Markus Heitz - Totenblick (Knaur)

Markus Heitz – Totenblick (Knaur)

978-3-426-50591-5.jpg.30424805„Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters.“ Diese Nachricht hinterlässt ein Serienmörder an sorgfältig inszenierten Tatorten, die Todesbildern nachempfunden sind: alte Gemälde, moderne Fotografien oder Bilder aus dem Internet. Anfangs glauben die Ermittler noch, die Hinweise wären am Tatort versteckt oder es gäbe einen Zusammenhang zwischen den Vorlagen und den Opfern. Doch dann machen sie eine grausige Entdeckung: Auf den Vorlagen erhöht sich die Zahl der abgebildeten Toten – aber da ist noch mehr: Die Spuren für die Ermittler sind an einem besonderen Ort vom Täter verborgen worden…

Markus Heitz, geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte. Kein anderer Autor wurde so oft wie er mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet, weshalb er zu Recht als Großmeister der deutschen Fantasy gilt. Mit der Bestsellerserie um „Die Zwerge“ drückte er der klassischen Fantasy seinen Stempel auf und eroberte mit seinen Werwolf- und Vampirthrillern auch die Urban Fantasy. Markus Heitz lebt in Homburg.

Meinung zum Buch:

In Leipzig geht ein Serienmörder um, der seine Taten zelebriert und die Schauplätze nach existierenden Todesbildern inszeniert. Hauptkommissar Peter Rhode kommt in seinen Ermittlungen nur schwer voran, da ihm die Zusammenhänge nicht deutlich werden wollen, parallel dazu forscht Personal Trainer Ares Löwenstein nach dem Täter. Dieser versteckt seine Hinweise sorgfältig in seinen „Werken“ und seine Taten werden von Opfer zu Opfer für die Ermittler persönlicher.

Da haben wir ihn also: Totenblick, den ersten Thriller von Markus Heitz, der hier komplett ohne Fantasy-Elemente auskommt, sich jedoch, ich greife hier mal etwas vor, durch ein sehr hohes Tempo, eine düstere Geschichte und einen extremen Bodycount auszeichnet.

Der Roman Totenblick ist ein Thriller, der sowohl mehrere Handlungsstränge als auch Blickwinkel nebeneinander bestehen lässt. Immer wieder wechselt der Autor die Perspektive, indem er zu den unterschiedlichsten, oftmals interessant ausgearbeiteten Figuren schwenkt, so dass der Leser den Blickwinkel der Ermittler, des Täters und sogar die der Opfer einnimmt. Das erzeugt temporeiche Spannung, die einen konsequent in ihren Bann zieht.

Totenblick ist der gelungene Versuch eines klassischen Thriller vom deutschen, mehrfach preisgekrönten Bestsellerautor der phantastischen Literatur Markus Heitz. Der Roman erscheint in der Jubiläumsaktion zum 50. Geburtstag des Verlags Knaur (521 Seiten, € 9,99) in der markanten Klappbroschur, welche das Buch neben einem gelungenen und auffälligen Covermotiv noch komplett ummantelt, so dass auf dem zusätzlichen, einklappbaren Buchrücken eine große, für Spritzen-Phobiker unschöne Spritze abgebildet wurde. Im Innenteil der ausklappbaren Broschur findet der Leser dann zusätzliche Information und ein kurzes Interview mit dem Autor.MarkusHeitz_02_72dpi.jpg.30204572

Markus Heitz zeigt, dass sein unverkennbarer, umgangssprachlich formulierter jedoch relativ eloquent-komplexer Schreibstil auch außerhalb des Fantasy-Genres funktioniert. In seinem ersten Thriller beweist er neben Anspielungen auf seine früheren Romane (Bestatter Konstantin Korff aus „Oneiros“) auch wieder seine Liebe für die Stadt Leipzig, die er facettenreich und detailliert beschreibt.
Wer sich auf einen Thriller einlassen kann, der sich nicht scheut, brutale Situationen entsprechend zu schildern, der seine Story dabei durchgehend temporeich und spannend erzählt und seinen Figuren dabei den Raum zur Entfaltung gibt, dem kann Totenblick unbedingt empfohlen werden.

Christian Funke-Smolka