A Little Bit Zombie  (Ascot Elite)

A Little Bit Zombie (Ascot Elite)

61cAypCV6UL._SL500_“Hmmm, Gehirn – lecker!” Schon bei dem Gedanken an die graue Glibbermasse läuft Steve das Wasser im Mund zusammen. Ein gewaltiger, völlig unbeherrschbarer Appetit treibt den jungen Bräutigam um. Mit Craig, Sarah und seiner Verlobten Tina ist er für ein letztes freies Wochenende aufs Land gefahren, bevor die aufreibenden Vorbereitungen für die opulente Hochzeit losgehen. Steve ahnt nicht, dass ihn unterwegs eine kleine Mücke mit dem Zombievirus infiziert hat. Nun stellt sich bald die Frage, was schlimmer ist: Steves langsame Verwandlung in einen hirnhungrigen Untoten oder seine Braut Tina, die im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht, um ihre perfekte Hochzeit trotzdem zu bekommen. Denn die große Feier darf keinesfalls gefährdet werden – bloß weil der Bräutigam ein Gehirn schlürfender Zombie ist …

Wer glaubt, Zombies sind einfach nur debile Untote, die unbedingt ausgerottet gehören, sollte Steve kennenlernen. Nach dem treuen „Fido“ kommt ein zweiter ausgesprochen sympathischer Vertreter dieser Horror-Spezies auf die Leinwand, der heldenhaft gegen seine unappetitlichen Essgewohnheiten ankämpft. Ein echter Horror ist vielmehr seine von gesellschaftlichem Ehrgeiz und Geltungsdrang getriebene Verlobte, die für eine perfekte Hochzeit notfalls auch töten würde …

1,9 Millionen Dollar war den Fans A LITTLE BIT ZOMBIE wert, denn so viel Geld hat Produzent und Regisseur Casey Walker über seine Website mymilliondollarmovie.com eingenommen. Um sein erstes Spielfilmprojekt zu finanzieren, hat der erfahrene TV-Mann kurzerhand seinen zukünftigen Film in Einzelbildern für 5 $ das Stück verkauft. Und jeder Cent hat sich gelohnt, denn seit ihrer Uraufführung hat die ungewöhnliche Zombie-Rom-Com auf ihrer Festivaltour einen Preis nach dem anderen abgeräumt.

Meinung zum Film:

Über mangelnde Kreativität und ein unglaubliches Vermarktungsgeschick seitens des Regisseurs Casey Walker kann man sich nicht beklagen. Die Methode, das Geld für seinen Film 512heK5OlsLzusammenzubekommen ist überaus pfiffig und eine wirklich nette Anekdote zur Entstehungsgeschichte von seinem Regiedebüt A Little Bit Zombie. Sein Beitrag zum seit langer Zeit populären Zombie-Genre ist dabei eher weniger der Blut-und-Gehirn-Gruppierung zuzuordnen, vielmehr reiht es sich in die Sorte Film ein, die derzeit mit „Deadheads“ oder „Warm Bodies“ die eher romantische, teils komische Seite eines Untoten beleuchten. Klingt absurd? Ist es auch… denn A Little Bit Zombie stellt einige der Genreregeln ziemlich auf den Kopf. Auffallend wäre da nicht nur die Infizierung über eine Mücke, sondern auch die Zombiejägerin Penelope (Emelie Ullerup), die Untote mit ihrer Zauberkugel ortet. Gravierender jedoch fällt dem geneigten Zuschauer der Brachial-Humor auf, der teilweise ins hysterische kippt. Einige Situationen sind echt gelungen, andere aber eben auch überhaupt nicht. Das ist schade, denn dadurch, dass Regisseur Casey Walker seine einzelnen Charaktere total überdreht agieren lässt, gehen sie einem, wenn der Witz nicht zündet, schnell auf die Nerven, was dann oftmals auf Kosten der nächsten Humoreinlage geht. Klar wollte man hier eher auf Fun als auf Splatter setzen, aber die Grundidee, dass eine Frau, so schrill und hysterisch sie auch sein mag, dermaßen auf ihre Hochzeit fixiert ist, dass sie sich diese auch nicht durch den Umstand versauen lassen will, dass ihr zukünftiger Ehemann ein Gehirnbesessener Untoter wird, klingt doch etwas zu sehr auf dem Skizzenblock entworfen. Erst recht, als besagte baldige Gattin daraufhin loszieht, um einen Hinterwäldler aufzugabeln, um diesen an ihren hungrigen, jedoch immer noch mit Denk- und Sprachvermögen ausgestatteten zukünftigen Gatten zu verfüttern.

A Little Bit Zombie ist weniger Horror, als vielmehr eine Komödie, die bei einer Bierseligen Runde betrachtet werden kann. Wer also Lust auf einen Film mit etwas kalauerndem Humor mit einigen Slapstick-Einlagen hat, der mit einem guten Soundtrack untermalt wurde und sich inhaltlich an einigen der Genre-Klassiker orientiert, dem sei A Little Bit Zombie ans Herz gelegt.

Christian Funke-Smolka