A Woman, a Gun and a Noodleshop

A Woman, a Gun and a Noodleshop

Regisseur Zhang Yimou wurde hierzulande bekannt durch die visuell berauschenden Filme Hero und House of Flying Daggers. Mit A Woman, a Gun and a Noodleshop liegt nun sein neuer Film vor, und der ist so faszinierend strange, dass es für den Freund des abseitigen Films eine wahre Freude ist. Bei dem vorliegenden Film handelt es sich um ein Remake, nämlich dem Debütfilm Blood Simple der großartigen Coen- Brüder! Als Filmfreund kennt man die Geschichte, hat die Gesichter der damaligen Darsteller vor Augen, und muss sich total umstellen, wenn man hier nun die für den Regisseur typischen optischen Spielereien, seine farbenfrohen Kompositionen in Natur und Kostümen und seinen legendären Widescreen- Blick geboten bekommt. Das ist faszinierend, dass ist frisch und unglaublich unterhaltsam.
Die Geschichte spielt in einer verlassenen steinigen Wüstengegend, wo der reiche Geschäftsmann Wang (Li Dahong) ein Nudellokal betreibt. Seine Frau (Yan Ni) wird von ihm täglich gedemütigt und misshandelt. Sie aber führt eine geheime Liebesbeziehung zu dem Koch Li (Xiao Shenyang). Eines Tages, als ein Händler in ihrem Lokal vorbeischaut, kauft sie eine Pistole um damit ihren Ehemann gegebenenfalls umzubringen. Doch die Besitzer des Lokals bekommen zuerst einmal Probleme, als in der Gegend patrouillierende Soldaten vorbeikommen, weil sie einen Kanonenschuss des Händlers gehört haben und nun nach dem Rechten schauen wollen.
Der Ehemann nutzt diese Gelegenheit, den Soldaten Zhang (Sun Honglei) für einen kleinen Auftrag anzuheuern. Er soll seiner Frau nachspionieren und herausfinden, ob diese tatsächlich ein Verhältnis hat. Nachdem Zhang die Bestätigung dafür bringen kann, beauftragt der Händler ihn mit der Ermordung seiner Frau und ihres Liebhabers. Das dies aber nicht so reibungslos verläuft, sollte dem Filmfan von vornherein klar sein.
Regisseur Yimou ist ein bekennender Fan des Originals, und sieht sein Remake als eine Huldigung an ebendiesem. Dabei ist jedoch selbst für den kundigen Zuschauer ein Vergleich kaum noch möglich, zu unterschiedlich sind die beiden Filme. Wo der eine lakonisch und bedrohlich ruhig und düster ist, ist das Remake farbenfroh, visuell überbordend, und teils von slapstickhaften Klamauk. Auch die Figurenzeichnung ist oftmals so überzogen, dass eine Ernsthaftigkeit kaum zu bemerken ist. Das nimmt dem Film zwar seine Bedrohlichkeit, gibt ihm aber im Gegensatz zum Original einen wunderbaren „feel good“ Touch.
Aus meiner Sicht sollte man als einen eigenständigen Film ohne Blick auf das Original betrachten, und sich von der ausufernden Geschichte, seinem Humor und seinen visuellen Eskapaden gefangen nehmen lassen. Dieser Film ist wie ein abwechslungsreicher Rausch, der optisch beeindruckt und amüsant unterhält.

A Woman, a Gun and a Noodleshop
(Sunfilm Entertainment)

CFS