"Kick-Ass: Frauenpower" (Panini Comics)

„Kick-Ass: Frauenpower“ (Panini Comics)

Autor: Mark Millar
Zeichner: John Romita Jr.

Kick-Ass ist zurück, um es mit dem kriminellen Abschaum aufzunehmen! Doch hinter der Maske steckt jetzt Patience, eine junge Mutter und Soldatin. Sie nutzt ihre militärische Ausbildung, um den Gangstern Albuquerques in den Arsch zu treten und das illegal verdiente Geld abzunehmen. Doch irgendwo gibt es immer jemanden, der brutaler und gefährlicher ist…

Ein Highlight für Fans und ein perfekter Einstiegspunkt für neue Leser!

Blutiger Neustart: Die multimediale KICK-ASS-Saga geht in die nächste Runde!

© Panini Comics

Meinung zur Veröffentlichung:

Die junge Afroamerikanerin Patience Lee ist eine hochdekorierte Soldatin, die nach Kampfeinsätzen in Afghanistan zurückkehrt und feststellt, dass ihr Lebensgefährte sie kommentarlos verlassen hat. Plötzlich ist sie eine alleinerziehende Mutter, die sich mit Arbeiten im Niedriglohnsektor über Wasser halten muss. Die Rechnungen werden höher, der Frust wächst und ihre Pläne zu studieren, rücken in weite Ferne. Um sich nicht komplett zu verlieren, beschließt sie, ihre Kampferfahrung zu nutzen und maskiert den Gangsterbanden vor Ort Geld zu entwenden, einen teil für gute Zwecke zu spenden und den Rest für sich und die Kinder zu behalten. Doch ein einmaliger Raubzug sichert keine Existenz, so dass es zu weiteren kommt, bis sie sich mit den falschen Verbrechern anlegt…

Mit Kick Ass gelang dem Dream-Team Mark Millar und John Romita, Jr. vor zehn Jahren eine der bahnbrechendsten Comic-Reihen der jüngsten Vergangenheit. Die Kombination aus authentischen und oftmals völlig nachvollziehbaren Verhaltensweisen, die sich mit dramatischen und emotional berührenden Momenten paaren, ist charmant, irrwitzig, natürlich fernab der Realität und unglaublich wüst. Doch die Befürchtung, die ich hatte, war, ob man diesen Spirit Jahre später noch einmal erzeugen konnte. Jetzt, nachdem ich die letzte Seite des aktuellen Kick-Ass: Frauenpower gelesen habe, kann ich mich zufrieden zurücklehnen und feststellen, dass es durchaus möglich ist!

Die Geschichte spielt im Amerika der Gegenwart und zeigt deutlich die politischen und gesellschaftlichen Schwierigkeiten der Trump-Ära. Damit zeichnet Millar ein relativ realistisches Bild, welches als Grundgerüst für seine Geschichte dient. Was seine Protagonistin dann jedoch aus ihrer prekären, aber nicht ungewöhnlichen Lage macht, ist natürlich dann eine für den Autor typische irrwitzig-losgelöste Entwicklung, die immer soweit an der Realität bleibt, dass man nicht ungläubig den Kopf schüttelt, dabei jedoch genau das richtige Maß an Action, Gewalt und Emotionen einfließen lässt, dass man völlig gebannt Seite um Seite verschlingt. Auch John Romita Jr. zeigt, dass er nichts verlernt hat, sondern im Gegenteil, noch einiges an seiner Technik verfeinern konnte. Seine Bilder sprühen förmlich und strahlen eine Dynamik aus, die man so selten erlebt.

Der Sechsteiler Kick-Ass: Frauenpower (Originaltitel: Kick Ass 2018), im Original zwischen Februar und Juli 2018 veröffentlicht, erscheint bei Panini Comics als deutsche Erstveröffentlichung in einer Übersetzung von Bernd Kronsbein im Softcover mit Klappenbroschur (164 Seiten, €20). Neben einer Einleitung von Christian Endres gibt es im Anhang eine Cover-Galerie und die Kurzbiografien der Künstler.

Sie können es immer noch! Kick-Ass: Frauenpower zeigt, dass die Reihe nichts von ihrer Magie verloren hat. Eine emotionale, spannende und kritische Geschichte, eine detailverliebte und sehr dynamische visuelle Umsetzung und fertig ist der Pageturner, den man nicht mehr aus der Hand legen mag! Für Fans der Reihe ein absoluter Pflichtkauf!

Christian Funke