Warren Ellis - Gun Machine (Heyne)

Warren Ellis – Gun Machine (Heyne)

100 Opfer. 100 Waffen. 1 Killer.

351_43725_130064_xxlDetective Tallow hat einen richtig miesen Tag: Erst muss er mitansehen, wie sein Partner von einem Irren niedergeschossen wird, dann entdeckt er zufällig ein verrammeltes Apartment, das bis zur Decke mit Waffen vollgestopft ist. Zu allem Überfluss stellt sich heraus, dass jede einzelne davon einen Menschen getötet hat – und keiner dieser Morde wurde je aufgeklärt. Hunderte Fälle, die bereits bei den Akten lagen, müssen somit neu aufgerollt werden. Tallow soll sich der Sache annehmen. Doch der geheimnisvolle Killer ist nach wie vor aktiv…

Warren Ellis ist einer der produktivsten, meist gelesenen und innigst geliebten Graphic novelists weltweit, sowie Urheber beliebter Serien wie Transmetropolitan und The Authority. Er gewann zahlreiche Preise und wurde für viele weitere nominiert. Ellis hat über 50 Graphic novels, Fernsehdrehbücher und Videospiele geschrieben. Er schickt seinen Freunden und seiner Familie ununterbrochen aus der Kneipe Nachrichten per SMS zu. Mit seiner Frau Niki und der gemeinsamen Tochter Lilith lebt er in Südengland. Er schläft nie.

Meinung zum Buch:

Der Brite Warren Ellis ist wohl am bekanntesten für seine bahnbrechenden Graphic Novels, etwa die mit Darick Robertsen gemeinsam verfasste, atemberaubende Serie „Transmetropolitan“ um den Gonzo-Journalisten Spider Jerusalem! Bereits 2007 schrieb er seinen ersten, noch stark im Comic-Genre verhafteten Roman „Gott schütze Amerika“, welcher auch im Heyne – Verlag erschien. Hier nun haben wir seinen zweiten, von Kritikern und Schriftstellern wie Ian Rankin oder William Gibson hochgelobten Roman Gun Machine (Heyne, 384 Seiten, €8,99) vorliegen, der sich mittlerweile weiter von seinem Comic-Stil entfernt hat, dafür umso prosaischer und literarischer ausgefallen ist.

Warren Ellis

Warren Ellis

Jedoch findet man auch in Gun Machine die Stärke seiner der eher visuellen Erzählkunst: wie keinem Zweiten gelingt es ihm, eine temporeiche, harte Story mit vielen Wendungen, interessanten, sehr eigenen Figuren und seinem für ihn typischen bösen, schwarzen Humor und der teils sehr zynischen Weltsicht mit einer bildhaften Sprache zu kombinieren.

Mit seiner Hauptfigur Detective John Tallow hat Ellis zwar einen eher klassischen Stereotyp des Hard Boiled geschaffen, der bildhaft gesprochen jeden Tag aufs neue in die Sch*** tritt! Doch durch die vom Autor überspitzten Charakterzeichnungen in Kombination mit einer perfiden Story und einer ihm typischen, im weiteren Verlauf der Geschichte immer düsteren Weltsicht machen den irgendwie zeitlos wirkenden Roman auf eine morbide Art sehr unterhaltsam!

Gun Machine ist dabei eine moderne Mischung von Chandlers Hard Boiled und vielen Elementen seiner grandiosen Transmetropolitan-Reihe! Ein Roman, der mich ziemlich begeistert hat, da er klassische und moderne Versatzstücke geschickt kombiniert, hart aber trotzdem humorvoll ist und sich damit vom Mainstream abhebt!

Verlagsseite

Christian Funke-Smolka