauen folgen muss, dass extrem inhaltslos ist, dann finde ich das schon schade um meine Zeit. Und dieses Gefühl trägt nicht gerade dazu bei, dass ich ein Buch gerne wieder in die Hand nehme. Schön und gut, wenn das Leben der Charaktere genau dargestellt wird, damit man sie kennen lernt aber das muss nicht übertrieben werden. Viele Passagen hätte ich um einiges gekürzt oder gar ganz raus gelassen.

Eigentlich ist es wirklich einfach nur schade. Denn das Buch ist an sich gut geschrieben. Der Stil gefällt mir. Irgendwie angenehm zu lesen. Nur hilft der beste Schreibstil nicht wenn der Inhalt nicht überzeugt.

Was ich auch gut fand war, dass es nicht bei dem einen Brief vom Anfang blieb. Ich mag es, wenn Bücher so aufgebaut sind, dass man mal eine andere Sicht bekommt. Was mich auf der anderen Seite aber wirklich gestört hat ist, dass nach etwa einem Drittel des Buches die Seiten aufgeteilt werden. Im oberen Teil läuft ein Handlungsstrang und im unteren ein anderer. Das hat meinen Lesefluss einfach ungemein gestört. Ich möchte bitte nicht darüber nachdenken müssen wie ich das Buch jetzt am besten zu lesen habe um der Geschichte folgen zu können. Ich möchte, dass mir das ganz altmodisch vom Autor vorgeschrieben wird.

Den Klappentext  fand ich nicht gut. Verrät für meinen Geschmack einfach schon zu viel. Bis mal alles passiert ist was man da schon erfahren hat, vergehen schon  mehrere hundert Seiten. Klar, das ganze drumherum erfährt man erst im Buch. Aber das ganze drumherum fand ich ja auch nicht so berauschend sodass mir im Nachhinein der Klappentext schon gereicht hätte und ich das Buch einfach nicht unbedingt hätte lesen sollen.

Fazit: Nicht so meins. Nur weil ich einfach immer alle Bücher zu Ende lese (bis auf ein einziges) hab ich das auch bei diesem getan.

Jan Brandt – Gegen die Welt
Roman
Dumont ( http://www.dumont-buchverlag.de/buch/Jan_Brandt_Gegen_die_Welt/9016 )

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