Punisher Max 50: Hässliche kleine Welt (Panini Comics/ MAX Comics/Marvel)

Punisher Max 50: Hässliche kleine Welt (Panini Comics/ MAX Comics/Marvel)

Als ein alter Kampfgefährte aus Vietnam Ärger mit einer Biker-Gang hat, bittet er den Punisher um Hilfe, der sich sofort hinters Steuer eines heißen Schlittens klemmt und den Highway mit Feuer und Blei pflastert! Außerdem kreuzen sich die Wege des Punishers mit denen eines Dealers und wir erfahren, was Frank alles auf seinem Wunschzettel stehen hat.

Brandneue Geschichten mit Frank Castle!

Hart, härter, PunisherMAX!

Meinung zum Buch:

MAXIMUM50PUNISHER96HC4SSLICHEKLEINEWELT-62863_0Wow! Nachdem im letzten Band Jason Aaron und Steve Dillon die Geschichte vom Punisher in der MAX-Kontinuität besiegelten, war ich als großer Fan des Rächers gespannt, wie es nun weitergehen kann. Hier vorliegend haben wir Band 50 der Punisher MAX-Reihe mit dem Titel Hässliche kleine Welt (148 Seiten, Panini Comics/ MAX Comics/Marvel, 16,95€), der vier in sich abgeschlossene One Shots enthält, die zwar nicht die Tiefe der episch angelegten Storyline der Vorgängergeschichte haben (können), aber auf Grund der hervorragenden Autoren und Zeichner einen äußerst unterhaltsamen und teils düsteren Blick in die Welt des schwarzgewandeten Rächers bietet.
Gleich die Eingangsgeschichte Krieg in der Wüste (Hot Rods of Death, so der Originaltitel) ist ein kleines, gemeines und überaus stylisches Meisterwerk der Kurzgeschichte. Autor Charlie Huston (wurde von mir mit seiner Hank Thompson – Trilogie ausgiebig besprochen) liefert eine wilde Geschichte, die aus meiner Sicht noch viel länger hätte gehen können. Der Bitte eines alten Kriegskameraden nachkommend gerät der Punisher in die Schusslinie brutaler Biker und skrupelloser Geschäftsleute, die nicht mit sich spaßen lassen. Für seine Höflichkeit ist der Punisher jedoch auch nicht gerade bekannt, so dass es zu einem doch sehr heißen Ende für die Beteiligten kommt. Nicht von ungefähr dankt man am Schluß der an die genannten Klassiker erinnernden Geschichte den Filmen „High Plane Drifters“, „The Road Warrior“, „Deathrace 2000“, „Rolling Thunder“ und „The Seven Samurai“, wobei Zeichner Shawn Martin Martinbrough (Angletown, Bullseye, Dieb der Diebe) gekonnt den trashigen Charme der 70er-Streifen und des Western-Genres umzusetzen weiß. Eine an B-Movies erinnernde, visuell sehr gelungene Gewaltorgie, die einen direkt auf das Kommende einstimmt.

Auch für die nachfolgenden Stories setzten sich Autoren wie David Lapham (Stray Bullets), Stuart Moore (Marvel Noir) oder Andy Diggle (Thunderbolts) mit Geschichten um unseren geschätzten Vigilanten auseinander, denen eines gemein ist: ihr hoher Grad an Gewalttätigkeit, womit Punisher MAX somit nur für ein älteres Publikum geeignet ist.

So unterschiedlich und abwechslungsreich die Geschichten sind, verhält es sich ebenso mit den Zeichenstilen. Ob es der an Bernie Wrightson erinnernde Stil von Kyle Hotz (Hood, Carnage) in der Punisher_Xmas_by_TheDudeCool13(wirklich hervorragenden und bitterbösen Weihnachts-) Geschichte Stille Nacht ist, der eher künstlerische, grafische Stil von C.P. Smith (Marvel Noir, Spider-Man) in der Punisher X-Mas-Story (Die Liste, so der deutsche Titel), oder der solide Stil des Kroaten Dalibor Talajic (5 Ronin) in der wirklich großartig geschriebenen aber übel brutalen, titelgebenden Lapham-Story Hässliche kleine Welt, alle spiegeln das wider, was den Punisher ausmacht: trotz des inhaltlich eher eng gesteckten Korsetts der Punisher-Rahmenhandlung sind die einzelnen Stories von einem erfrischenden Abwechslungsreichtum geprägt, die jede Episode frisch und innovativ erscheinen lässt. Ich für meinen Teil habe Punisher MAXs Hässliche kleine Welt verschlungen und kann es jedem Fan der Reihe wärmstens empfehlen!

Christian Funke-Smolka