AFTERSHOCK - Die Hölle nach dem Beben (Universum©  Film)

AFTERSHOCK – Die Hölle nach dem Beben (Universum© Film)

In Chile findet man wirklich alles: atemberaubende Landschaften, heiße Ladies, coole Typen und die wildesten Parties, die man sich vorstellen kann. Für einen amerikanischen Touristen (Eli Roth), von seinen chilenischen Kumpeln Ariel (Ariel Levy) und Pollo (Nicolás Martinez) nur „Gringo“ genannt, ist der CoverTrip der Himmel auf Erden – nur mit den Mädels will es bis jetzt noch nicht so recht klappen… Gringos Glück scheint sich zum Besseren zu wenden, als die Jungs ein echt heißes Trio kennen lernen: das russische Model Irina (Natasha Yarovenko), das scharfe Nonstop-Partygirl Kylie (Lorenza Izzo) und ihre nachdenklich-ernsthafte Schwester Monica (Andrea Osvárt). Doch eine Nacht im angesagtesten Club von Santiago wird zu einem Albtraum aus Terror und Panik, als ein verheerendes Erdbeben das Urlaubsparadies heimsucht und dem Erdboden gleich macht. Jetzt muss die Gruppe um ihr Leben laufen und auch kämpfen – verfolgt von Plünderern, entflohenen Häftlingen und den unausweichlichen Nachbeben….

Was passiert mit einem Menschen, wenn er ums nackte Überleben kämpfen muss? Wie reagiert der menschliche Instinkt im Chaos, wenn es nichts mehr zu verlieren gibt? Ein verheerendes Erdbeben, das 2010 Teile Chiles erschütterte, inspirierte Regisseur Nicolás López zu diesem erschreckenden und grauenvoll ehrlichen Katastrophen-Szenario, das tiefe Einblicke in die menschlichen Abgründe gibt. Gemeinsam mit Brian Oliver, dem Produzenten von „Black Swan“ und „Die Frau in Schwarz“, kreiert er mit AFTERSHOCK ein brutales und faszinierendes Bild der menschlichen Psyche. „Hostel“– und „Cabin Fever“-Schöpfer Eli Roth („Inglourious Basterds“) ist in diesem Horrorspektakel endlich wieder als Schauspieler zu sehen und wirkte außerdem am Drehbuch mit. In weiteren Rollen überzeugen Ariel Levy, Nicolas Martinez, Natasha Yarovenko, Andrea Osvart und Miguel Asensio und „Spring Breakers“-Star Selena Gomez in einer Nebenrolle.

Meinung zum Film:

Neben seiner Tätigkeit als Regisseur ist Eli Roth (Cabin Fever, Hostel) den Genrefreunden bestens bekannt als Produzent und Darsteller. So auch in dem hier vorliegenden Film Aftershock – Die Hölle nach dem Beben von Kurzfilm- und TV-Regisseur Nicolás López. Deutlich bemerkt man auch hier die Handschrift Eli Roths, der sich zudem für das Drehbuch verantwortlich zeigte. Seine Geschichte spielt in Santiago, Chile, wo der amerikanische Tourist Gringo (Eli Roth) mit seinen Freunden das Partyleben genießt. Als die Gruppe auf drei Frauen trifft, dSzene 2ie gemeinsam mit ihnen die Zeit verbringen wollen, beschließt man, am nächsten Tag nicht nur, landeinwärts Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, sondern auch das dortige Nachtleben kennenzulernen. Doch der nächtliche Besuch in einem angesagten Club entwickelt sich zu einem Horror-Trip, denn ein heftiges Erdbeben erschüttert die Stadt. Doch es wird noch schlimmer, denn ein Gefangenentransport verunglückte bei diesem Beben, so dass jetzt neben der Naturkatastrophe auch eine Gruppe extrem gefährlicher, psychisch kranker Schwerverbrecher die Gegend unsicher machen. Ein gnadenloser Kampf ums Überleben beginnt…

Klingt uninspiriert? Ist es auch… Man merkt sofort die Einflüsse Eli Roths, denn neben den obligatorischen Roth-Filmzutaten Party, Alkohol und Mädels gesellt sich dann die um Authentizität bemühte Brutalität dazu. Das ist wenig innovativ aber trotz geringem Budget mit einigen Ausnahmen recht solide und kurzweilig inszeniert. Leider sind jedoch auch die einzelnen Filmcharaktere nur ansatzweise und dann sehr grob skizziert, so dass kein wirkliches emotionales Mitfühlen aufkommen mag. Doch ab dem zweiten Drittel gewinnt Aftershock – Die Hölle nach dem Beben etwas an Dynamik und Tempo, so dass man als Zuschauer mehr in die Story gezogen wird. Dadurch bleibt der Film im Gesamteindruck als ziemlicher Spätzünder jedoch nur im Wertungstechnischen Mittelfeld. Das ist schade, denn mit einigen wenigen KSzene 1niffen seitens des Drehbuchs wäre ein deutlich besseres Ergebnis möglich gewesen.

Aftershock – Die Hölle nach dem Beben erscheint bei Universum© Film als unzensierte FSK 18-Version in einer sehr guten Bild- und Tonqualität. Der Bonusbereich bietet neben einem Audiokommentar von Regisseur López und Produzent und Darsteller Roth ein Interview mit dem Regisseur, ein Making of und ein Feature über das Casting. Dazu gesellen sich die obligatorischen Trailer und TV-Spots.

Aftershock – Die Hölle nach dem Beben ist trotz der genannten Defizite ein recht unterhaltsamer und kurzweiliger Genrebeitrag, der seine relativ innovationsarme Geschichte meistenteils solide zu erzählen weiß. Etwas mehr Konzentration auf die Charakterentwicklung und eine Straffung des Drehbuchs hätten dem Film eine deutlich höhere Wertung bescheren können, so ist und bleibt er jedoch ein guter Film für zwischendurch, den man sich gut anschauen kann, der einem aber nicht lange in Erinnerung bleiben wird.

Christian Funke-Smolka