Wayne Simmons - Grippe (Voodoo Press)

Wayne Simmons – Grippe (Voodoo Press)

grippe_frontEine hartnäckige Grippe geht um – eine Epidemie sogar, wie manch einer behauptet. Auf Plakaten sagen sie dir, du sollst beim Niesen die Hand vor den Mund halten und Taschentücher nur einmal benutzen. Zu dumm, dass sich diese Grippe nicht von solchen Maßnahmen aufhalten lässt. Hast du sie dir erst eingefangen, klopfen schwer bewaffnete Polizisten an die Tür und sperren dich zu Hause ein, wo du allein sterben musst – und das wirst du innerhalb weniger Tage. Wenn es dann mit dir zu Ende gegangen ist, dauert es keine zwei Stunden, und du schlägst die Augen wieder auf …

GRIPPE ist eine temporeiche und erschreckend realistische Zombie-Horrorstory.

Der in Belfast geborene Wayne Simmons ist seit einigen Jahren im Horror Genre tätig. Seither kritzelt er Rezensionen und Interviews für eine Vielzahl von Magazinen. Im November 2008 veröffentlichte Wayne seinen Debütroman »Drop Dead Gorgeous«, der im Februar 2011 in einer erweiterten Version neu verlegt wurde. Drop Dead Gorgeous wurde sowohl von Genrefans als auch Rezensionisten mit sofortiger Begeisterung angenommen. FLU (Grippe) ist Waynes zweites Werk und gilt als Bestseller Zombieroman. Beide Romane werden 2012 als deutsche Erstveröffentlichung bei Voodoo Press erscheinen. In seiner spärlichen Zeit geht er laufen, lässt sich tätowieren, oder lauscht aller Art kreischender Klänge aus seiner BOOM-BOOM Box. Mehr Informationen finden sich auf seiner Homepage: waynesimmons.org

Meinung zum Buch:

Das Zombie-Genre erfreut sich seit geraumer Zeit einer extrem hohen Beliebtheit, was dazu führt, dass der Strom an vielfältigen Veröffentlichungen im Film- und Literaturbereich nicht abreißt.
Hier vorliegend haben wir eine Veröffentlichung von Wayne Simmons, der mit seinem zweiten Roman Grippe (Voodoo Press, 280 Seiten, €13,95) den ersten Teil der bisher aus zwei Teilen bestehenden alptraumhaften Infektionsapokalypse (Teil 2, Inkubation, ist ebenfalls bei Voodoo Press erschienen) präsentiert.

Das Szenario ist dem Genreliebhaber so bekannt wie erschreckend, jedoch die Location Irland und ihre politisch brisante Situation bietet einen angenehm neuen Aspekt. Die Idee, ein Grippevirus auf die Menschheit loszulassen weckt

Wayne Simmons

Wayne Simmons

Erinnerungen an so manche Outbreak-Geschichte, da keiner vor der Übertragung sicher scheint. Die Kontakte zur Außenwelt sind schnell nicht mehr existent, die Gruppen der Überlebenden werden immer weiter dezimiert, ein Gefühl der Ausweglosigkeit macht sich breit. Diese Atmosphäre versucht Autor Simmons bildhaft in Worte zu fassen, ohne dabei zu sehr in die Klischeekiste greifen zu müssen, verzichtet dabei aber auch auf die oft aus Filmen bekannten verwüsteten Straßenzüge und andere visuelle Bilder der Zerstörung. Er ist zudem nicht bemüht, das Genre neu zu definieren, sondern nutzt die bekannten Vorgaben, ohne diese zu verfremden oder abzuändern.
Drei verschiedene Handlungsstränge schildern die schreckliche Situation aus unterschiedlichen Blickwinkeln und geben damit ein umfassendes Gesamtbild der Situation Irlands wider. Simmons gelingt es auf einem sprachlich einfachen, leicht lesbaren aber inszenatorisch soliden Niveau die Geschichte bildhaft zu erzählen und seine Handlungsstränge letztendlich zusammenzuführen. Deutlich zeigt er die Einflüsse der großen Vorbilder auf, so finden sich Elemente aus den Romero – Filmen, aber auch aktuellere Beiträge wie „28 Weeks Later“ und „Contagion“ werden als Inspiration genutzt und eingebaut.

Voodoo Press veröffentlicht Grippe in einer schön gestalteten Taschenbuchausgabe mit einem ansprechenden Cover, welches nichts über den Inhalt preisgibt, aber trotzdem zu faszinieren weiß.

Wayne Simmons gelingt mit Grippe ein überaus solider Endzeit-Roman vor dem Hintergrund der politischen Situation Nordirlands, der auf zu viel explizite, selbstzweckhafte und künstlich ausgeschlachtete Brutalität verzichtet, jedoch seine Beschreibung der Untoten trotzdem gerne unappetitlich darstellt. Sein Fokus liegt eindeutig auf der Schilderung seiner unterschiedlichen Charaktere und deren Biografien, was der Geschichte eine eher ernstere und sachlichere Note beschert und den Roman damit zu einem recht ungewöhnlichen und teils sehr atmosphärischen Vertreter des Genres macht.

Christian Funke-Smolka