Nick Brownlee - Machete  (Knaur)

Nick Brownlee – Machete (Knaur)

Ich muss hier vorab erwähnen, dass ich ein Faible für Afrika-Thriller habe. Ob es die Mankell-Romane sind, oder noch besser die hammerharten Krimis von Roger Smith! Mit Nick Brownlee habe ich nun einen neuen Autor entdeckt, der es mit seiner brachialen Geschichte, dem sprachgewandten Erzählstil und der genauen lokalen Kenntnisse direkt geschafft hat, mich zu fesseln.

Machete (nicht zu verwechseln mit dem Robert Rodriguez – Film gleichen Titels) ist der mittlerweile dritte Teil um sein Ermittlerduo, den Detective Inspector Daniel Jouma und seinen Freund, den britischen Ex-Cop und jetzige Skipper Jake Moore (die beiden anderen Teile, Die Spur der Hyäne und Mord in Mombasa liegen ebenfalls bei Knaur als Taschenbuch vor).

Die Geschichte spielt um die Weihnachtszeit in Kenia, und handelt von einem Mörder, der sich selbst der „Kopfjäger“ nennt, und seine Opfer in Mombasa sucht und findet. Diese werden von ihm mit einer Machete enthauptet, und die Köpfe dann an die Angehörigen verschickt.
Die Ermittler Jourma und Moore geraten an den Fall, als ein alter Freund Jack Moores ermordet wird, und der nun alles dransetzt, den Tod des Freundes zu rächen.

Autor Nick Brownlee wurde 1967 in Blyth, Northumberland geboren, und ist freier Journalist für verschiedene britische Zeitungen und Magazine. Außerdem hat er mehrere Sachbücher verfasst. Mit seiner Frau und seiner Tochter lebt er in Cumbria im Nordosten Englands, verbringt aber so viel Zeit wie möglich in Kenia.

Der Autor lässt dem Leser kaum Zeit, sich einzulesen, denn man ist direkt in der Handlung, und damit sofort im blutigen Geschehen des Kopfjägers, denn man erlebt hier einen kleinen Jungen, der am Weihnachtsmorgen beim öffnen der Pakete eine grausige Überraschung erlebt. So gewalttätig die Handlungen des Romans aber auch sind, Brownlee wälzt seine Beschreibungen nicht künstlich aus und suhlt sich in geschilderten Brutalitäten, sondern deutet diese nur geschickt an, damit sich der Rest im Kopf des Lesers abspielt. Clever und wesentlich effektiver! Man merkt dem Autor seinen Spaß an seinen Geschichten an, denn selten liest man in diesem Genre einen Roman, der vergleichbar sprachgewandt und bildhaft seine Beschreibungen anschaulich darlegt.
Ich kann Machete all denen empfehlen, die sich mit einer finsteren, gewalttätigen aber clever erzählten und überaus realistischen Geschichte im faszinierenden Afrika anfreunden können. Spannend und auch ohne die Vorkenntnis der anderen beiden Romane ein hervorragender Thriller.

Christian Funke-Smolka