“Punisher: Soviet” (MARVEL / Panini Comics)

“Punisher: Soviet” (MARVEL / Panini Comics)

Autor: Garth Ennis

Zeichner: Jacen Burrows

Eine neue, knallharte Geschichte von Punisher-Legende Garth Ennis! Jemand hat es auf die russische Mafia abgesehen und hinterlässt eine Spur aus Leichen – aber es ist nicht Frank Castle. Der Punisher geht der Sache auf den Grund und trifft einen Afghanistanveteranen, der seinerseits eine offene Rechnung hat. Sind er und Frank etwa Schicksalsgenossen?

Ein neuer Punisher-Einzelband von Garth Ennis (THE BOYS, PREACHER)!

Zeichnungen von Jacen Burrows (PROVIDENCE, CROSSED, MOON KNIGHT)!

© MARVEL / Panini Comics

Meinung zur Veröffentlichung:

Russische Sünden

Konstantin Pronchenko ist ein russisches Clanoberhaupt. Ein skrupelloser und äußerst effizienter Geschäftsmann, der clever taktiert und gleichzeitig mit gnadenloser Härte seine Gegner einschüchtert und sich so ein Imperium aufbaute, welches es ihm ermöglicht, bald von seinen Investitionen unbehelligt und unauffindbar leben zu können. Doch plötzlich kommt es zu Übergriffen auf seine Transporte, Exekutionen seiner Handlanger und empfindlichen Störungen in seinen Geschäftsabläufen. Doch diesmal ist es nicht Frank Castle, besser bekannt als der Punisher! Bei seinen Recherchen trifft Castle auf Valery Stepanovich, der die Jagd auf den Mobster eröffnet hat und mindestens genauso effizient und tödlich vorgeht, wie der Bestrafer! Doch kann der Punisher ihm trauen?  

Seinen ersten Auftritt hatte er 1974 im Amazing Spider-Man Nr. 129, wo er durch die Manipulation eines Superschurken gegen Spider-Man kämpfte. Da er sehr schnell an Popularität gewann, kam es immer öfter zu Gastauftritten sowohl bei Spider-Man als auch in anderen Serien des Marvel-Universums. In den frühen 80ern gelang es dann endlich, dem Punisher eine eigene Serie zu spendieren, obwohl die Idee, einen Serienhelden zu etablieren, der kaltblütig Selbstjustiz verübt, nicht jedem gefiel! Aber die anfänglich geplante Miniserie war sehr erfolgreich und wurde entsprechend fortgesetzt. Mitte der 90er jedoch sank das Interesse des Publikums an den Geschichten des Punishers, so dass man erst mal pausierte. Ende der 90’er jedoch wollte man die Serie reanimieren und holte sich das Dream-Team Garth Ennis & Steve Dillon, die sich dank ihrer extrem erfolgreichen Serie Preacher auf dem Zenit ihrer Popularität befanden. Ihnen gelang es mit ihrer modernisierten Adaption, dem Rächer neues Leben einzuhauchen und ihn in das neue Jahrtausend hinüberzuretten! Dabei schufen sie eine wegweisende Richtung aus Zynismus, bösem Humor und einer unendlichen Coolness, die die weiteren Auftritte des Rächers prägen und nachhaltig beeinflussen sollte. Der neue Punisher war geboren.

Steve Dillon ist leider seit mittlerweile vier Jahren tot, aber Garth Ennis weilt glücklicherweise noch unter uns und kehrt in regelmäßigen Abstanden in das Punisher-Universum zurück, um mit seinem unvergleichlichen Stil neue Geschichten des Rächers zu erzählen. Hier vorliegend haben wir die deutsche Erstveröffentlichung eines Sechsteilers, den er gemeinsam mit seinem Crossed-Weggefährten Jacen Burrows konzipiert hat. So erleben wir hier eine bissige, spannende, sehr emotionale und abwechslungs- wie wendungsreiche Story, die von Burrows detailverliebt und dynamisch in Szene gesetzt wird. Stilistisch ähneln seine Zeichnungen dabei an vielen Stellen denen des verstorbenen Dillon, was mir als Fan besonders gut gefallen hat

Punisher: Soviet (Originaltitel: Punisher: Soviet, USA 2020) erschien bei MARVEL als 6-Teiler zwischen Januar und Mai 2020. Panini Comics veröffentlicht den Sammelband mit einer Empfehlung ab 18 Jahren in einer Übersetzung von Carolin Hidalgo. Neben einem Vorwort von Christian Endres befinden sich noch eine Galerie mit alternative Artwork und Kurzbiografien der Macher in dem ansprechend gestalteten Softcover (140 Seiten, 17€).

Ich freue mich über jeden Ennis-Beitrag im Punisher-Universum (na ja, eigentlich freue ich mich über jeden Ennis-Beitrag, egal wo J). Wenn es dann aber auch noch ein so durchweg gelungener Beitrag wie Punisher: Soviet ist, der sowohl inhaltlich, als auch visuell überzeugen kann, kann ich dem Sammelband eine absolute Kaufempfehlung aussprechen!

Christian Funke