Till Raether - Treibland (rowohlt POLARIS)

Till Raether – Treibland (rowohlt POLARIS)

Im Hamburger Hafen läuft das Kreuzfahrtschiff «Große Freiheit» ein. An Bord: ein toter Passagier – verstorben an einem geheimnisvollen Virus. Bald herrscht Panuntitledik in der Stadt. Kriminalkommissar Adam Danowski, der eigentlich am liebsten am Schreibtisch ermittelt, wird an den Schauplatz beordert. Er kommt einem Verbrechen auf die Spur, das noch unzählige Tote zu fordern droht. Doch das unter Quarantäne gestellte «Pestschiff» darf keiner verlassen, selbst Kommissare nicht, und Danowskis Gegner sorgen mit aller Macht dafür, dass dies so bleibt…

Till Raether, geboren 1969 in Koblenz, arbeitet als freier Journalist in Hamburg, unter anderem für Brigitte, Brigitte Woman und das SZ-Magazin. Er wuchs in Berlin auf, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München, studierte Amerikanistik und Geschichte in Berlin und New Orleans und war stellvertretender Chefredakteur von Brigitte. Till Raether ist verheiratet und hat zwei Kinder.

www.tillraether.de

http://www.treibland.de/

Meinung zum Buch:

Adam Dankowski, Hauptkommissar im LKA Hamburg, ist jemand, der seiner Geburtsstadt Berlin auch zehn Jahre nach seinem Umzug nach Hamburg immer noch hinterhertrauert und lieber seine Arbeit vom Schreibtisch aus gestaltet da er einen pünktlichen Feierabend sehr schätzt. Seine psychische Hochsensibilität anderen Menschen gegenüber macht den Alltag für Dankowsi nicht einfacher. Als das riesige Kreuzfahrtschiff „Große Freiheit“ im Hamburger Hafen einläuft, findet man einen Toten an Bord. Die Umstände scheinen mysteriös, denn anscheinend ist der Mann an einem tödlichen Virus verstorben, was die Quarantäne des gesamten Kreuzfahrtschiffes mit seinen über 1500 Passagieren nach sich zieht. Ausgerechnet Dankowsi bekommt diesen Fall übertragen. Ihm zur Seite steht der Seuchenmediziner Finzel, ein trockener Alkoholiker. Bei ihren Ermittlungen kommt das ungleiche Duo einem Komplott auf die Spur, welches bis in die höchsten Ebenen zu reichen scheint. Welche Rolle spielt der tote Kaufmann und warum teilt man gerade Dankowski und Finzel diesen brisanten Fall zu?

Till Raether  © by Manuel Krug

Till Raether
© by Manuel Krug

Till Raether gelingt mit seinem Roman Treibland ein kleines Kunststück. In einem herrlich formulierten, beinahe melodiösen Schreibstil gelingt es dem Hamburger Journalisten und Autoren, sein ungleiches Ermittlergespann, welches, da es nicht den gängigen Krimi-Klischees entspricht, völlig sympathisch und authentisch rüberkommt, in einer Geschichte zu etablieren, die sowohl mit einer faszinierenden Handlung, als auch einer Menge Lokalkolorit zu fesseln vermag. Zudem blitzt trotz der brisanten und hochspannenden Geschichte immer wieder ein feiner, augenzwinkernder Humor auf, der den Roman zu einem wirklich runden Lesevergnügen gestaltet.

Treibland von Till Raether erscheint bei rowohlt POLARIS (495 Seiten, €14,99) als großformatiges Softcover mit Klappenbroschur mit einem stimmungsvollen Cover-Artwork. Interessante Zusatzinformationen des Autors gibt es auf dem Blog zum Roman, den man unter http://www.treibland.de/ findet.

Till Raether gelingt mit seinem Krimi Treibland ein sowohl sehr gut beobachtetes wie geschriebenes, als auch spannendes aber ebenso subtil humorvolles Buch, welches den Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln vermag. An diesem überaus gelungenen und zum Teil sehr beklemmenden Roman stimmt einfach alles. Deshalb von mir eine eindeutige Empfehlung!

Christian Funke-Smolka