Lapham/Nobile - Caligula: Das Herz von Rom (Avatar/Panini Comics)

Lapham/Nobile – Caligula: Das Herz von Rom (Avatar/Panini Comics)

Jahre nach Caligulas Tod treibt der Dämon, von dem der Kaiser besessen war, noch immer sein Unwesen auf den Straßen von Rom. Er hat längst ein anderes Opfer gefunden, das eine grauenhafte Mordserie unter den Bürgern anrichtet. Doch die Verfolger sind ihm dicht auf den Fersen und sie riskieren Leib und Seele, um dem Morden ein Ende zu machen.

Von Kultautor David Lapham (DEADPOOL, PUNISHER, CROSSED)!

Meinung zum Buch:

CoverAvatar Press entwickelt sich zu den Starz der Comic-Branche. Ähnlich dem genannten TV-Sender scheuen sie nicht davor zurück, düstere Stoffe für ein erwachsenes Publikum zu veröffentlichen. Hier haben wir nun mit Caligula: Das Herz von Rom die Fortsetzung der Geschichte, in der David Lapham und German Nobile den Leser in die gnadenlos brutale Welt des Roms um 48 A.D. stoßen. Die Geschichte um den besessenen Tyrannen Caligula wird mit seiner Schwester Agrippina und ihrem Sohn Nero fortgesetzt, denn das Böse ist nicht ausgeschaltet. Im Untergrund Roms schwelt ein bösartiger, alles vernichtender Tumor, das Herz von Rom, der sich seinen Weg an die Oberfläche bahnt…

David Lapham ist seit 1990 im Geschäft, bekannt wurde er jedoch durch seine im Eigenverlag veröffentlichte Serie „Stray Bullets“, die ihn in die erste Liga der Comic-Autoren katapultierte. Mit seinen Beiträgen zu „Crossed“ oder „Dan“ schlug er einen unnachahmlichen Erzählton zwischen schwarzem Humor und brutalen Gewaltexzessen an, den er in Caligula jedoSzenech völlig vernachlässigt. Hier richtet sich der Blick auf eine klassisch-komplexe, sehr düster-morbide und unangenehm verstörende Geschichte über Sex, Gewalt, Verderben und die Sünden des Einzelnen. Illustriert wird dies genial von dem argentinischen Künstler German Nobile, der mit Caligula seine erste große Serie beeindruckend in Szene setzt.

Caligula: Das Herz von Rom erscheint bei Avatar und Panini Comics (148 Seiten, 18,99€) als klassische Softcover Klappenbroschur. Das sehr düster gehaltene Covermotiv liefert dabei einen prägenden Vorabeindruck des extrem düsteren Inhalts, der aus diesem Grunde auf der Coverrückseite eine Empfehlung für ein erwachsenes Publikum trägt.

Caligula: Das Herz von Rom zeigt einen ungewöhnlich ernsthaften Autoren David LaphamHeader, der hier auf jede Form von auflockerndem Humor verzichtet. Seine Vermengung von Serientäter-Elementen, historischen Figuren und mystisch-gruseligen Zusätzen wirken, als habe man Hannibal Lecter in ein Crossover von „Supernatural“ und „Rome“ versetzt. Interessant, sehr faszinierend, aber vor allem eins: extrem düster und verstörend! Wirklich großes, herausragend illustriertes Erzählkino, das ich wahrschlich verschlungen habe. Sensiblen oder empfindlichen Gemütern würde ich jedoch von der Lektüre dringend abraten!!!

Christian Funke-Smolka