“Kingsman 2: The Red Diamond” (Panini Comics)

“Kingsman 2: The Red Diamond” (Panini Comics)

Zeichner: Simon Fraser

Autor: Rob Williams

Die Fortsetzung des Comic-Hits von Mark Millar und Dave Gibbons! Superspion Eggsy hat das Potenzial, der beste Geheimagent der Krone zu werden, doch stolpert er oft über seine Wurzeln in der proletarischen Arbeiterklasse Londons. Dennoch ist Eggsy die letzte Chance, als ein Super-Hacker die Welt bedroht…

© Panini Comics

Meinung zur Veröffentlichung:

Der ehemalige Kleinkriminelle Gary „Eggsy“ Unwin, der mit der Unterstützung seines Onkels in den Dienst der Kingsman, einer Abteilung des British Secret Service aufgenommen wurde, hat sich hier einen mittlerweile recht solventen Ruf erarbeiten können. Als griechische Terroristen jedoch Prinz Philip kidnappen, um ihre Staatsschulden tilgen zu lassen, bei der anschließenden Befreiung dem Mitglied der königlichen Familie durch Eggsy jedoch ein satter Kinnhaken verpasst wird, wird dieser als Sanktion auf unbestimmte Zeit beurlaubt. Nun hat der Spion genug Zeit für alte Freunde und Familie! Als jedoch der Superschurke Jakobus „Red Diamond“ Du Preez, ehemaliger Minenarbeiter, der es durch Diamantenfunde zu unermesslichem Reichtum gebracht hat, beschließt, mit einem perfiden Hackerangriff die bestehende Weltordnung zu kippen, muss der junge Agent wieder ran…

Es gibt eine Anekdote, die besagt, dass bei den Dreharbeiten des ersten James Bond –Films Regisseur Terence Young der Überzeugung war, dass seinem Hauptdarsteller Sean Connery der letzte Schliff für einen britischen Agenten fehle. Aus diesem Grunde nahm er ihn in der Phase der Vorproduktion unter seine Fittiche (Young arbeitete während des zweiten Weltkriegs jahrelang für den britischen Geheimdienst) und lehrte ihn, wie man sich als Agent benimmt, isst, kleidet, bewegt und redet. Jahrzehnte später sitzen Comic-Autor Mark Millarund Regisseur Matthew Vaughbei den Dreharbeiten zu „Kick Ass“ zusammen und debattieren über Agentenfilme. Beiden fehlen Filme, die die Ausbildung junger Menschen zum Geheimagenten im Dienste ihrer Majestät zum Inhalt haben. Die Idee zu Kingsman – The Secret Servicewar geboren.

Mittlerweile zählt der 2012 von den Autoren Mark Millar und Matthew Vaughn und dem Zeichner Dave Gibbons gestaltete Comic zu den Klassikern des Genres, der es auf mittlerweile drei Verfilmungen gebracht hat. Millar hat sein kreatives Einsatzgebiet mittlerweile erweitert und verlagert, so dass er in seinen populärsten Reihen (Kick-Ass, Hit-Girl und nun Kingsman) anderen kreativen die Möglichkeit gibt, seine Geschichten weiterzuentwickeln. Hier nun treffen wir auf Zeichner Simon Fraser (Hell House), Autor Rob Williams (Unfollow) und Kolorist Gary Caldwell (Doctor Who), die sich der Aktivitäten des Kingsman annehmen. Die Geschichte um den Superschurken Red Diamond atmet dabei ganz den Geist der ursprünglichen Geschichte, strotz vor Filmzitaten, Anspielungen und filmischen Querverweisen, wirkt insgesamt vielleicht etwas überdrehter und ohne den pointierten Biss Millars, kann aber insgesamt sehr gut unterhalten. Die Zeichnungen sind sehr detailverliebt und sind stilistisch an den feinen Strich Gibbons angelehnt.

Kingsman: The Red Diamond (Originaltitel: Kingsman: The Red Diamond, USA 2018) erscheint in einer Übersetzung von Bernd Kronsbein bei Panini Comics (156 Seiten, €17,00) und beinhaltet die Hefte eins bis sechs, die im Original von September 2017 bis Februar 2018 erschienen sind. Dazu befinden sich ein Vorwort von Christian Endres, die Kurzbiografien der Künstler und eine Galerie der Variant-Cover in dem Sammelband.

Wer mal wieder Lust auf eine ziemlich überdrehte, völlig over-the top-agierende und dabei auch inhaltlich funktionierende Agenten-Story hat, der sollte sich unbedingt Kingsman: The Red Diamond zulegen.

Christian Funke