Robert Crais - Straße des Todes (Heyne)

Robert Crais – Straße des Todes (Heyne)

Ihre Spur ist ausgelöscht

91ILfLELixL._SL1500_Jack Berman macht mit seiner Freundin Krista einen Ausflug in die kalifornische Wüste. Plötzlich zerreißen Motoren die Stille, Scheinwerfer schneiden durch die Nacht. Die beiden beobachten, wie eine Gruppe Mexikaner von mehreren Männern brutal zusammengetrieben wird. Dann fallen Schüsse. Sechs Tage später wird der Ermittler Elvis Cole mit der Suche nach dem jungen Pärchen beauftragt. Für ihn und seinen Partner Joe Pike beginnt ein Albtraum…

Robert Crais, 1953 geboren, begann seine Karriere als Drehbuchautor für das amerikanische Fernsehen und wurde unter anderem mit dem Emmy ausgezeichnet.1980 beschloss er, sich ganz dem Schreiben von Romanen zu widmen. Crais wurde mit zahlreichen namhaften Preisen ausgezeichnet (u. a. mit dem Edgar Award und dem Anthony Award), seine Thriller erscheinen in 42 Ländern und belegen regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten. Robert Crais lebt mit seiner Frau, drei Katzen und Tausenden von Büchern in den Bergen von Santa Monica, Kalifornien.

Meinung zum Buch:

Das Autor Robert Crais seine Karriere als mit dem Emmy ausgezeichneten Drehbuchautor für das US-Fernsehen begann, merkt man seinen Romanen an. Straff und zielgerichtet konzipiert widmet er sich direkt dem Wesentlichen der Story, baut in kurzen und effizienten Zügen seine Charaktere auf und lässt das Ganze erneut aus der trocken kommentierten Perspektive seines Serienhelden Elvis Cole erzählen.
In seinem neusten Roman Straße des Todes (Heyne, 416 Seiten, € 9,99) beschreibt Thriller-Autor Robert Crais dieses Mal den alltäglichen, realen Terror der mexikanischen Kartelle und ihrer Handlanger, Menschenschmugglern, den sogenannten „bajadores“. Der Privatermittler Elvis Cole und sein Partner Joe Pike bekommen durch die wohlhabende Unternehmerin Nita Morales den Auftrag, ihre verschwundene Tochter zu finden. Diese wurde zusammen mit ihrem Freund Jack von mexikanischen Menschenschmugglern entführt. Die Ermittlungen führen die beiden Detektive mitten in einen blutigen Bandenkrieg, was die Angelegenheit jedoch noch deutlich erschwert, ist der Umstand, dass ihre Gegner ein weit verzweigtes Netzwerk haben, dessen Kontakte bis in die höchsten Kartellkreise reicht.

Mit seinem neusten, dem dreizehnten Roman der Cole & Pike-Reihe, Straße des Todes, widmet sich der Autor mal nicht dem Serienmörder-Genre, sondern den mexikanischen Kartellen und ihren unterschiedlichen kriminellen Vergehen. In seiner für die Reihe typisch lakonischen ich-Erzählform, die einen trockenen, zynisch – brutalen Blick auf die Geschehnisse wirft, erzählt Craiseine Geschichte, die zu Beginn in hohem Tempo eine von Zeit- und Perspektivsprüngen (wobei dann auch die Erzählform als auch die Zeitebene wechselt) geprägt ist. Im Mittelteil verliert die Handlung etwas an Dynamik, nur um dann nach kurzer Zeit mit drastisch erhöhter Geschwindigkeit den Leser zu packen und erst nach dem Ende der Geschichte wieder loszulassen. Dem Autor gelingt dabei ein Roman, der so knackig wie ein klassischer Hard Boiled und so temporeich wie ein straighter Actionfilm ist. Die Brutalität, die hier geschieht, tut wirklich weh und die Schilderungen der im Roman vorkommenden Kriminalität wirken aufgrund ihres realen Bezuges sehr authentisch.

Robert Crais © Jonathan Exley

Robert Crais
© Jonathan Exley

Heyne veröffentlicht Straße des Todes in einer sehr schönen Klappbroschur, wobei sich auf der Innenseite neben erläuternden Texten noch eine Karte Nord-Mexikos befindet.

Straße des Todes ist ein spannender, komplex geschriebener als auch aus politischer Sicht aktueller Action-Thriller, der trotz einiger erzählerischer Längen im Mittelteil hervorragend unterhält. Man sollte jedoch den ein- oder anderen Roman der Reihe gelesen haben, damit einem so mancher Charakterzug der Hauptfiguren bekannt ist.

Robert Crais im Gespräch

Wie sind Sie aufgewachsen?
Robert Crais: Ich stamme aus der Arbeiterklasse und bin in einer typischen amerikanischen Industriestadt aufgewachsen. Meine Familie bestand aus Minenarbeitern und Polizisten.

Welcher Ort fasziniert Sie am meisten?
Robert Crais: Das Tunnelsystem unter Los Angeles. Dort leben gefährliche Jäger.

Was macht Sie glücklich?
Robert Crais: Dass »Straße des Todes« auf Platz 1 der New York Times Bestsellerliste steht, empfinde ich gerade als äußerst wohltuend.

Können Sie sich einen Tag ohne Musik vorstellen?
Robert Crais: Tatsächlich schotte ich mich beim Schreiben ab; ich bin dann voll konzentriert. Musik lenkt mich in diesen Phasen eher ab.

Welche Filmfigur würden Sie gerne spielen?
Robert Crais: Jason Bourne. Ich liebe solche Filme!

Wenn Sie nur noch 10 Dollar hätten – was würden Sie kaufen?
Robert Crais: Munition.

Glauben Sie an Himmel und Hölle?
Robert Crais: Himmel und Hölle sehe ich jeden Tag, wenn ich mir die Nachrichten anschaue.

Was zählt im Leben?
Robert Crais: Meine Familie, Freunde, ein guter Bourbon.

(Quelle: Random House SPEZIAL)

Christian Funke-Smolka