7 Days

7 Days

7 Days

(StörKanal/ I-On New Media)

 

Der Film 7 Days wirft eine Frage auf, die sich jeder Vater wohl schon einmal gestellt hat: wie weit würde man gehen, wenn jemand dem eigenen Kind ein Leid angetan hat? Und wenn man ehrlich ist, würde in solch einem Fall jegliche Moral, Ethik und das soziale Gewissen über Bord geworfen und man sinnt auf Rache und Bestrafung!

Es ist ein gewöhnlicher Tag in der Familie Hamel. Da der Vater nach seinem Dienst als Arzt im Krankenhaus sehr müde ist, bittet er die Tochter, doch dieses Mal zu Fuß zu ihrem Nachmittagsunterricht zu gehen. Doch dort kommt sie nicht an! Die Angst jeder Eltern wird hier zur Realität, man findet die Tochter vergewaltigt und ermordet in einem nahen Gebüsch.
Die Trauer der Eltern erscheint kaum zu bewältigen, gerade mit dem Gedanken, dass der Mörder noch auf freiem Fuße ist. Als ihnen der ermittelnde Inspektor Informationen zu einem vorbestraften Verdächtigen mitteilt, reift in dem Vater (überzeugende Darstellung: Claude Legault) ein finsterer Plan! Er entführt den vermeintlichen Verdächtigen, um ihn sieben Tage lang, dies ist der Zeitraum bis zum Geburtstag der toten Tochter, physisch und psychisch zu foltern.

Die Filme in der Reihe StörKanal erweisen sich als auffallend interessante, zum Teil verstörende aber immer fesselnde Beiträge in einer gelungenen Präsentation. Die hier vorliegende Blu ray aus dem Hause I-On New Media ist erneut ein Beweis, dass, wenn man interessiert an guten und nicht an dem Massengeschmack ausgerichteten Filmen ist, man auf weitere Veröffentlichungen dieser Reihe achten muss!
Bild und Ton des ungeschnittenen Filmes 7 Days sind auf einem guten Niveau, im Bonussektor befinden sich dann aber nur der Trailer und eine Programmübersicht.

7 Days lief auf diversen Festivals (zum Beispiel dem Sundance, BIFF, Cinequest, etc.), und konnte da das Publikum begeistern. Was den Film auszeichnet ist die harte aber nicht unrealistische Geschichte und seine natürlich reagierenden Charaktere. Der Film hebt sich dank des guten Drehbuches und der soliden Regie von Daniel Grou wohltuend von der breiten Masse der Selbstjustiz- und Folter-Filme ab, da er zwar die Gewalt plastisch darstellt, aber nie zum Selbstzweck verkommen lässt. Intelligent und gnadenlos wird der Zuschauer hier mit unangenehmen Fragen konfrontiert, und muss es sich gefallen lassen, selber für sich eine moralische Position zu beziehen. Ein bitterer Film, der gleichzeitig schmerzt und fasziniert!

CFS