"ROTER ZAR" von Sam Eastland

„ROTER ZAR“ von Sam Eastland

Vom kaiserlichen Hof in den Gulag, vom Privatdetektiv des Zaren zum Sträfling: ein ungewöhnlicher Ermittler inmitten des Wahnsinns von Stalins Terror-Regime

 

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Russland 1929: Eigentlich müsste Pekkala tot sein. Seit neun Jahren arbeitet der Zwangsarbeiter für ein Holzfällerkommando in der sibirischen Taiga. Ein tiefer Fall, denn bis zur Revolution war Pekkala Sonderermittler des Zaren und für dessen Sicherheit persönlich verantwortlich. Doch nun soll Pekkala für Stalin, den »roten Zaren«, herausfinden, wie Nikolaus II. und die Romanows umgebracht wurden und wo sie ihren legendären Schatz versteckt hielten. Pekkala macht sich auf die Suche und gerät schnell in verschwörerische Machenschaften. Er weiß, dass ihm nicht viel Zeit bleibt. Stalin kennt kein Erbarmen. Es geht um Leben und Tod …

Sam Eastland

Sam Eastland

Meinung zum Buch:

Paul Watkins ist ein amerikanischer Autor, der zahlreiche Bücher veröffentlichte, ehe er sich unter dem Pseudonym Sam Eastland im Jahr 2010 mit dem vorliegenden Roter Zar (Knaur, 384 Seiten) einem für ihn neuen Genre widmete. Roter Zar ist der Auftakt einer Krimireihe um die Figur des Inspektor Pekkala, einem gebürtigen Finnen, der oberster Ermittler im Dienste des Zarenreiches in den Zwanzigern des letzten Jahrhunderts war.

Sein Roman spielt im Jahr 1929 in der Taiga Sibiriens, und sein Protagonist befindet sich in der misslichen Lage, als Zwangsarbeiter in einem Straf- und Arbeitslager gefangen gehalten zu werden. Joseph Stalin jedoch bietet ihm die Gelegenheit der Begnadigung, sollte er bei der Aufklärung der Umstände der Ermordung der Zarenfamilie Romanow hilfreich sein, besser noch, den sagenumworbenen aber leider verschwundenen Schatz aufzuspüren.

Sam Eastland hat sich für den Start seiner neuen Reihe eine legendäre Geschichte ausgesucht.In einer geschickten Vermischung von Fiktion und historischen Fakten gelingt es ihm, die Mythen und Spekulationen um die russische Zarenfamilie mit einer fiktionalen Geschichte zu verbinden, und so einen authentisch wirkenden Ausflug in eine geheimnisvolle und fremde Welt zu präsentieren. Hier drängen sich Vergleiche mit den Büchern Tom Rob Smiths beinahe auf, der einen ähnlichen Weg beschritt.

Sam Eastland schwelgt in der Beschreibung der Zeit und dem Prunk der Zaren, den Wirren der Revolution und der Situation der einfachen Bevölkerung. Als Trilogie angelegt springt er zwischen Gegenwart und Vergangenheit seiner Hauptfigur hin- und her, und liefert so eine tiefgehende Charakterisierung, die sich nahtlos in das gesellschaftliche Bild, welches der Autor zeichnet, einfügt.

Roter Zar ist ein fesselnd geschriebener, sehr bildhafter Trip in eine faszinierende und aufregende Zeit, und jedem zu empfehlen, der einen soliden Krimi vor einem historischen Hintergrund erleben möchte.

Christian Funke-Smolka