Russel D. McLean: „Ed ist tot“ (Golkonda)

Russel D. McLean: „Ed ist tot“ (Golkonda)

Jen Carter ist eine Prosecco liebende Buchhändlerin, die gerade ihren Traum von der Schriftstellerei an den Nagel gehängt hat, genauso wie ihren chaotischen Freund (oder eher Ex) Ed.

Als Jen eines Abends einen unerwünschten Eindringling in ihrer Wohnung bemerkt, bewaffnet sie sich mit einem Messer – und sticht zu. Was sie nicht ahnt, ist, dass sie gerade aus Versehen ihren Ex umgebracht hat, der offenbar etwas Kostbares in ihrer Wohnung versteckt hatte. Doch was tun mit einer noch warmen Leiche, einem Sack voller Drogen und einem ominösen Geldberg? Und noch viel wichtiger: Wie kann man den zwielichtigen Typen entgehen, die anscheinend noch eine Rechnung mit Ed offen hatte?

Ein humorvoller Noir-Krimi, der ein für alle Mal beweist, dass Frauen mehr mörderische Gene in sich tragen als Männer.

Russel D. McLean, Schotte durch und durch, feilte an seinen Schreibkünsten, während er mehrere Jahre lang als Buchhändler in Dundee und Glasgow arbeitete und direkt an der Quelle saß. Inzwischen überzeugt er mit seinen Romanen, die bereits in mehrere Sprachen übersetzt wurden.

© 2018 by Golkonda Verlag GmbH

Meinung zur Veröffentlichung:

Jennifer „Jen“ Carter ist eine eher unauffällige, zurückhaltende Buchhändlerin, die ein Händchen hat, sich mit den falschen Männern einzulassen. So auch ihr aktueller Freund Ed, dem es trotz seiner chauvinistischen Art und seinem kleinkriminellen Gebaren immer wieder gelingt, Jen rumzukriegen. Doch diesmal ist endgültig Schluss… definitiv, denn versehentlich ersticht Jen Ed. Doch die Entsorgung der Leiche erweist sich noch als ihr geringstes Problem. Allerdings scheint die unauffällige Buchhändlerin ungeahnte Talente zu besitzen und hinterlässt eine Spur der Verwüstung!

Russel D. McLean ist ein hierzulande noch eher unbekannter schottischer Autor, der selber jahrelang als Buchhändler tätig war und entsprechend über ein fundiertes Wissen über die Arbeit als Buchhändler verfügt. Doch das macht nicht unbedingt den Reiz dieses Romans aus. Denn was der Autor hier liefert, ist ein sich schleichend entwickelnder schwarzhumoriger Noir, die sich inhaltlich in immer absurdere Gefilde schraubt und den Leidensweg einer Protagonistin schildert, die eigentlich ihre Ruhe haben möchte, jedoch durch dumme Zufälle in eine Spirale der Gewalt gezogen wird, der sie nicht so einfach entkommen kann. Der Humor, anfangs noch subtil und hintersinnig, wird dabei von Kapitel zu Kapitel, von Buchabschnitt zu Buchabschnitt immer schwärzer, während inhaltlich dass Gewaltlevel kontinuierlich ansteigt. Natürlich kann man anmerken, dass Russel D. McLean einen latenten Hang zur absurden Übersteigerung aufzeigt, was mir aber persönlich egal ist, wenn er dies auf so extrem unterhaltsame und temporeiche Weise macht, wie in diesem Roman.

Ed ist tot (Originaltitel: Ed’s Dead, USA 2017) erscheint als eBook und Paperback mit Klappenbroschur in einer Übersetzung aus dem Englischen von Claudia Feldmann bei Golkonda (310 Seiten, €12,90). Neben einer Danksagung befindet sich noch eine Kurzbiografie des Autors im Anhang.

Russel D. McLean präsentiert mit Ed ist tot einen herrlich abwechslungs- und wendungsreichen Krimi, dessen Humor nicht schwarz, sondern tiefschwarz ist und sich an alle Leserinnen und Leser richtet, die es gerne auch mal etwas derber mögen. Wenn es dann noch solch eine schöne Veröffentlichung wie die hier vorliegende von Golkonda ist, kann – nein – dann muss ich einfach eine Leseempfehlung aussprechen!

Christian Funke