Lemony Snicket - "Der Fluch der falschen Frage" Meine rätselhaften Lehrjahre (Goldmann)

Lemony Snicket – „Der Fluch der falschen Frage“ Meine rätselhaften Lehrjahre (Goldmann)

Ein junger Detektiv, ein mysteriöser Diebstahl und immer die falsche Frage. Der skurrilste Fall aller Zeiten!

LemonyLemony Snicket, der den Leser schon öfter an der Nase herumgeführt hat, ist wirklich nicht zu trauen. In seiner neuen Reihe von Detektivromanen erzählt er erstmals seine eigene Geschichte. Oder gibt er dies nur vor? Und treibt ein höchst raffiniertes und vergnügliches Verwirrspiel mit uns, wenn er uns in seine Kindheit entführt?

Alles beginnt in einer verwunschenen Stadt am Meer. Hier soll der junge Lemony Snicket zusammen mit S. Theodora Markson, einer eigentlich mehr als lausigen Detektivin, den ominösen Diebstahl einer noch ominöseren Statue aufklären. Als er mit seinen Nachforschungen beginnt, muss er aber leider erkennen, dass er immer die falschen Fragen stellt. Doch vielleicht sind es gerade diese Fragen, die Theodora und ihn auf die richtige Spur führen?

Lemony Snicket hat eine eher verwirrende Jugend gehabt und dann eine ungewöhnliche Ausbildung genossen, worauf eine verzweifelte Zeit als Erwachsener folgte. Seine früheren Berichte und Forschungen wurden zusammengetragen und als Bücher veröffentlicht, unter anderem in der Serie „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“. „Meine rätselhaften Lehrjahre“ ist seine erste autorisierte Autobiographie.

Seth kennt sich aus mit Städten, die ihre Glanzzeit längst hinter sich gelassen haben. Er ist ein mehrfach ausgezeichneter Comiczeichner, Autor und Künstler von Werken wie „Palookaville“, „Clyde Fans“ und „The Great Northern Brotherhood of Canadian Cartoonists“. Er lebt in Guelph, Kanada.

Meinung zum Buch:

Daniel Handler, ein amerikanischer Schriftsteller und Musiker, ist ein echtes Schlitzohr. Seine Erfindung der fiktiven Gestalt Lemony Snicket verschaffte ihm vielfältige Möglichkeiten, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Die Veröffentlichung seiner auf dreizehn Bücher angelegten Reihe „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“, welche er unter seinem Pseudonym schrieb, verschaffte ihm schnell ein hohes Maß an Popularität, so dass er sich in der Öffentlichkeit gerne als Assistent oder Repräsentant von Lemony Snicket ausgab. Da Snicket gleichzeitig Alter Ego und fiktionale Figur ist, kann man als Leser immer nur raten, was von den sporadisch eingestreuten „biografischen“ Einblicken der Realität des „echten‘“ Schriftstellers, oder der „Realität“ seiner Figur entspricht. Mit dem vorliegenden Buch Der Fluch der falschen Frage – Meine rätselhaften Lehrjahre (Goldmann, 224 Seiten, € 10,00) präsentiert uns der Autor dieses Mal seine erste autorisierte Autobiografie, die die Zeit seiner Jugend und seine Anfänge als Detektiv betrachtet. Begleitet wird der 13 jährige dabei von seiner Mentorin S. Theodora Markson, die ihm, auch wenn er nie die richtigen Fragen findet, nicht das Wasser reichen kann, da es ihr eindeutig an Freigeist und frischen Ideen mangelt.

Lemony Snicket

Lemony Snicket

Der Erzählstil des jungen Snicket zeichnet sich dabei durch einen zynischen, trocken-ironischen Humor aus, der das fantasievolle Jugendbuch auch für junggebliebene Erwachsene goutierbar macht. Prägnant ist die Geschichte durch ihren, für die eigentliche Zielgruppe vielleicht etwas zu kompliziert gehaltenen Aufbau, der sich auszeichnet durch einen phantasievollen Inhalt mit ausgeprägtem Hang zur Absurdität, gepaart mit inneren Monologen, die eines erwachsenen Zynikers würdig erscheinen.

Goldmann veröffentlicht Lemony Snicket – „Der Fluch der falschen Frage“ Meine rätselhaften Lehrjahre als wunderbar aufgemachte gebundene Ausgabe, die unglaublich durch die liebevollen Illustrationen von Künstler Seth gewinnt, die im Stil der klassischen französischen Comics der 50’er und 60’er Jahre gehalten sind.

Lemony Snicket präsentiert hier eine rasante, fantasievolle und detailverliebte Geschichte, die jeden Leser, ob jung oder alt, in ihren Bann ziehen dürfte. Ich habe mich gut unterhalten und kann deshalb eine klare Empfehlung aussprechen.

Christian Funke-Smolka