Mike Mignola‘s Hellboy: „Leckerbissen“ (Golkonda)

Mike Mignola‘s Hellboy: „Leckerbissen“ (Golkonda)

Im April 2019 erwartet uns auf den Kinoleinwänden der langersehnte Hellboy-Reboot. Passend dazu haben namhafte Autoren aus Phantastik, Horror, Spannung und Film ihre eigenen Geschichten rund um den sympathischen roten Teufel mit den abgeschliffenen Hörnern gesponnen. An übernatürlichen Begegnungen, literarischen Manifestationen und Kämpfen gegen Nazis wird nicht gespart.

Für die neuen Abenteuer der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen sorgen Größen wie Tad Williams, Ken Bruen, aber auch einige Golkonda – Autoren wie Joe R. Lansdale und China Miéville geben sich die Ehre.

Christopher Golden, Jahrgang 1967, ist der Autor zahlreicher, vor allem phantastischer Romane. Er unternimmt immer wieder Ausflüge in die Welten anderer Schöpfer, und so hat er u.a. Bücher zu Buffy, Battlestar Galactica und den X-Men verfasst. Hellboy-Fans sei vor allem der wunderschön ausgestattete Band Baltimore ans Herz gelegt, den Mike Mignola illustriert hat.

Mike Mignola, Jahrgang 1960, ist einer der ganz großen Stars der US-amerikanischen Comicszene. Neben seinem Welterfolg Hellboy arbeitete er auch an Filmen wie Bram Stoker’s Dracula und Atlantis − Das Geheimnis der verlorenen Stadt mit. Alan Moore hat Mignolas Stil als »eine Mischung aus deutschem Expressionismus und Jack Kirby« bezeichnet. Im deutschsprachigen Raum erscheint sein Comic-Werk bei Cross Cult.

© Golkonda

Meinung zur Veröffentlichung:

„Die Nazis waren verzweifelt. Sie vermischten Wissenschaft mit schwarzer Magie und hofften so den Lauf des Krieges zu verändern.“

…tja, und herausegkommen ist Hellboy, der wohl coolste Teufelskerl der Comiclandschaft. Geschaffen von dem im Jahr 1960 in Kalifornien, USA geborenen Mike Mignola, hatte Hellboy seinen ersten Auftritt im Jahr 1993. Nur ein Jahr später folgte die erste längere Geschichte The Seed of Destruction. Beeinflusst von Mythen, Sagen, legendären B-Movies und Geistergeschichten, wurden die Geschichten über den paranormalen Ermittler ein großer Erfolg. Noch bevor 2004 Guillermo del Toro mit Ron Perlman in der Titelrolle den Höllenjungen auf die große Leinwand brachte, veröffentlichte Autor und Herausgeber Christopher Golden 1999 einen ersten Sammelband mit Kurzgeschichten, die von prominenten Autoren geschrieben wurden. Im Jahr 2004, passend zum Kinostart des ersten Filmes, folgte Band 2, ebenfalls herausgegeben von Golden. Im Jahr 2008 folgte dann Band 3 mit dem Titel Hellboy: Oddest Jobs, der zum Filmstart von del Toros zweiten Kinoabenteuer des roten Helden erschien. Golkonda veröffentlicht diese Anthologie nun passend zum neusten, diesmal jedoch von Neil Marshall isnzenierten Hellboy-Film.

„Dort wo das Licht schwindet, obsiegt das Böse.“

Was uns Christopher Golden hier präsentiert, ist die Crème de la Crème der genreliteratur (ich möchte hier ungerne „Pulp“ schreiben, da einge der Autoren definitiv nicht dazuzuzählen sind). Gleich der Beginn gebührt dem von mir sehr geschätzten Joe R. Lansdale, der hier gleichzeitig auch die umfangreichste Geschichte präsentiert und nach Aussage des Herausgebers der Grund war, dieses dritte Buch zu veröffentlichen. Doch ihm folgen nicht minder namenhafte Kollegen. Es gibt Geschichten von John Skipp, Ken Bruen, Brian Keene, China Miéville oder Don Winslow, um nur ein paar Namen zu nennen. Alle liefern spannende, wirklich gute und sehr abwechslungsreiche Geschichten ab und zeigen, dass der Höllenjunge nicht nur im Comic oder den Verfilmungen von Guillermo del Toro bestehen kann. Ein echter Leckerbissen für Fans, den ich unbedingt empfehlen kann!

Golkonda veröffentlicht mit Mike Mignola‘s Hellboy: „Leckerbissen“ (Originaltitel: Hellboy: Oddest Jobs, USA 2008) den dritten von vier Kurzgeschichtensammlungen um den beliebten Höllenjungen und der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen. Übersetzt von Verena Hacker und Aimée de Bruyn Ouboter haben wir hier vierzehn Kurzgeschichten und Novellen der aktuell angesagtesten Autoren aus den unterschiedlichsten Genres. Neben einem Vorwort von Herausgeber Christopher Golden und ausführlichen Vorstellungen der Autoren gibt es noch Illustrationen von Mike Mignola (360 Seiten, €16,90).

Christopher Golden präsentiert, was der Fanboy haben möchte: spannende, abwechslungsreiche und liebevoll ausgearbeitete Kurzgeschichten, die von namenhaften Fans für Fans geschrieben wurden. Besser kann man nicht unterhalten werden!

Christian Funke