„47 Meters Down“ (Universum Film) +++Rezension & Special+++

„47 Meters Down“ (Universum Film) +++Rezension & Special+++

Während ihres Mexikourlaubs beschließen Kate und Lisa, dass sie neben Jungs und Partys noch ein weiteres Abenteuer erleben wollen – Haitauchen. Leider entscheiden sich die Freundinnen für den falschen Ausflug. Was zunächst als eine einmalige Erfahrung beginnt, entpuppt sich schnell zum absoluten Horrortrip. Nachdem sich der Käfig vom Boot löst, stranden sie in 47 Metern Tiefe. Gefangen in ihrem rostigen Tiefseegefängnis beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Umzingelt von weißen Haien müssen Kate und Lisa den Aufstieg zur Oberfläche schaffen, bevor ihnen der Sauerstoff ausgeht.

Der neue Film von Regisseur Johannes Roberts („F – London Highschool-Massaker“, „The Other Side of the Door“) 47 METERS DOWN ist nicht nur ein packender Thriller über einen katastrophalen Cage-Diving-Ausflug vor der Küste Mexikos, sondern einer der besten Hai-Horror-Schocker der letzten Jahre! In den Hauptrollen überzeugen die Hollywood-Schönheiten Mandy Moore („This Is Us“) und Claire Holt („The Vampire Diaries“). In weiteren Rollen sind Matthew Modine („Full Metal Jacket“, „The Dark Knight Rises“), Chris Johnson („The Vampire Diaries“), Yani Gellman („Pretty Little Liars“, „90210“) und Santiago Segura („Scream“) zu sehen.

© Universum Film

Meinung zur Veröffentlichung:

Zu Beginn von 47 Meters Down überlegten mein Sohn und ich, ob wir uns in unserem nächsten Urlaub auch solch einen Käfig-Trip gönnen sollten. Nach dem Film hatten wir eine eindeutige Meinung dazu: NEIN!!!

Die beiden Schwestern Lisa (Mandy Moore) und Kate (Claire Holt) beschließen, mit einer Mexiko-Reise dem Alltag den Rücken zu kehren. Der Höhepunkt soll ein Tauchgang sein, bei dem sich die beiden Schwestern in einen Stahlkäfig begeben und von Captain Taylor (Matthew Modine) auf ein paar Meter Tiefe abseilen lassen, so dass sie die Möglichkeit haben, Haie zu sehen und zu filmen. Doch es kommt, wie man es bei dem Titel vermutet, der Käfig löst sich und sinkt auf 47 Meter Tiefe. Ein gnadenloser Überlebenskampf beginnt…

Regisseur und Drehbuchautor Johannes Roberts setzt in 47 Meters Down eine oberflächlich betrachtet standardisierte Geschichte auf überraschend abwechslungsreiche Weise in Szene, so dass über die gesamte Dauer des Films nicht eine Sekunde Langeweile oder Leerlauf aufkommt. Dies liegt auf der einen Seite an den gut ausgearbeiteten Hauptfiguren und ihren Darstellerinnen, auf der anderen Seite weiß die Geschichte geschickt mit Genrekonventionen zu brechen und dadurch immer wieder zu überraschen. Dadurch bleibt der Film konstant spannend und unberechenbar und wirkt durch den geschickten Einsatz dezenter CGI erfreulich authentisch. 47 Meters Down ist ein erstaunlich atmosphärischer, in seiner Wirkung beklemmender Thriller, der auf ganzer Linie funktioniert, gekonnt mit den Ängsten des Zuschauer spielt und aus der Vielzahl ähnlicher Produktionen positiv hervorsticht!

Der Film war berechtigterweise ein großer Erfolg, so dass Johannes Roberts nun an einem Sequel mit dem innovativen Titel 48 Meters Down arbeitet.

 

 

47 Meters Down (Originaltitel: 47 Meters Down, USA 2017) erscheint bei Universum Film als DVD, Blu-ray und Video on Demand. Mir lag zur Ansicht die Blu-ray vor, die in Bild (2,40:1/1080p/24) und vor allem einem sehr dynamischen Sound (Deutsch & Englisch: dts-HD Master Audio 5.1) überzeugen konnte. Im Bonusbereich befanden sich der Trailer und eine Programmübersicht.

Auch wenn 47 Meters Down auf den ersten Blick nach klassischem Muster gestrickt scheint, weiß der Film mit überraschenden Wendungen, einer konstant hohen Spannung, tollen Darstellern und einem überzeugenden Soundtrack zu gefallen. Von mir gibt es eine eindeutige Empfehlung!

