Martin Wehrle: „Die Schlange“ (Benevento Verlag)

Martin Wehrle: „Die Schlange“ (Benevento Verlag)

Susanne Mikula hat ihren Journalistenberuf eigentlich an den Nagel gehängt. Doch dann wird sie vom stillen Teilhaber der Hamburger StageBau kontaktiert: Sie soll den schmutzigen Machenschaften des Immobilienkonzerns nachgehen und einen Skandal aufdecken. So lässt sie sich ins Unternehmen einschleusen, geht Hinweisen nach und trifft auf härtestes Mietmobbing, überteuerte Luxussanierung und die Verzweiflung der hilflosen Mieter angesichts der in deutschen Großstädten herrschenden Wohnungsnot. Doch überall stößt sie auf Schweigen, jede Spur endet in einer Sackgasse. Zu spät erst versteht sie, welches Spiel gespielt wird und dass sie selbst es ist, auf die man es abgesehen hat…

Fesselnd und ungeschönt nimmt Martin Wehrle in seinem zweiten Thriller die zwielichtigen Machenschaften der Immobilienriesen ins Visier, deren unendliche Gier keine Grenzen kennt.

Martin Wehrle ist gelernter Journalist und arbeitete als Führungskraft in einem Konzern. Heute leitet er an seiner Hamburger Karriereberater-Akademie den ersten Ausbildungsgang zum Karrierecoach in Deutschland. Laut Focus gilt er als „Deutschlands bekanntester Karriereberater“ und engagiert sich für eine menschenfreundlichere Arbeitswelt. Er ist Bestsellerautor mehrerer Sachbücher, 2019 veröffentlichte er seinen ersten Thriller Die Ratte. Für die Recherche zu Die Schlange tauchte Martin Wehrle selbst tief in die Machenschaften der Miet-Haie ein. Er ist Experte dafür, welche fiesen Methoden angewendet werden, um alte Mieter loszuwerden und mit welchen Tricks und mit wessen Hilfe man sich als Betroffener auch erfolgreich wehren kann.

© Benevento Verlag & André Heeger

Meinung zur Veröffentlichung:

Susanne Mikula ist freischaffende Journalistin, die jedoch durch die Umstände ihres letzten Falls traumatisiert und arbeitsunfähig ist. Alle Aufträge oder Vorstellungsgespräche enden in einem Debakel, weshalb sie eher missmutig zu einem weiteren Termin nach Hamburg fährt. Dieser endet wie befürchtet, doch vor dem Verlagsgebäude empfängt sie ein Chauffeur, der sie zu einem weiteren Treffen fährt. Der geheimnisvolle Heiner Stagemann, Teilhaber der Firma StageBau, bittet sie, als verdeckte Ermittlerin in seiner Firma zu recherchieren, da er befürchtet, dass dort nicht alles mit rechten Dingen zugeht und Mieter mit groben Mitteln aus ihren Wohnungen vertrieben werden, um diese anschließend zu sanieren und teurer weiterzuvermieten. Wiederwillig nimmt sie das Angebot an und stößt schon bald auf unglaubliche Machenschaften und Menschen, die vor nichts zurückschrecken…

Martin Wehrle ist ein deutscher Journalist, Karriereberater und Sachbuchautor, der im Jahr 2019 seinen ersten Kriminalroman veröffentlichte und hier den ersten Fall von Susanne Mikula präsentierte. Der vorliegende zweite Roman der Reihe, Die Schlange, setzt ungefähr ein Jahr nach den Ereignissen ein und präsentiert uns eine gebrochene Frau, die an posttraumatischen Belastungsstörungen leidet und der die Schulden über den Kopf wachsen. Man muss den Vorgängerroman nicht kennen, täte aber offensichtlich ganz gut daran, denn regelmäßig wird auf dessen Handlung verwiesen. Man kann dem Verlauf der Geschichte zwar auch ohne dieses Wissen folgen, dem Neueinsteiger jedoch würde ich die chronologische Reihenfolge empfehlen. Der Stil ist leicht lesbar, beinahe umgangssprachlich (und in manchen Redewendungen etwas ungewöhnlich), die Kapitel kurz, so dass man aufgrund der vielen Cliffhanger ständig in Versuchung gerät doch noch schnell ein weiteres zu lesen. Der Handlungsverlauf ist, gerade zu Beginn, sehr spannend, manche Handlungen jedoch sind nicht immer nachvollziehbar und manche Beschreibungen etwas zu lang oder wiederholend geraten. Insgesamt jedoch ist Die Schlange ein gut lesbares, fesselndes Buch, welches einem einen faszinierenden Blick auf die skrupellosen Machenschaften einiger Bereiche der Immobilienbranche gewährt.

Der Benevento Verlag veröffentlicht Die Schlange als E-Book und Paperback mit Klappenbroschur (416 Seiten, € 16,00).

Martin Wehrle gelingt mit seinem zweiten Roman ein solider Krimi zu einem brisanten und sehr aktuellen Thema. Der umgangssprachliche Schreibstil und die größtenteils glaubwürdige Figurenzeichnung, so wie die spannende Geschichte lassen einen als Leser tief in die Handlung eintauchen. Wer Lust auf einen gut lesbaren, kurzweiligen Krimi hat, kann hier bedenkenlos zugreifen!

Christian Funke