„1900“ (Koch Films) +++Rezension & Gewinnspiel+++

„1900“ (Koch Films) +++Rezension & Gewinnspiel+++

Regie: Bernardo Bertolucci

Cast: Robert De Niro, Burt Lancaster, Gerard Depardieu u.a

Norditalien kurz nach der Jahrhundertwende. Am Todestag von Giuseppe Verdi werden zwei Knaben geboren: Der privilegierte Gutsbesitzersohn Alfredo (Robert De Niro) und Olmo (Gerard Depardieu), das Kind eines einfachen Landarbeiters. Während Olmo im Zuge des Ersten Weltkriegs und der Wirtschaftskrise zum überzeugten Sozialisten wird, schwingt sich Alfredo zum großbürgerlichen Steigbügelhalter Mussolinis auf. Als zwischen den beiden nicht nur ein Kampf um die schöne Ada entbrennt, sondern auch der Zweite Weltkrieg schockierende Gräben aufreißt, nehmen ihre Wege weitere unvorhergesehene Wendungen…

Ein halbes Jahrhundert italienischer Geschichte, manifestiert in zwei Figuren auf gegenüberliegenden Seiten der Gesellschaftsordnung: Mit seinem über fünfstündigen Meisterwerk 1900 – NOVECENTO spannt Oscar®-Preisträger Bernardo Bertolucci (DER LETZTE KAISER) einen opulenten Bilderbogen, in dem vor allem Robert De Niro und Gerard Depardieu ein frühes Zeugnis ihrer Schauspielkunst ablegen. An ihrer Seite so eindrucksvolle Namen wie Burt Lancaster (DER LEOPARD), Donald Sutherland (WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN) und Sterling Hayden (DER PATE), die zum legendären Soundtrack von Ennio Morricone ein Stück Filmgeschichte mitschreiben durften.

© Koch Films

Meinung zur Veröffentlichung:

Mit seinem Filmepos 1900 schuf Bernardo Bertolucci eine mehr als fünf Stunden lange Chronik der italienischen Geschichte seit der Jahrhundertwende bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Erzählt wird das Leben zweier am 27. Januar 1901 in der norditalienischen Region geborener Jungen, Alfredo Berlinghieri, der Sohn eines reichen Gutsbesitzers, und Olmo Dalcò, der Sohn eines Landarbeiters, die sich trotz unterschiedlicher Voraussetzungen anfreunden. Am Beispiel der beiden heranwachsenden Jungen zeichnet der Regisseur ein detailverliebtes Bild italienischer Geschichte der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts.

Der vor einem Jahr verstorbene Bernardo Bertolucci (* 16. März 1941; † 26. November 2018) war ein italienischer Regisseur, der in 50 Jahren 16 Spielfilme inszenierte, die sich durch ihre Mehrdeutigkeit und einen opernhaften Erzählstil, ein besonderes Merkmal des Filmemachers, auszeichneten. Seine Einflüsse waren vielfältig und zeigten sich in seiner facettenreichen, oftmals farbenprächtigen und epochalen Inszenierung. Sein 1972 entstandener Film Der letzte Tango in Paris bescherte ihm viel Aufmerksamkeit und ermöglichte ihm eine gewisse künstlerische Freiheit, der es zu verdanken ist, dass ein Werk wie das hier vorliegende Mammutprojekt 1900 überhaupt möglich war. Ein mit 316 Minuten Laufzeit schier wahnwitziges Epos, in welchem er seinem Hang des ausschweifenden Erzählens, der farbenprächtigen Darstellung und seine politischen Ideale – er erzählte gerne, dass er viel Zeit unter Bauern verbracht hat und von Kindheit an Kommunist gewesen sei – ausleben konnte. Insofern sind auch in diesem Film wieder zahlreiche Anspielungen und autobiografische Elemente eingeflochten, die sich nahtlos in das historische Sittengemälde einfügen. Dabei verzichtet er auf eine lineare Erzählstruktur und springt in den Zeiten, dass es einen als Zuschauer bei den zahllosen Figuren erst mal völlig verwirrt. Stück für Stück erarbeitet man sich die Geschichte, fügt Puzzlesteine zusammen und erhält so immer tiefere Einblicke in die gesamte Geschichte, die sich über einen Zeitraum von fast einem halben Jahrhundert erstreckt. In seiner anspruchsvollen Geschichte zeigt er am Beispiel seiner beiden aus unterschiedlichem Stand stammenden Hauptfiguren den klassischen Klassenkampf vor dem Hintergrund des aufkeimenden Faschismus. Sehr detailreich zeichnet Bertolucci die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, verwendet in seiner Struktur viele Metaphern und strukturiert sein Epos in Erzählteile, die er an den Jahreszeiten angliedert. Es ist ein Film, der viel fordert, jedoch noch mehr gibt. Ein Film, den man sich erarbeiten, auf den man sich einlassen muss, der gleichzeitige Meisterwerk und Beispiel einer wahnhaften Exzentrik eines Filmemachers ist, der versucht, eine irrwitzige Idee in eine erzählerische Form zu bringen.

