Tom C. Winter: „Sie bleiben“  (Oldib Verlag)

Tom C. Winter: „Sie bleiben“ (Oldib Verlag)

Stell Dir vor, Dein Körper stirbt – und Du lebst weiter

Nicht alle Menschen verlassen die Welt, wenn sie sterben. Manche bleiben.

Verstörende Ereignisse konfrontieren drei ganz unterschiedliche Menschen mit diesem Geheimnis. Je mehr sie über die Macht der Toten herausfinden, desto mehr entgleitet ihnen die Welt der Lebenden. Gelockt vom Geheimnis ewigen Lebens verstricken sie sich immer tiefer in einen Kampf zwischen Gegnern, die längst tot sein sollten.

Um ein ungeborenes Kind zu schützen, müssen sie sich gemeinsam einem alten Bösen stellen…

© Tom C. Winter & Oldib Verlag

Meinung zur Veröffentlichung:

Überlebe den Tod

Es gibt mehr Ding’ im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt… so sagte es bereits Hamlet in der gleichnamigen Shakespeare-Tragödie. Auch die Protagonisten in Sie bleiben, dem neuen Roman von Autor Tom C. Winter (Welt der Toten) müssen feststellen, dass sich in ihrem Leben etwas Unerklärliches ereignet, dem sie nicht mit ihrem bekannten Schulwissen begegnen können.

Auf der einen Seite lernen wir den arbeitslosenFotografen Jan kennen, der in seinen Träumen anfangs die eher erotische Bekanntschaft mit einer unbekannten Schönen macht, bei der sich herausstellt, dass die Traumbekanntschaft tatsächlich ein Geisterwesen ist, welches versucht, den Kontakt mit ihm in der realen Welt herzustellen. Auf der anderen Seite lernen wir Claudia kennen, die nach einem schockierenden Erlebnis mit ihrem Bruder Dominik feststellt, dass sie offensichtlich schlafwandelt und in diesem Zustand unerklärliche Dinge tut. Leidet sie unter einer dissoziative Störung, oder ist sie in diesen Momenten von einer unbekannten Macht besessen?  Der dritte Handlungsstrang handelt von dem in einer WG lebenden Archäologiestudenten Linus Fierek, den sein Professor zwar durch eine relevante Prüfung fallen lässt, ihm aber erst einen Job und dann Einblicke in eine macht- und energievolle Welt gewährt. Bei allen drei Personen wird sich ihr Blick auf das bisherige, vertraute Leben grundlegend ändern und nichts mehr so sein, wie es einmal war…

© Trailer: House of Woe

Tom C. Winter

Der 1978 geborene Tom C. Winter arbeitet als Diplom-Psychologe und Psychotherapeut in eigener Praxis. Er behandelt Menschen, die an Depressionen, Traumafolgestörungen und anderen psychischen Krankheiten leiden. Dieses Wissen und seine berufliche Erfahrung merkt man seinem neuen Roman Sie bleiben deutlich an, der gerade in der tiefgehenden Charakterisierung seiner Figuren zu punkten weiß. Dabei ist seine Geschichte clever aufgebaut. Denn ähnlich wie zu Beginn der Handlung die WG-Kollegen anmerken, dass der Trick bei Sekten der wäre, dass man ihren sonderbaren Ideen eine Prise nachprüfbare Information untermischt, um sie dadurch unterbewusst glaubwürdiger zu gestalten, gelingt es Winter, den Leser Schritt für Schritt in eine Welt zu entführen, bei der man sich nicht mehr sicher sein kann, was Realität ist und was nicht. Denn ihm gelingt es, seinen übernatürlichen Ereignissen, die sich subtil in die Geschichte einschleichen, eine plausible und dadurch beinahe glaubwürdige Erklärung zu spendieren, so dass man sich gerne auf eine „was wäre wenn“-Gedankenspielerei einlässt. Zudem ist zu bemerken, dass der Autor ein echter Genreliebhaber und Kenner der Materie ist. so kommt es zu kleinen Anspielungen, aber auch Referenzen, die einem als Freund und Kenner des Horrorgenres an manchen Stellen ein Grinsen ins Gesicht zaubern. Der Roman macht Spaß, ist stringent aufgebaut, inhaltlich fesselnd und verfügt über ein konstant hohes Spannungsniveau. Ich bin schon sehr gespannt, mit welchen Geschichten uns Tom C. Winter noch überraschen wird.

Sie bleiben erscheint als Paperback mit einer von Matt Fynch wunderbar illustrierten Covergestaltung im Oldib Verlag (328 Seiten, €13,99).

Sie bleiben ist ein spannender, clever aufgebauter Genreroman, der den Leser auf einen ungewöhnlichen, alptraumhaften Trip mitnimmt und einen erst loslässt, wenn man die letzte Seite gelesen hat. Von mir gibt es deshalb eine eindeutige Leseempfehlung!

Christian Funke

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