Steve Mosby - Kind des Bösen (Knaur)

Steve Mosby – Kind des Bösen (Knaur)

kind-des-bc3b6senDetective Inspector Andrew Hicks glaubt, alles über Mord zu wissen. Für ihn ist Logik alles. Doch sein neuester Fall macht ihn hilflos. Als eine Frau erschlagen aufgefunden wird, vermutet er ein Verbrechen aus Leidenschaft und konzentriert die Ermittlungen auf den Ex-Ehemann. Eine zweite, übel zugerichtete Leiche widerlegt jedoch seine Vermutung: Der Tote ist ein Obdachloser ohne jede Verbindung zu der Ermordeten. Angst breitet sich in der Bevölkerung aus, als in schneller Folge weitere Morde geschehen. Fieberhaft sucht Hicks nach einem Motiv, wo es keines zu geben scheint. Offenbar hat er es mit einem neuen Typ von Killer zu tun. Plötzlich erhält Hicks Briefe des Mörders, in denen dieser ihm sein Prinzip erläutert: totale Unberechenbarkeit …

Steve Mosby, geboren 1976 in Horsforth/Yorkshire, studierte Philosophie und lebt als freier Schriftsteller in Leeds. Seit seiner Kindheit war Schreiben seine Leidenschaft. Mit „Der 50/50-Killer“ gelang ihm der Durchbruch als hochklassiger Thrillerautor. Für seine bisher sieben Romane erhielt er 2012 den angesehenen „Dagger in the Library“ der britischen Crime Writers‘ Association.

Meinung zum Buch:

Ein Killer, der aus dem Nichts heraus, willkürlich und ohne erkennbares Muster mit einer unglaublichen, vernichtenden Brutalität zu Werke geht. Der sich zudem noch mit rätselhaften Botschaften bei den ermittelnden Beamten meldet und dessen Spuren auf ominösen Internetseiten zu finden ist. Ein Alptraum für den ermittelnden Detective Inspector Andrew Hicks, der zudem noch seine eigenen privaten und beruflichen Probleme zu bewältigen hat.

Steve Mosby © Roger McNally

Steve Mosby
© Roger McNally

Steve Mosby gelingt in seinem Roman Kind des Bösen (Knaur, 432 Seiten, € 9,99) das, was kaum einem anderen Thriller-Autoren wirklich gelingen mag: er kreiert eine düstere, wirkliche bedrückende aber immer sehr realistische Atmosphäre. Seine Idee der absoluten Willkür und damit verbunden der Unberechenbarkeit des Täters, ist eine makabre wie höchst interessante Grundidee. Denn wie findet man einen, der ohne erkennbares Muster zuschlägt. Kind des Bösen ist dabei ein Roman, der nichts für zarte Gemüter und empfindliche Leser ist, denn wie erwähnt, ist die Grundstimmung niederschmetternd und die geschilderten Taten sehr grausam und teils explizit in ihrer Beschreibung. Dabei glänzt der Autor mit einem prägnanten, effizienten Schreibstil, der stilistisch auf einem guten Niveau immer flüssig lesbar bleibt. Gekonnt kreiert er dabei eine komplexe Geschichte mit mehreren Handlungs- und Zeitebenen, die den Leser, auch wegen ihrer geschickt eingebauten Wendungen, lange Zeit im Unklaren lässt und dadurch immer spannend bleibt. Dazu gesellen sich ein virtuos geflochtener, konstanter Spannungsbogen und authentische Charakterentwicklungen, die diesen Roman aus der Masse an Veröffentlichungen herausstrahlen lassen.

Ich habe Kind des Bösen von Steve Mosby verschlungen und kann den Roman deshalb jedem Freund von guten, sehr spannenden Psycho-Thrillern ans Herz legen!

Christian Funke-Smolka