Michael Koglin - Seelensplitter  (Goldmann)

Michael Koglin – Seelensplitter (Goldmann)

Michael Koglin wurde 1955 in Büdelsdorf, Schleswig-Holstein geboren und lebt nun seit fast 30 Jahren in Hamburg. Er ist als Journalist und Schriftsteller tätig, und wurde sowohl durch seine Arbeit beim NDR, „Stern“ oder „Die Zeit“, so wie diversen Sachbüchern, Kinderbüchern, Theaterstücken oder Drehbüchern für das Fernsehen bekannt. Den Schwerpunkt seiner Arbeit bestimmen jedoch Kurzgeschichten und Romane im Krimigenre, hier erreichte er durch seine Reihe um die „Sonderkommission Serienmord“ und dem Kommissar Peer Mangold und seiner Kollegin, der Profilerin Winterstein in Fankreisen eine große Popularität und erhielt für sein Schaffen zahlreiche Preise.

Hier vorliegend haben wir seinen neuen Roman Seelensplitter (Goldmann, 320 Seiten, Taschenbuch, € 8,99), welches mich auf Grund seiner Covermotives an einen japanischen Horrorfilm erinnert. Aber weit gefehlt!

Die junge Polizistin Lina Andersen ist eine psychisch labile Person, die es jedoch schafft, ihr Leben zu meistern und ihre Erkrankung vor der Öffentlichkeit zu verstecken. Eines Tages jedoch trifft sie auf Carolin. Diese ist völlig verängstigt und fühlt sich von Monstern verfolgt. Lina kennt Carolin und ihre paranoide Erkrankung aus ihrer gemeinsam absolvierten Gruppentherapie, da sie jedoch nichts mehr mit dieserVergangenheit zu tun haben möchte, schickt sie diese fort.
Stunden später muss sie sich jedoch erneut mit Carolin auseinandersetzen, denn sie wird zu einem Tatort gerufen, wo man die brutal zugerichtete Leiche der jungen Frau entdeckt. Als kurze Zeit später eine weitere Teilnehmerin dieser Gruppentherapie ermordet wird, weiß Lina, dass sie nicht vor ihrer Vergangenheit davonlaufen kann. Sie beginnt im Alleingang zu recherchieren, was sehr schnell zu einem gefährlichen Unterfangen wird, bei dem sie Gefahr läuft, alles zu verlieren.

Michael Koglin

Seelensplitterist temporeich inszeniert, spannend und kurzweilig geschrieben und zieht den Leser nach einer ruhigen Einstiegsphase direkt in seinen Bann. Es ist flüssig und schnell lesbar, erzählt die

Hintergründe durch kursive Abhebungen im Text und springt so in der Geschichte inhaltlich auf zwei Ebenen. An manchen Stellen wäre eine Vertiefung der Hintergründe oder eine deutlichere Herausarbeitung der einzelnen Charaktere, gerade der Nebenfiguren, wünschenswert gewesen, aber das mindert nicht den hohen Unterhaltungswert des Romans.

Michael Koglin zeigt mit Seelensplitter, dass sich die deutsche Krimiszene nicht vor der internationalen Konkurrenz zu verstecken braucht und ist Fans spannender Unterhaltung zu empfehlen.

Christian Funke-Smolka