388 Arletta Avenue  (Universum Film)

388 Arletta Avenue (Universum Film)

Fühlen Sie sich auch manchmal beobachtet?

Wie sicher kann man sich innerhalb der eigenen vier Wände fühlen? Was ist der Ursprung eines Geräuschs oder eines Schattens, den man vermeintlich nebenan bemerkt hat? Was wäre, wenn ein Fremder überall im Haus Kameras versteckt 81G5ZxHAoiL._AA1500_hätte und dadurch jeden einzelnen Schritt und jedes gesprochene Wort mitverfolgen kann? Im kommenden Found Footage-Thriller 388 Arletta Avenue wird eine der Urängste des Menschen thematisiert und gekonnt damit gespielt – gruselig und hochspannend bis zur letzten Minute.

In der kanadischen Produktion der Macher von „Cube“ und „Splice“, der im Herbst 2011 bereits auf dem Toronto International Film Festival lief, sind u.a. Nick Stahl („Terminator 3 – Rebellion der Maschinen“, „Sin City“), Mia Kirshner („Vampire Diaries“, „30 Days of Night: Dark Days“) und Devon Sawa („Final Destination“) zu sehen.
Für Regie und Drehbuch zeichnet Randall Cole verantwortlich, der mit den beiden Komödien „19 Months“ und „Real Time“, sein Können bereits unter Beweis gestellt hat. Mit 388 Arletta Avenue schlägt der Amerikaner nun versiert den Weg ins Horror-Genre ein.

Story:

Der Alltag des jungen Pärchens James und Amy gerät aus den Fugen, als eines Tages plötzlich seltsame Dinge passieren. Der Wecker klingelt unerwartet mitten in der Nacht, James findet eine unbekannte Mix-CD in seinem Auto und ihre Katze ist auf einmal scheu und ängstlich. Keiner der beiden scheint dafür verantwortlich zu sein. Alles deutet darauf hin, dass ein Fremder Zugang zu ihrem Haus hat. Als James am nächsten Tag von der Arbeit zurückkommt, ist Amy spurlos verschwunden. Als weiterhin unheimliche Dinge passieren, gerät James in eine Spirale aus Verdacht und Wahnsinn und verliert nach und nach die Kontrolle über die Situation…

Meinung zum Film:

Produziert von Vincenzo Natali (Regisseur von Cube und Splice) ist der vorliegende Film 388 Arletta Avenue von Regisseur Randall Cole der für mich erste Found Footage – Thriller, der auf Geister und den ganzen übersinnlichen Spuk-Kram glücklicherweise verzichtet. Auffallend ist, dass sich Regisseur Cole Zeit lässt… viel Zeit! Sehr ruhig erzählt er seine Geschichte, beleuchtet die einzelnen Charaktere und lässt erahnen, dass sich im Hintergrund etwas Böses 81VuAjMC0cL._AA1500_anbahnt. Das ist in der ersten Hälfte des Films Minimalismus pur, der einzig durch die unglaublich gekonnten Kameraperspektiven eine gewisse Dynamik erhält. Interessante Blickwinkel, Aufnahmen, die immer durch irgendwas hindurch- oder vorbeigefilmt wurden (man sieht zum Beispiel das Abdeckungsgitter der Boxen, hinter dem sich die versteckte Kamera befindet, oder Gegenstände, die im Weg stehen und so einen Teil des Bildausschnittes verdecken), geben dem Film eine interessante Note, die einen, auch wenn die Story zu Beginn etwas langatmig ist, in die Handlung ziehen. So baut sich beinahe unbewusst eine Spannung auf, der man sich schwer entziehen kann.

Die Blu-ray aus dem Hause ©Universum Film erscheint am 25. Januar 2013 und präsentiert den Film in einer sehr guten Bild- und Tonqualität. Der Bonussektor beinhaltet ein etwa 30 Minuten langes Making of mit Szenen vom Dreh und Interviews, außerdem findet man einen Originaltrailer und eine Programmshow.

388 Arletta Avenue ist ein etwas anderer Thriller, der sich Zeit für seine Geschichte und den Aufbau einer eher bedrohlichen Atmosphäre nimmt. Vielen wird der Film aufgrund seines ruhigen Anfangstempos langatmig erscheinen, ich persönlich fand gerade die Reduzierung der Erzählgeschwindigkeit interessant, da sie einen dadurch unbewusst in die sich langsam aufbauende Spannung zieht. Mir persönlich hat 388 Arletta Avenue gut gefallen und ich finde ihn, gerade wegen des Verzichts irgendwelcher übersinnlicher Erklärungen oder Spukgestalten, besser und spannender als ähnlich inszenierte Genrebeiträge.

Christian Funke-Smolka