Mark Millar & Dave Gibbons - Secret Service (Millarworld/ Panini Comics)

Mark Millar & Dave Gibbons – Secret Service (Millarworld/ Panini Comics)

Jack London, der beste Geheimagent der Welt, muss den kniffligsten Fall seiner Karriere lösen: Wer entführt berühmte Science-Fiction-Stars, und was hat das mit dem Ende der Welt zu tun? Zusätzliche Sorgen bereitet ihm sein Neffe Gary, der immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Jack beschließt, ihn zum Agenten ausbilden zu lassen…

Meinung zum Buch:

CoverEs gibt eine Anekdote, die besagt, dass bei den Dreharbeiten des ersten James Bond –Films Regisseur Terence Young der Überzeugung war, dass seinem Hauptdarsteller Sean Connery der letzte Schliff für einen britischen Agenten fehle. Aus diesem Grunde nahm er ihn in der Phase der Vorproduktion unter seine Fittiche (Young arbeitete während des zweiten Weltkriegs jahrelang für den britischen Geheimdienst) und lehrte ihn, wie man sich als Agent benimmt, isst, kleidet, bewegt und redet. Jahrzehnte später sitzen Comic-Autor Mark Millar und Regisseur Matthew Vaugh bei den Dreharbeiten zu „Kick Ass“ zusammen und debattieren über Agentenfilme. Beiden fehlen Filme, die die Ausbildung junger Menschen zum Geheimagenten im Dienste ihrer Majestät zum Inhalt haben. Die Idee zu Secret Service war geboren.

Die Geschichte handelt von dem britischen Ghetto-Homie Gary, der in desolaten Zuständen aufwächst und sich mit kleinen und größeren kriminellen Delikten über Wasser hält. Sein Onkel Jack London, ein getarnt lebender Geheimagent, jedoch sieht ein großes Potenzial in dem Jungen und nimmt sich seiner im MI6 an. Hier nun erfährt er die harte Ausbildung zum Geheimagenten im Dienste ihrer Majestät, beweist aber auch, dass er mehr kann, als es zuerst den Anschein hatte. Doch schon bald ist er in einen Fall involviert, der das Wohl der gesamten Menschheit bedroht…

Secret Service beinhaltet all das, was ich an den Filmen dieses Genres schätze: Action, eine gute Story, einen ultimativen Bösewicht und viele nette Gimmicks. Man merkt den Spaß, den Millar und Vaugh bei der Entstehung der Geschichte hatten, für die grafische Umsetzung konnten sie zudem „Watchmen“ Dave Gibbons heranziehen, dessen Stil sehr dynamisch und in klarer Linie oftmals an Steve Dillon erinnert. Die Story selber wimmelt vor offenen und versteckten Anspielungen, spielt mit einer herrlich schwarzhumorigen Hauptgeschichte und zeigt uns, was passieren kann, wenn ein intelligenter Nerd das Wohl der Menschheit im Sinn hat. Endlich weiß ich auch, warum ich Mark Hamill schon länger nicht mehr im Film bewundern durfte… ^^

Secret Service vom Dream-Team Millar/Gibbons erscheint bei Millarworld und Panini Comics (172 Seiten, € 19,95) als Softcover. Als Ko-Autor zeichnet sich neben Mark Millar niemand geringeres als Regisseur Matthew Vaugh (inszenierte und produzierte Millars Kick Ass – Verfilmungen, eine Verfilmung von Secret Service unter seiner Regie ist in Planung) verantwortlich, was sich in einem unglaublichen Overkill an schwarzhumorigen Filmanspielungen und einer extrem rasanten Storyline widerspiegelt.

Wer mal wieder Lust auf eine ziemlich überdrehte, völlig over-the top-agierende und dabei auch inhaltlich hervorragend funktionierende Agenten-Story hat, der sollte sich unbedingt Secret Service zulegen. Over and out!

Christian Funke-Smolka