Nora Melling - Schattenblüte. Die Erwählten (Rowohlt Polaris)

Nora Melling – Schattenblüte. Die Erwählten (Rowohlt Polaris)

Die letzte Schlacht beginnt: Schatten gegen Licht – Liebe gegen Schmerz.

978-3-499-26702-4.jpg.604088Luisa ist zur Werwölfin geworden, nur so konnte sie überleben. Nun droht ihr ein grausames Schicksal: Bald wird sie ihre Erinnerung an ihr vorheriges Leben verlieren – auch die an ihren geliebten Bruder, der viel zu früh sterben musste. Als der Leitwolf Norrock ihr das Tor zur Unterwelt zeigt, ergreift sie die Chance: Endlich kann sie ihren Bruder wiedersehen. Sie ahnt nicht, in welch große Gefahr sie sich damit bringt – noch nie hat jemand zurückgefunden aus der Welt der Toten. Thursen, ihrer großen Liebe, gelingt es dennoch, sie zu retten. Doch damit haben sie die mächtigen Gegenspieler der Wölfe – die Shinanim – auf ihre Spur gelockt. Ihr Ziel: die Vernichtung aller Werwölfe …

Nora Melling wurde 1964 in Hamburg geboren. Schon als Kind liebte sie es, phantastische Geschichten zu erfinden. Doch erst einmal machte sie eine kaufmännische Ausbildung und zog zum Studium nach Berlin, bevor sie sich den Traum erfüllte, ihren ersten Roman zu schreiben. Heute lebt sie mit ihrem Mann und vier Kindern in Berlin-Zehlendorf und geht oft im Grunewald spazieren, wo sich auch ihre Werwölfe tummeln.

Meinung zum Buch:

Die Ereignisse spitzen sich in dem abschließenden Band Die Erwählten der Schattenblüte –Trilogie zu. Luisa Folkert muss sich mit ihrem Schicksal auseinandersetzen, dass immer mehr Anteile der Werwölfin Shorou ihre humane Seite vollends verdrängen werden. Der Verlust ihrer menschlichen Erinnerungen würde gleichzeitig bedeuten, die Gefühle für ihren verstorbenen Bruder, ihre Liebe zu dem mittlerweile Menschgewordenen Thursen und die Gedanken an ihre Familie zu verlieren. Weitere Gefahr droht durch die Halbengel Shinanim, die Jagd auf Werwölfe machen und nun ihre Spur aufgenommen haben. Es kommt zu einem Finale, welches dramatischer kaum sein kann!

Mit Schattenblüte. Die Erwählten (Rowohlt Polaris, 320 Seiten, € 14,95) führt die in Hamburg geborene und nun mit ihrer Familie in Berlin lebenden Autorin Nora Mellingihre Fantasy-Trilogie zu einem furiosen und gekonnt erzählten Ende.

Nora Melling © by Dieter Kroll

Nora Melling
© by Dieter Kroll

Schon im Vorgängerroman hat die Autorin in ihrer Geschichte nicht mehr nur Luisa und Thursen als Hauptfiguren in das Zentrum gestellt, sondern den Fokus auf den Kampf der Halbengel gegen die Werwölfe gerichtet und hier eine weitere Figur, nämlich die des Halbengels Elias, etabliert. Somit erlebt der Leser viele Aspekte der Geschichte auch aus der Perspektive dieses Charakters, was für inhaltliche Abwechslung und vor allem mehr Tiefe sorgt.
Der Schreibstil Nora Mellings ist erneut sehr poetisch und zeichnet sich durch eine sehr bildhafte Sprache aus, jedoch merkt man ihr mittlerweile an, dass sie durch die vorangegangenen Bücher an Erfahrung gewonnen hat. Virtuos verknüpft sie Handlungsfäden und baut dadurch einen Spannungsbogen auf, der sich bis zur letzten Seite, wo alles zu einem schlüssigen Abschluss kommt, aufrechterhält. Auch der Titel ist mit Blick auf die Geschichte sehr geschickt gewählt!

An dieser Stelle möchte ich Nora Melling gratulieren. Mit ihrer Schattenblüte –Trilogie ist es ihr gelungen, eine vielschichtige, spannende Geschichte zu erschaffen, die sehr emotional, aber auch überaus spannend und fesselnd aufgebaut ist und ihren Figuren den Raum gibt, sich zu entfalten. Von mir gibt es deshalb für alle drei Romane eine klare Empfehlung!

Christian Funke-Smolka