All Things Fall Apart - Wenn alles zerfällt (Ascot Elite/ Los Banditos Films)

All Things Fall Apart – Wenn alles zerfällt (Ascot Elite/ Los Banditos Films)

cover_allthingsfallapartDeon (50 Cent) ist ein herausragender College-Football-Spieler und steht kurz davor, in die NFL zu kommen. Doch da erreicht ihn die schicksalhafte Nachricht: er hat Krebs. Urplötzlich wenden sich seine Fans und Freunde von ihm ab und er steht allein in seinem Kampf gegen den Krebs. In dieser verzweifelten Situation, muss Deon herausfinden, was wahre Größe bedeutet.

Meinung zum Film:

Wenn man mich auf Curtis Jackson, besser bekannt als 50 Cent angesprochen hat, musste ich eigentlich immer an den muskelbepackten Gangsta Rapper denken, der mit einer nicht meinem persönlichen Geschmack entsprechenden Musik, einer übergroßen Portion Selbstbewusstsein und einem unglaublichen Gespür für eine geschickte Selbstvermarktung sehr erfolgreich geworden ist. Seit einigen Jahren versuchte er sich neben seinen Mode-Kollektionen auch noch aktiv im Filmgeschäft, wo so epochale Werke wie „Get Rich or Die Tryin‘“, Dead Man Running“ oder „Streets of Blood“ auf sein darstellerisches Konto gehen. Also insgesamt eine Karriere, mit der ich persönlich ehrlich gesagt wenig anfangen konnte…
Umso überraschter war ich bei der Vorankündigung des neuen, von Curtis Jackson produzierten Films All Things Fall Apart – Wenn alles zerfällt, der so gänzlich anders klang als alles, was der Superstar vorher fabriziert hatte. Da er sich zusätzlich noch für das Drehbuch und die Musik verantwortlich zeigte und die Story auf persönliche Erfahrungen in seinem privaten Umfeld beruhte, war ich nun doch gespannt, was der Film letztendlich zu bieten hat.ATFA_3

Die Geschichte basiert auf Erlebnisse eines engen Freundes, welche Jackson für sein Drehbuch verwendete. Gleichzeitig schlüpft er in die Rolle eben dieses Freundes und mimt direkt die Person „Deon“, einem aufsteigenden Stern am American Football-Himmel, der gleich zu Beginn mit langen Dreads und überproportionalen Muskelbergen über das Spielfeld rennt. Körperlich sehr präsent scheint er den Bildschirm quasi auszufüllen. Eine zwar auf den ersten Blick sehr plakativ-peinliche Szene, die aber im Verlauf des Films an Bedeutung gewinnt, da sie die Transformation des Stars am eindrucksvollsten verdeutlicht. Denn kurze Zeit später erhält er seine vernichtende Diagnose, die sein bisher sehr erfolgreiches und vielversprechendes Leben radikal umkrempeln wird.

Zu den Dreharbeiten geisterten Bilder vom Set durch das Netz, welche einen Star zeigten, den man auf den ersten Blick nicht erkennen konnte. Abgemagert bis auf die Knochen, gebückte Haltung, und völlig verloren wirkend in seiner viel zu großen Kleidung. Ein Curtis Jackson, wie man ihn nie erwartet hätte. Genau hier liegt auch die Stärke des Films. In Szene gesetzt von Mario van Peebles (bekannt als Schauspieler in „Ali“ oder „The Cotton Club“, als Regisseur verantwortlich für „New Jack City“, „Panther“, „Posse“ oder TV-Serien wie „Lost“ und „Sons of Anarchy“), dem mit All Things Fall Apart – Wenn alles zerfällt zwar eine durchweg solide aber manchmal leider etwas innovationslose Inszenierung gelungen ist, setzt der Film auf seine Darsteller (wie zum Beispiel Ray Liotta oder Lynn Whitfield) und hier dann vor allem auf Curtis Jackson, auf den der gesamte Film zugeschnitten scheint.

ATFA_4All Things Fall Apart – Wenn alles zerfällt erscheint bei Ascot Elite und Los Banditos Films in einer guten Bild- und Tonqualität, der Bonussektor beinhaltet leider nur eine Programmübersicht, hier wäre etwas mehr Information wünschenswert gewesen.

Der Film ist ein emotional bewegendes Drama, welches gerade durch die Präsenz seines hier wirklich auf ganzer Linie überzeugenden Hauptdarstellers auffällt. Ich für meinen Teil muss meine Meinung über das schauspielerische Talent des Mannes ein wenig korrigieren, denn solch eine überraschende Leistung hätte ich ihm nicht zugetraut. Somit ist All Things Fall Apart – Wenn alles zerfällt ein Drama, welches inszenatorisch noch ein wenig stringenter hätte gestaltet werden können, dieses Manko von Curtis Jackson aber mit seiner Darstellung eines Todkranken wieder ausgeglichen wird. Ein wirklich überraschender Film!

Christian Funke-Smolka