Max Barry - Sirup  (Heyne)

Max Barry – Sirup (Heyne)

Den Wunsch, so richtig berühmt und reich zu werden haben wahrscheinlich schon viele Menschen geträumt. Der Protagonist Scat aus dem Roman Sirup (Heyne, 400 Seiten) von Max Barry will noch viel mehr. Er möchte so berühmt sein, dass Stars mit ihm abhängen, und ihm vorjammern, wie bescheiden ihr Leben ist, er möchte Paparazzi verprügeln und mit Drogeneskapaden und Sexgeschichten in Verbindung gebracht werden. Also den kompletten amerikanischen Traum! Um diesen zu erreichen, schnappt e sich jedoch keine Gitarre oder stellt sich vor jede funktionierende Kamera, sondern er erfindet eine total hippe, supercoole neue Cola-Sorte namens FUKK! Schnell aber lernt er auch die Kehrseite des amerikanischen Traums kennen. Man stiehlt seine Idee, da er vergessen hat, sich die Namensrechte zu sichern und bootet ihn aus. Doch so schnell gibt Scat nicht auf und versucht mit einer abgedrehten Idee zu retten, was noch zu retten ist.

Sirup ist ein Frühwerk von Autor Max Barry, einem 1973 geborenen australischen Autor, der erst bei Hewlett – Packard arbeitete, um sich dann jedoch vollständig seiner schriftstellerischen Tätigkeit zu widmen. Erfolge feierte er mit dem vorliegenden Roman, aber auch „Maschinenmann“ und „Logoland“ festigten seinen Ruf als überaus pointierter und sehr bissiger Autor. Er lebt mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern in Melbourne, Australien.

Die deutsche Erstauflage erschien bereits 1999 in einem anderen Verlag unter dem Titel FUKK (Originaltitel: Syrup) und wird gerade mit Shiloh Fernandez (Red Riding Hood), Amber Heard (Californication) und Kellan Lutz (Twillight) verfilmt.

Das Buch ist sehr stylisch aufgemacht. Die Kapitel werden mit Strichcode-Einfassungen markiert, zwischen den Kapiteln tauchen Kohlensäurebläschen als Trennlinien auf, die die griffig zu lesenden, teils sehr kurzen Kapitelabschnitte unterteilen.

Max Barry

Stilistisch geht Autor Max Barry auch schon in seinem Romandebüt in Richtung des großartigen Bret Easton Ellis, nämlich unter Einbeziehung bekannter Markennamen und einer zynischen Weltanschauung in Verbindung mit einer sarkastisch erzählten, eloquenten und temporeichen Story, die zwischen den Zeilen mehr über eine Generation erzählt, als dies auf den ersten oberflächlichen Blick erkennbar ist, neben viel bösem Humor doch einen eigentlich tragischen Helden in einem unwirklichen Umfeld aufzuzeigen.

Sirup ist ein echt rasanter Lesetrip, der kurzweilig und bissig, humorvoll und dramatisch eine Geschichte erzählt, die einen sympathischen aber total chaotischen Schluffi zum Hauptprotagonisten auserkoren hat, mit dem man als Leser mitfiebert. Ein charmantes Buch, nicht so gesellschaftskritisch wie seine späteren Bücher, welches aber hervorragend unterhält und immer wieder zum nachdenken anregt.

Christian Funke-Smolka