"A Good Woman is Hard To Find" (Capelight Pictures)

„A Good Woman is Hard To Find“ (Capelight Pictures)

Regie: Abner Pastoll

Darsteller: Sarah Bolger, Edward Hogg, Andrew Simpson, Jane Brennan

Nach dem Mord an ihrem Mann ist Sarah auf sich allein gestellt. Die Polizei, das Jugendamt und sogar ihre eigene Mutter lassen kein gutes Haar an ihr. Im Supermarkt wird sie von fremden Männern belästigt. Mit zwei Kindern, um die sie sich kümmern muss, wenig Geld und ohne Unterstützung von außen, bleibt der jungen Mutter kaum Zeit für sich selbst. Als der in Bedrängnis geratene Drogendealer Tito sich eines Tages ausgerechnet ihre Sozialwohnung als Versteck für sein Diebesgut aussucht, platzt Sarah schließlich der Kragen. Um sich und ihre Kinder zu schützen, greift sie zu drastischen Mitteln – und entdeckt dabei, wozu sie fähig sein kann.

© Capelight Pictures

Meinung zur Veröffentlichung:

Sarah (Sarah Bolger), eine junge, frisch verwitwete Mutter zweier Kinder, lebt in einem sozialen Brennpunkt. Ihr Mann wurde von einem Unbekannten erschossen, sie selbst lebt nun am Existenzminimum. Eines Tages dringt der Kleinganove Tito (Andrew Simpson), der sich nach einem Diebstahl auf der Flucht befindet, in ihre Wohnung ein und versteckt seine Beute, Drogen, die er einer skrupellosen Gang entwendet hat, in ihrem Badezimmer. Da Tito Sarah und ihren Kindern Gewalt androht, muss es die junge Mutter erdulden, dass er fortan regelmäßig auftaucht, um Teile der Beute zu holen, um sie zu verkaufen. Schon bald jedoch überschlagen sich die Ereignisse…

Mit A Good Woman is Hard to Find, basierend auf dem Drehbuch von Ronan Blaney (Love Bite), präsentiert Regisseur Abner Pastoll seinen dritten Spielfilm. Hier gelingt ihm ein Psychothriller, der gekonnt die Elemente des Rächer-Genres mit einer Milieustudie kreuzt und einigen dramatischen Momenten anreichert. Ein bisschen erinnert mich A Good Woman is Hard to Find an den Michael Caine-Film Harry Brown, der ebenfalls deutlich aufzeigt, wohin einen das Leben im sozialen Brennpunkt, wo ein eigenes Rechtssystem zu gelten scheint, führen kann. Hier ist es Sarah Bolger, die eigentlich ein friedliches Leben führen möchte, jedoch täglich mit Schikane, Ausgrenzung und Gewalt konfrontiert wird und irgendwann an ihre Grenzen stößt und das Recht in die eigene Hand nimmt. Mag die Story manchmal etwas konstruiert wirken, der Hauptdarstellerin gelingt es in jedem Moment, ihre Rolle glaubhaft agieren zu lassen und mit ihrem starken und facettenreichen Spiel zu überzeugen. So wirkt der Film beklemmend, stellenweise unangenehm hart, bleiben die Handlungen der jungen Frau doch selbst in ihrer Drastik nachvollziehbar und in ihrem Genre-Kontext glaubhaft. Ein straighter Film mit einem sperrigen Titel, den man sich nicht entgehen lassen sollte!        

A Good Woman is Hard to Find (Originaltitel: A Good Woman Is Hard To Find, Großbritannien / Belgien / Irland 2019) erscheint bei Capelight Pictures als DVD, Blu-ray, Video on Demand und 2-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook. Zur Ansicht stand mir das auf dem gewohnt hohen Niveau gestaltete und verarbeitete Mediabook zur Verfügung, welches Film und Bonusmaterial auf einer Blu-ray und einer DVD beinhaltete. Bild (2,39:1/1080p) und Ton (Deutsch & Englisch: dts-HD Master Audio 5.1) der von mir getesteten Blu-ray befanden sich auf dem erwartet guten Niveau, im Bonusbereich gab es zudem eine alternative Eröffnungssequenz, ein knapp zwanzigminütiges Making-of, ein Besuch am Set, entfallene Szenen, mehrere Outtakes, den Trailer und Programmhinweise. Das im Mittelteil eingeheftete 24-seitige Booklet bot neben zahlreichen Filmbildern ein Interview, welches Nicole Helfrich mit Regisseur Abner Pastoll geführt hat.

Mit A Good Woman is Hard to Find präsentiert Abner Pastoll einen fiesen, deprimierenden Thriller, der in erster Linie vom starken Schauspiel seiner Hauptdarstellerin lebt und mich über die gesamte Laufzeit gefesselt hat.

Christian Funke