Kälteschlaf - Arnaldur Indridason

Kälteschlaf – Arnaldur Indridason

Eigentlich deutet alles auf einen Selbstmord hin. Maria hat sich erhängt, nachdem sie eine schwierige Zeit durchgemacht hat. Doch dann bekommt Kommissar Erlendur ein Tonband zugespielt. Maria hatte an einer spiritistischen Sitzung teilgenommen. Auch wenn er solchen übersinnlichen Dingen eher skeptisch gegenüber steht ist seine Neugier geweckt und Erlendur beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

Kälteschlaf ist der 8. Fall des Ermittlers Erlendur. Hätte ich mich etwas besser mit dem Buch beschäftigt bevor ich es gekauft habe, wäre ich da leicht hinter gekommen und hätte mit Band 1 begonnen. Allerdings macht das überhaupt nichts. Es ist absolut nicht nötig irgendwelche Vorkenntnisse zu haben. Den Kommissar lernt man im Verlauf des Falls kennen und die Geschichte steht für sich.  Ich kann nicht sagen, was es für Vorteile hätte die anderen Bücher erst zu lesen, denn ich habe mich nicht mit ihnen beschäftigt, aus Angst vor Spoilern.

Kälteschlaf ist ein absolut empfehlenswerter Krimi. Der Beginn scheint etwas schleppend an zu laufen, aber irgendetwas hatte meine Neugier schon von Anfang an geweckt! Neben dem Haupthandlungsstrang läuft noch eine weitere Ermittlung und man erfährt immer wieder Dinge aus Erlendurs Privatleben. Das lenkt zwischendurch immer wieder vom Hauptfall ab, aber meiner Meinung nach nicht störend. Im Gegenteil. Der andere Fall regt auch zum mit rätseln an und durch die privaten Einwürfe lernt man den Kommissar kennen, was mir sehr wichtig ist.

Als Leser bekommt man zwischendurch kleine Bruchstücke aus der Vergangenheit der Toten zu lesen. Hierdurch weiß man kurzzeitig gerade etwas mehr als Erlendur. Fand ich total spannend, denn es warf sich dann die Frage auf ob und wie er dieses Detail nun wieder herausfinden wird.

Alles was Erlendur herausfindet ist absolut logisch. Nichts kommt ihm einfach so zugeflogen, dem Leser ist zu jeder Zeit völlig klar, wo seine Information herkommt. Die Geschichte ist absolut gut zusammengestellt. Stimmig und schlüssig.

Eine kleine Sache hat mich etwas gestört, das hat aber was mit mir zu tun, nicht mit der Geschichte an sich. Das Buch spielt in Island. Das bedeutet, dass immer wieder Isländische Namen von Menschen, Städten und so weiter genannt werden. Die kann ich nicht richtig aussprechen, was meinen Lesefluss behindert. Auch wenn ich es nicht vorlese holperts dann kurz in meinem Kopf. Ist halt wie gesagt was absolut persönliches und tut der Geschichte keinerlei Abbruch. Was den Lesefluss wiederum sehr befördert, ist dass das Buch in kurze Kapitel (ca. 3-6 Seiten) eingeteilt ist.

Was ich sehr positiv an der Übersetzung finde, ist dass das für Island typische Duzen beibehalten wurde.  Alle Personen, egal ob einander bekannt oder unbekannt, duzen sich.

Abschließend noch etwas, das mit meiner Angst vor Spoilern zu tun hat. Klappentexte werden erst hinterher gelesen. Ich hab schon zu oft die Erfahrung gemacht, dass der Klappentext viel zu viel vom Buch (oder auch der DVD) vorweg nimmt. Bei diesem Buch war das überflüssig. Der Klappentext verrät grad so viel um die Neugier zu wecken. Das gibt dem Buch direkt noch einen extra Punkt.

Fazit: Absolut lesenswert!

 

Arnaldur Indridason – Kälteschlaf
Island Krimi
Bastei Lübbe Taschenbuch