© Trailer: Eurekaentertainment

1900 (Originaltitel: Novecento, Italien, Frankreich, Deutschland 1976) erscheint bei Koch Films in einer edlen, herausragend gestalteten und prall gefüllten Limited Collectors Edition. Der in der berühmten Cineteca di Bologna unter der Aufsicht des bereits schwerkranken Regisseurs sorgfältig in 4K restaurierte Film verteilt sich gemäß seiner früheren Untergliederung in Teil I & II auf zwei Blu-ray-Discs. Bild (1,85:1/1080p) und Ton (Deutsch, Englisch & Italienisch: dts-HD Master Audio 2.0 Stereo) sind von erstaunlich guter Qualität, speziell die Farben leuchten sehr frisch und bieten ein sattes und überzeugendes Bild. Auf der dritten Blu-ray-Disc befinden sich die mehr als einstündige Dokumentation Das Kino Bertoluccis, die längeren Specials 1900: The Story, the Cast und 1900: Creating an Epic, so wie zum Teil sehr ausführliche Interviews mit dem Regisseur, den Darstellern Robert De Niro und Donald Sutherland, dem Kameramann und dem Restaurator, Trailer und Bildergalerien. Zudem befindet sich auf einer weiteren beiliegenden CD der Soundtrack von Ennio Morricone. Abgerundet wird diese vorbildliche Veröffentlichung von einem Booklet.

1900 in seiner Gesamtheit zu erfassen fordert höchste Konzentration und Aufmerksamkeit von seinem Publikum! In seiner kraftvollen Bildsprache und unterstützt von grandiosen Darstellern und dem monumentalen Score Ennio Morricones und der klassischen Musik Giuseppe Verdis erleben wir einen epochalen Klassiker des modernen Kinos, den es in dieser form heute nicht mehr geben dürfte. Ein klassenkämpferisches, erzählfreudiges und dichtes Epos, welches trotz seiner unglaublichen Lauflänge und der zahlreichen Handlungsstränge immer noch fasziniert und zu fesseln vermag!

Gewinnspiel:

Ich freue mich, zum Verkaufsstart von „1900”

1 x die Special Edition

verlosen zu können.

Frage:

Was ist euer liebster Bernardo Bertolucci-Film?

Wer mir bis zum 23. Dezember 2019 eine Mail mit dem Betreff „1900” (plus der Anschrift & der Antwort) an:

christian@wewantmedia.de

schickt, das Gewinnspiel freiwillig auf Facebook mit jemandem teilt, dem das auch gefallen könnte und mir, wer mag, noch ein “gefällt mir” auf meiner Facebook – Seite (https://www.facebook.com/wewantmedia) gibt, nimmt an der Verlosung teil!

Bestimmt durch die Reihenfolge der Teilnahme bekommt jeder Teilnehmer eine Nummer zugeordnet, über den oder die Gewinner/in entscheidet ganz unparteiisch und unbestechlich Random.org.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, der/die Gewinner/in wird zeitnah benachrichtigt.

Herzlichen Glückwunsch! Der Gewinner steht fest und wurde per Mail informiert. Die Special Edition ist bereits auf dem Weg, viel Spaß damit! Allen anderen Teilnehmenden meinen herzlichen Dank für die große Resonanz und viel Glück beim nächsten Gewinnspiel!

Christian Funke