Todd Ritter - Totennacht  (rororo)

Todd Ritter – Totennacht (rororo)

Todd Ritterscheint durch seine Kindheit im ländlichen Pennsylvania ziemlich geprägt worden zu sein. Diesen Eindruck hat man, wenn man seine Romane liest, wo Idylle und Grauen nahe beisammen liegen. Der Hobbykoch und Filmliebhaber

Todd Ritter

schafft es, seine Thriller über Gewaltverbrechen, Serienmördern und mysteriösen Geheimnissen so in seine lebhafte Beschreibung ländlichen Friedens einzubetten, dass das Grauen schleichend aber unerbittlich nach dem Leser greift.
Seine langjährige Erfahrung als Journalist einer Tageszeitung zeigt sich dabei in seinem Schreibstil, der effizient auf den Punkt kommt, und konstant einen Spannungsbogen aufbaut.
Totennacht (rororo, 416 Seiten), ist sein zweiter Roman, und spielt erneut in dem ländlich gelegenen Dorf Perry Hollow!

Wir schreiben den 20. Juli 1969, während die Welt fasziniert von Neil Armstrongs ersten Schritten auf dem Mond ist, gerät die Welt der jungen Mutter Maggie in dem kleinen Dorf Perry Hollow unerwartet aus den Fugen. Aufgeweckt durch dass Schreien ihres Babys Eric muss sie feststellen, dass ihr neunjähriger Sohn Charlie Olmstead verschwunden ist. Eigentlich wollte der Raumfahrtbegeisterte Junge versuchen, die Landung von seinem Lieblingsplatz in der freien Natur aus anzuschauen, doch er kehrt nicht zurück. Auch alles Suchen und Nachforschen erzielt keine Resultate, der Junge bleibt spurlos verschwunden.
Vierzig Jahre später gründet der ehemalige Polizist Nick Donnolly mit der örtlichen Polizeichefin Kat Campbell eine Stiftung, welche alte Vermisstenfälle wieder aufrollt. Hier treffen sie auch auf den mittlerweile seit Jahrzehnten geschlossenen Fall um Charlie Olmstead.
Unterstützung erhalten sie bei ihren Nachforschungen von dem mittlerweile erwachsenen Eric, der seiner im Sterben liegenden Mutter versprechen musste, den verschwundenen älteren Bruder zu finden. Für Ermittler Nick Donnolly ist es eine Rückkehr in das Dorf Perry Hollow, ermittelte er hier doch schon in einem vorangegangenen Fall mit der Polizeichefin zusammen (dem Debütroman des Autors Todd Ritter, Das Schweigen der Toten, ebenfalls bei rororo erschienen). Gemeinsam machen sie eine schreckliche Entdeckung, denn Charlie Olmstead war anscheinend nicht der einzige Junge, der damals spurlos verschwand, denn innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums verschwanden zu dieser Zeit fünf andere Jungen im gleichen Alter wie Charlie! Doch es erweist sich als sehr schwierig für die Ermittler, das alte Geheimnis um das Verschwinden der Jungs zu lösen, denn je tiefer man nachbohrt, desto mehr mysteriöse Dinge fördert man ans Licht.

Mit seinem zweiten Roman gelingt Autor Todd Ritter ein gut geschriebener, fesselnder und energiegeladener Thriller, der sowohl durch seine interessante, Jahrzehnte überspannende Geschichte, als auch durch seine gelungene Figurenzeichnung zu überzeugen weiß. Stilistisch an Simon Beckett erinnernd, baut der Autor eine Spannung auf, die einen als Leser mitten in die Geschichte zieht. Ein Thriller der Extraklasse, der mich die weiteren Romane von Todd Ritter mit Spannung erwarten lässt.

Christian Funke-Smolka