Der Weiße Hai: Mythos eines blutrünstigen Serienkillers

Ein Gebiss mit unendlich vielen spitzen Zähnen, ein weit aufgerissenes, blutverschmiertes Maul, starre Augen und die Größe eines Kleinwagens: der weiße Hai ist eines der gefürchtetsten Raubtiere unserer Welt. Mit einer Länge von bis zu sieben Metern und einem Gewicht von rund 3,5 Tonnen zählt der weiße Hai zu den Größten seiner Art. Sie werden nicht nur von Tauchern und Fischern gefürchtet – auch in Filmen sind sie ein perfekter Gegner! In Kassenschlagern wie dem Klassiker „Der Weiße Hai“ (1975) werden die Raubfische als brutale und bedingungslose Killer dargestellt, die nur ein Ziel kennen: den Menschen umbringen. Doch woher kommt dieser Mythos eigentlich?

Die Angst vor dem Unbekannten

Das Konzept ist ziemlich simpel, dennoch sehr wirkungsvoll. Auf dem offenen Meer sind wir Menschen ohne festen Boden unter den Füßen machtlos – vor allem gegen ein tonnenschweres Raubtier, dessen Element das Wasser ist. Überlebenschancen? Gleich null. Haie schwimmen besser als wir, sind blitzschnell und haben höllisch scharfe Zähne. Grund genug also, um gesunden Respekt vor den Meeresbewohnern zu haben, die uns in ihrem Lebensraum gnadenlos überlegen sind. Zudem ist der Ozean offen und weit, meist tief und die Sichtverhältnisse stark beschränkt: aus welcher Richtung schnellt die Bestie in die Höhe? Haifilme bieten einen beklemmenden Horror mit einer Menge gruseligem Überraschungseffekt. Über etliche Minuten lässt sich eine dramatische Atmosphäre und angsteinflößende Spannung aufbauen, ohne überhaupt einen Hai zu zeigen. Die Angst vor dem Unbekannten hält uns in Atem und sorgt für echten Nervenkitzel.

Kein Leckerbissen

Und auch wenn die Gründe, um sich vor einem Hai zu fürchten, plausibel sind: laut der ISAF, der internationalen Datenbank für Haiattacken, sind die agilen Meeresbewohner harmloser als viele unserer heimischen Tiere. 2014 gab es weltweit 72 Haiattacken vom weißen Hai und seinen Artgenossen, die nur zu einem geringen Prozentsatz tödlich endeten. Die Crux: es gibt keinen Report, in dem ein Hai willentlich einen Menschen gefressen hätte. Die Tiere „testen“ vielmehr und lassen dann schnell wieder von uns als Beute ab; Wissenschaftler glauben sogar, dass Menschenblut den Tieren nicht einmal sonderlich schmeckt. Dass manche Bisse dennoch tödlich enden, liegt an den rasiermesserscharfen Zähnen, die lebensbedrohliche Wunden hinterlassen können. Dennoch sind Haie nicht gefährlicher als andere Tiere. Im Vergleich: 2014 wurden allein 6000 Menschen durch Kühe verletzt, acht von ihnen starben.

Haie – die unermüdlichen Stars in Hollywood

Dennoch bieten die Tiere für Filmproduzenten einen perfekten Antagonisten. Die Überlegenheit des Raubtieres, das seit 400 Millionen Jahren in der Tiefe des Meeres wohnt, ist es, die sich die Filmindustrie in den vergangenen Jahrzehnten zu eigen gemacht hat: 1975 flimmerte „Der weiße Hai“ von Steven Spielberg das erste Mal über die Kinoleinwände und spülte weltweit über 470 Millionen US-Dollar in die Kassen ein. Der Startschuss für Horroraction aus den Ozeanen war mit diesem Sensationserfolg gefallen und schürt seither als filmischer Dauerbrenner die Angst vor dem Grauen aus der Tiefe. „Deep Blue Sea“ wurde 1999 zum weiteren Meilenstein im Genre des Tierhorrors: ein Schwarm genmanipulierter Mörderhaie bedroht eine Gruppe Wissenschaftler (u.a. Thomas Jane) auf einer Forschungsstation im Ozean und richtet am Ende ein blutiges Spektakel an. Auch „Open Water“ (2003) wurde zum weltweiten Hit: der Thriller erzählt mit einigen Abweichungen die wahre Geschichte eines Paares (gespielt von Blanchard Ryan und Daniel Travis), das bei einem Tauchausflug auf offener See vergessen wird – natürlich lassen hungrige Haie nicht lange auf sich warten und ein erbitterter Kampf um Leben und Tod beginnt. 2016 ist es dann Blake Lively („Gossip Girl“), die sich auf einem kleinen Fels mitten im Ozean gegen einen Tiefseeräuber im packenden Gruselspektakel „The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“ wehren muss.

In 47 METERS DOWN zittern Mandy Moore („Nur mit dir“, „Von Frau zu Frau“) und Claire Holt („Vampire Diaries“, „Pretty Little Liars“) in einem Käfig, 47 Meter unter der Meeresoberfläche gefangen, ums nackte Überleben: sobald sie den Käfig verlassen, lauern angriffslustige weiße Haie auf die zwei Schwestern. Werden Kate und Lisa sich in 47 METERS DOWN aus ihrer aussichtslosen Lage befreien können?

Christian Funke